Seit dem 12. Januar 2026 sind Bleileitungen in Deutschland endgültig verboten. Dieses Verbot betrifft nicht nur gesamte Wasserrohre, sondern auch kleinste bleihaltige Bauteile, Armaturen und Lötverbindungen. Die verschärfte Trinkwasserverordnung soll Verbraucher konsequent vor gesundheitsschädlichem Blei im Trinkwasser schützen. Für Hauseigentümer und Vermieter bedeutet dies eine klare Pflicht zum Handeln, während Mieter wichtige Rechte haben, um ihre Gesundheit zu schützen.
Wichtige Punkte
- Ab dem 12. Januar 2026 sind Bleirohre und bleihaltige Bauteile bundesweit verboten.
- Eigentümer und Vermieter sind gesetzlich zum vollständigen Austausch verpflichtet.
- Mieter können eine Überprüfung verlangen und bei Untätigkeit die Behörden einschalten.
- Blei im Trinkwasser birgt erhebliche Gesundheitsrisiken, besonders für Kinder und Schwangere.
- Besonders betroffen sind Gebäude, die vor 1973 errichtet wurden.
Warum Blei im Trinkwasser ein ernstes Gesundheitsrisiko darstellt
Blei ist ein Schwermetall, das sich aus alten Leitungen lösen und unbemerkt in unser Trinkwasser gelangen kann. Dies geschieht vor allem, wenn Wasser längere Zeit in den Rohren steht. Von dort gelangt es in Kaffee, Tee oder die Zubereitung von Babynahrung. Bereits geringe Mengen können langfristig schwerwiegende gesundheitliche Schäden verursachen.
Zu den möglichen Folgen zählen Entwicklungsstörungen bei Kindern, Nierenschäden und erhöhter Blutdruck. Ein weiteres Problem ist, dass sich Blei im Körper anreichert. Die gesundheitlichen Auswirkungen werden oft erst nach Jahren sichtbar, was das Risiko zusätzlich erhöht. Es ist daher entscheidend, präventiv zu handeln.
Faktencheck: Bleibelastung
- Blei kann sich im Körper anreichern und langfristige Schäden verursachen.
- Kinder und Schwangere sind besonders gefährdet.
- Bereits kleinste Mengen können schädlich sein.
Welche Gebäude sind besonders betroffen?
Das Problem der Bleileitungen betrifft hauptsächlich ältere Gebäude. Insbesondere Altbauten, die vor dem Jahr 1973 errichtet wurden, verfügen häufig noch über Bleileitungen. In dieser Zeit galt Blei als ein gängiges und akzeptiertes Material für Trinkwasserinstallationen.
In vielen dieser Gebäude finden sich Bleileitungen noch in verschiedenen Bereichen. Dies kann im Keller der Fall sein, in den Steigleitungen, die Wasser in die oberen Stockwerke transportieren, oder in einzelnen Wohnungsanschlüssen. Eine genaue Überprüfung ist daher unerlässlich, um potenzielle Risiken zu identifizieren.
So erkennen Sie Bleileitungen in Ihrem Haus
Es gibt einige typische Merkmale, an denen Sie Bleirohre erkennen können. Sie haben oft eine grau-silberne Farbe und sind von einem relativ weichen Material, das sich leicht anritzen lässt. Häufig sind sie in Kellern oder als Steigleitungen sichtbar.
Für eine definitive Aussage ist jedoch eine fachliche Prüfung unerlässlich. Eine Trinkwasseranalyse durch ein zertifiziertes Labor bietet die größte Sicherheit und ist rechtlich belastbar. Solche Analysen können genau feststellen, ob und in welcher Konzentration Blei im Wasser vorhanden ist.
„Nur eine professionelle Prüfung oder eine Trinkwasseranalyse durch ein zertifiziertes Labor kann wirklich Sicherheit geben, ob Bleileitungen vorhanden sind und das Trinkwasser belasten.“
Pflichten von Hauseigentümern und Vermietern
Als Eigentümer oder Vermieter tragen Sie die Verantwortung für die gesamte Trinkwasserinstallation bis zur Wasserzähleranlage. Wird Blei in den Leitungen festgestellt, besteht eine klare und unmissverständliche Pflicht zum vollständigen Austausch der betroffenen Leitungen. Eine bloße Stilllegung ist nur in sehr seltenen Ausnahmefällen zulässig.
