Volkswagen steht vor einem umfassenden Transformationsprogramm. Der Konzern plant, in Deutschland Zehntausende Stellen abzubauen und prüft die Zukunft von vier wichtigen Werken. Diese Maßnahmen sollen die Wettbewerbsfähigkeit stärken, sind aber mit erheblichen Kosten verbunden, die sich auf bis zu 16 Milliarden Euro belaufen könnten.
Wichtige Erkenntnisse
- Volkswagen kalkuliert mit bis zu 16 Milliarden Euro für Umstrukturierungen.
- Geplanter Stellenabbau von bis zu 50.000 Arbeitsplätzen, davon die Hälfte in Deutschland.
- Vier Werke in Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm stehen vor ungewisser Zukunft.
- Ziel ist eine operative Rendite von neun Prozent bis 2030.
Massiver Stellenabbau bis 2030 geplant
Volkswagen bereitet sich auf einen tiefgreifenden Umbau vor. Nach internen Dokumenten und einem Aufsichtsratsbeschluss rechnet der Konzern mit Ausgaben von bis zu 10 Milliarden Euro allein für den geplanten Stellenabbau bis zum Jahr 2030. Diese Summe ist für Maßnahmen wie Altersteilzeit, Abfindungen und Sozialpläne vorgesehen.
Im Dezember 2024 einigten sich Management und Betriebsrat bereits auf einen sozialverträglichen Abbau von mehr als 35.000 Stellen in Deutschland bis 2030. Dieser erste Schritt sieht keine unmittelbaren Werksschließungen vor. Der neue Plan geht aber noch weiter.
Faktencheck: Kosten für Stellenabbau
- Bis 10 Milliarden Euro: Für Altersteilzeit, Abfindungen und Sozialpläne.
- Mehr als 35.000 Stellen: Sozialverträglicher Abbau in Deutschland bis 2030 bereits vereinbart.
- Zusätzliche 50.000 Stellen: Geplanter weiterer Abbau weltweit, davon die Hälfte in Deutschland.
Zukunft der Werke ungewiss
Neben dem Stellenabbau stehen auch mehrere Produktionsstandorte auf dem Prüfstand. Volkswagen veranschlagt für eine mögliche Einstellung der Autoproduktion in Emden und Zwickau im Jahr 2031 Kosten von rund zwei Milliarden Euro. Auch das Nutzfahrzeugwerk in Hannover und der Audi-Standort Neckarsulm sind betroffen, denen ein Ende im Jahr 2032 beziehungsweise 2034 drohen könnte.
Für jeden dieser beiden Standorte kalkuliert Volkswagen ebenfalls mit etwa zwei Milliarden Euro. Ein Konzernsprecher lehnte eine Stellungnahme zu diesen spezifischen Zahlen ab. Die gesparten Gehälter könnten diese anfänglichen Kosten jedoch bereits Anfang 2037 ausgleichen.
„Es handelt sich um das tiefgreifendste Transformationsprogramm in der Geschichte von Volkswagen.“
Der Vergleich mit Audi Brüssel
Arbeitnehmervertreter hatten zuvor höhere Kosten für Werksschließungen prognostiziert. Als Vergleich dient oft die geschlossene Audi-Fabrik in Brüssel. Die Schließung dieses Werks mit rund 3.000 Beschäftigten kostete Audi etwa 1,6 Milliarden Euro. Die nun bedrohten VW-Standorte beschäftigen jedoch deutlich mehr Mitarbeiter, was die höheren Kalkulationen erklärt.
Hintergrund: Historischer Umbau
Der Aufsichtsrat hat dem Zukunftsplan 2030 des Vorstands offiziell zugestimmt. Dieser Plan soll den Konzern widerstandsfähiger und wettbewerbsfähiger machen. Das Finanzziel ist eine deutliche Steigerung der operativen Rendite. Bis 2030 sollen von 100 Euro Umsatz neun Euro operativer Gewinn übrig bleiben. Im ersten Halbjahr lag dieser Wert noch bei 3,80 Euro.
Effizienzsteigerung als Kernziel
Um die angestrebte Rendite von neun Prozent zu erreichen, muss der Konzern deutlich effizienter werden und die Kosten erheblich senken. Der Vorstand plant daher, in den nächsten Jahren zusätzlich zu den bereits bestehenden Plänen weitere 50.000 Stellen weltweit zu streichen. Die Hälfte davon könnte auf Deutschland entfallen.
Konkrete Abbauprogramme müssen jedoch noch mit den Arbeitnehmervertretern ausgehandelt werden. Der Aufsichtsrat hat zur Kenntnis genommen, dass der Vorstand derzeit keine wettbewerbsfähige Folgebelegung für die genannten Werke sieht. Beschlossen wurden Schließungen aber noch nicht.
Konzepte für die Zukunft
Bis Mitte 2027 soll ein Konzept für eine wettbewerbsfähige europäische Produktionsstruktur vorliegen. Für die vier potenziell bedrohten Standorte werden parallel alternative Verwendungsmöglichkeiten geprüft. Dies zeigt, dass Volkswagen verschiedene Optionen in Betracht zieht, um die Standorte langfristig zu sichern oder neu auszurichten.
- Emden: Mögliches Ende der Autoproduktion 2031.
- Zwickau: Mögliches Ende der Autoproduktion 2031.
- Hannover: Ende der Produktion droht 2032.
- Neckarsulm (Audi): Ende der Produktion droht 2034.
Diese Maßnahmen sind Teil eines umfassenden Restrukturierungsprozesses, der Volkswagen für die Herausforderungen der Zukunft, insbesondere im Bereich Elektromobilität und Digitalisierung, rüsten soll. Die Kosten sind hoch, aber der Konzern verspricht sich langfristige Vorteile durch höhere Effizienz und Rentabilität.





