Chemische Produkte sind aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Von Reinigungsmitteln bis hin zu Farben – sie erleichtern viele Aufgaben. Doch diese Produkte bergen oft Risiken. Um Verbraucher zu schützen, gibt es klare Kennzeichnungen. Seit 2015 sind neue, international einheitliche Gefahrensymbole und Signalwörter verpflichtend. Eine wichtige Ergänzung ist der UFI-Code, der im Notfall Leben retten kann.
Wichtige Punkte
- Moderne Gefahrensymbole sind rot umrandet auf weißem Hintergrund.
- Signalwörter wie „Gefahr“ und „Achtung“ zeigen die Schwere der Gefahr an.
- Der UFI-Code ermöglicht Giftnotrufzentralen schnelle Hilfe.
- Diese Kennzeichnungspflicht gilt auch für den Online-Handel.
Einheitliche Kennzeichnung schützt Verbraucher
Die Art und Weise, wie gefährliche Chemikalien gekennzeichnet werden, hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Das Ziel ist eine weltweit einheitliche Kommunikation von Gefahren. Grundlage dafür ist das Global Harmonisierte System (GHS) der Vereinten Nationen. Dieses System ist auch in der Europäischen Union für viele Alltagsprodukte wie Waschmittel, Reinigungsmittel und Biozide verbindlich.
Die Piktogramme, also die kleinen Bilder auf den Verpackungen, sind seit 2015 neu gestaltet. Sie erscheinen nun schwarz auf einem weißen Hintergrund, umgeben von einer roten Raute. Diese neuen Symbole ersetzen die älteren, orangefarbenen Kästen mit schwarzem Rand. Dies soll die Erkennbarkeit und das Verständnis über Sprachgrenzen hinweg verbessern.
Faktencheck: Alte vs. Neue Symbole
- Alte Symbole: Schwarze Piktogramme auf orangefarbenem Hintergrund.
- Neue Symbole (seit 2015): Schwarze Piktogramme auf weißem Hintergrund, rot umrandet in einer Raute.
Die Bedeutung der neuen Gefahrensymbole
Das Ausrufezeichen und die Gesundheitsgefahr
Zwei der neueren Piktogramme sind besonders wichtig: das Ausrufezeichen und der Mensch mit hellem Stern auf der Brust. Das Ausrufezeichen warnt vor weniger schwerwiegenden Gefahren, wie Hautreizungen oder akut schädlichen Stoffen. Es signalisiert, dass Vorsicht geboten ist, aber die unmittelbare Gefahr oft geringer ist.
Das Symbol „Gesundheitsgefahr“, dargestellt durch einen Menschen mit hellem Stern auf der Brust, weist auf ernstere Risiken hin. Dazu gehören Stoffe, die bei Verschlucken oder Eindringen in die Atemwege tödlich wirken können. Es warnt auch vor Produkten, die Krebs erregen, das Erbgut verändern oder die Fortpflanzung gefährden könnten. Diese Stoffe erfordern besondere Vorsicht und Schutzmaßnahmen.
„Die neuen Piktogramme sollen die Gefahrenkommunikation vereinfachen und international standardisieren. Das hilft nicht nur Verbrauchern, sondern auch Rettungskräften im Notfall.“
Weitere wichtige Symbole
Neben diesen beiden gibt es weitere Symbole, die auf spezifische Gefahren hinweisen:
- Flamme: Leicht- oder hochentzündlich.
- Flamme über einem Kreis: Brandfördernd.
- Totenkopf mit gekreuzten Knochen: Giftig oder tödlich.
- Ätzflüssigkeit: Ätzend für Haut oder Metalle.
- Explodierende Bombe: Explosionsgefahr.
- Baum und Fisch: Umweltgefährdend.
- Gasflasche: Gas unter Druck.
Jedes dieser Symbole hat eine klare Bedeutung und soll auf einen Blick über mögliche Risiken informieren. Es ist entscheidend, diese Symbole zu verstehen, bevor man ein Produkt verwendet.
Signalwörter und Sicherheitshinweise
Zusätzlich zu den Piktogrammen tragen chemische Produkte auch Signalwörter auf der Verpackung. Diese geben den Schweregrad der Gefahr an. Es gibt zwei Haupt-Signalwörter:
- „Gefahr“: Weist auf schwerwiegendere Risiken hin.
- „Achtung“: Zeigt niedrigere Schweregrade der Gefahr an.
Diese Signalwörter ersetzen frühere, beschreibende Formulierungen wie „leicht entzündlich“ oder „reizend“. Sie sind prägnanter und sollen eine sofortige Einschätzung der Gefahrenstufe ermöglichen. Begleitend dazu finden sich weiterhin konkrete Gefahrenhinweise, etwa „Verursacht Hautreizungen“, und Sicherheitshinweise, wie „Darf nicht in Kinderhände gelangen“. Diese Kombination aus Piktogrammen, Signalwörtern und Hinweisen bildet ein umfassendes Informationssystem.
Wichtiger Hinweis für Online-Käufe
Die Kennzeichnungspflicht beschränkt sich nicht nur auf physische Verpackungen. Auch im Online-Handel müssen alle Gefahrensymbole, Signalwörter sowie die Gefahren- und Sicherheitshinweise deutlich sichtbar sein. Verbraucher sollten beim Online-Kauf von Chemikalien genau darauf achten.
Der UFI-Code: Schnelle Hilfe im Notfall
Eine relativ neue, aber äußerst wichtige Ergänzung auf vielen chemischen Produkten ist der UFI-Code. UFI steht für „Unique Formula Identifier“, was übersetzt „eindeutiger Rezeptur-Identifikator“ bedeutet. Dieser 16-stellige Code, bestehend aus Buchstaben und Ziffern, ist auf Produkten wie Waschmitteln, Putzmitteln, Klebern, Künstlerbedarf, Gartenchemikalien, Farben und E-Zigaretten-Liquids zu finden.
Der UFI-Code dient einem entscheidenden Zweck: Im Falle eines Unfalls, beispielsweise wenn ein Kind versehentlich ein chemisches Produkt verschluckt hat, können Giftnotrufzentralen den Code nutzen. Anhand dieses Codes können sie sofort die genaue chemische Zusammensetzung des Produkts ermitteln und schnell die notwendigen medizinischen Maßnahmen empfehlen. Dies spart wertvolle Zeit und kann im Ernstfall lebensrettend sein.
UFI-Code im Überblick
- Bedeutung: Unique Formula Identifier (eindeutiger Rezeptur-Identifikator).
- Format: 16 Stellen, Buchstaben und Ziffern.
- Zweck: Ermöglicht Giftnotrufzentralen schnellen Zugriff auf Produktrezepturen.
- Verpflichtung: Ab dem 1. Januar 2025 müssen alle gefährlichen chemischen Gemische im Alltag mit einem UFI-Code versehen sein.
Seit 2021 sind UFI-Codes gut sichtbar auf vielen Etiketten zu finden. Die vollständige Verpflichtung tritt am 1. Januar 2025 in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt müssen alle chemischen Gemische, die im Alltag verwendet und nach europäischem Chemikalienrecht als gefährlich eingestuft werden, mit einem solchen Code versehen sein. Dies ist ein wichtiger Schritt zur weiteren Verbesserung der Verbrauchersicherheit.
Das Verständnis dieser Symbole und Codes ist für jeden Haushalt essenziell. Es hilft, Risiken zu minimieren und im Notfall richtig zu reagieren. Verbraucher sind angehalten, sich mit den Kennzeichnungen vertraut zu machen und die Hinweise auf den Produktetiketten stets zu beachten.