Die Verbraucherzentralen empfehlen eine Reihe von Schritten. Dazu gehört die Beauftragung eines Fachbetriebs für die Prüfung und den Austausch. Zudem sollte eine Trinkwasseranalyse durch ein anerkanntes Labor durchgeführt werden. Alle durchgeführten Maßnahmen müssen vollständig dokumentiert werden, um rechtlich abgesichert zu sein.
Förderprogramme nutzen
Je nach Umfang der erforderlichen Maßnahmen können Eigentümer unter Umständen Förderprogramme in Anspruch nehmen. Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) bietet beispielsweise verschiedene Förderungen für Sanierungen an. Es lohnt sich, diesbezüglich Informationen einzuholen.
Rechte von Mietern bei Bleileitungen
Als Mieter sind Sie nicht für die Kosten des Austauschs von Bleileitungen verantwortlich. Sie haben das Recht, von Ihrem Vermieter eine Überprüfung der Wasserinstallation zu verlangen. Sollte der Vermieter untätig bleiben, können Sie das zuständige Gesundheitsamt einschalten.
Bei einer nachgewiesenen Gesundheitsgefährdung durch Bleileitungen können Mieter zudem prüfen, ob eine Mietminderung in Betracht kommt. Es ist wichtig, diese Schritte schriftlich und fristgerecht zu kommunizieren, um Ihre Rechte durchzusetzen.
So gehen Mieter bei Verdacht auf Bleileitungen vor
- Informieren Sie Ihren Vermieter schriftlich über den Verdacht auf Bleileitungen.
- Setzen Sie eine angemessene Frist für eine Reaktion und die Einleitung von Maßnahmen.
- Sollte keine Reaktion erfolgen oder keine Maßnahmen eingeleitet werden, kontaktieren Sie das zuständige Gesundheitsamt.
- Viele Gesundheitsämter bieten kostenlose oder kostengünstige Untersuchungen an.
- Lassen Sie eine Wasserprobe entnehmen, idealerweise nach einer Standzeit von mindestens vier Stunden.
Wichtiger Tipp: Nur Untersuchungen durch zertifizierte Labore sind rechtlich belastbar und können als Nachweis dienen.
Bleirohre austauschen: Eine Schritt-für-Schritt-Übersicht
Der Austausch von Bleileitungen ist ein wichtiger Schritt zum Schutz Ihrer Gesundheit. Beginnen Sie mit einer ersten Prüfung, entweder mit Teststreifen oder direkt durch einen Fachbetrieb. Als Übergangslösung sollten Sie Wasser, das länger in den Leitungen gestanden hat, ablaufen lassen, bevor Sie es verwenden.
Planen Sie den Austausch sorgfältig. Moderne Kunststoff- oder Kupferrohre sind sichere Alternativen. Nach dem Austausch ist es entscheidend, alle Unterlagen wie Rechnungen und Prüfberichte sicher aufzubewahren. Diese dienen als Nachweis über die durchgeführten Maßnahmen und die Einhaltung der Vorschriften.
Drohen Bußgelder bei Verstößen?
Ja, bei Verstößen gegen das Bleiverbot und einer nachgewiesenen Gefährdung der Gesundheit drohen empfindliche Bußgelder. Diese können bis zu 50.000 Euro betragen. Die Einhaltung der neuen Trinkwasserverordnung ist daher nicht nur eine Frage des Gesundheitsschutzes, sondern auch eine rechtliche Notwendigkeit.
Es liegt in der Verantwortung jedes Eigentümers, sicherzustellen, dass die Trinkwasserinstallation den aktuellen Standards entspricht. Ignorieren Sie die Vorschriften nicht, um sowohl Ihre Mieter als auch sich selbst vor rechtlichen Konsequenzen zu schützen.





