Volkswagen vollzieht eine strategische Neuausrichtung seiner Elektromodellpalette. Der bisherige ID.4 wird zukünftig unter dem Namen ID. Tiguan auf den Markt kommen. Diese Umbenennung ist Teil einer breiteren Strategie, etablierte Modellnamen auch für die Elektrofahrzeuge zu nutzen und damit eine stärkere emotionale Bindung bei den Kunden zu schaffen.
Wichtige Erkenntnisse
- Der VW ID.4 wird in ID. Tiguan umbenannt und erhält ein "Reskin".
- Die Produktion des ID. Tiguan in Emden ist bis Ende 2031 geplant.
- VW kehrt zu bekannten Modellnamen zurück, um E-Autos emotional aufzuladen.
- Das Design der ID-Modelle soll sich den Verbrenner-Baureihen annähern.
- Der Innenraum erhält wieder mehr physische Tasten und einen Lautstärkeregler.
- Der ID. Tiguan wird auf dem überarbeiteten MEB+-Baukasten basieren.
Neuer Name, bekannte Strategie
Volkswagen verabschiedet sich schrittweise von den reinen Ordnungsnummern seiner ID.-Modelle. Nach dem ID.2, der künftig ID. Polo heißen wird, ist nun die Umbenennung des ID.4 in ID. Tiguan bestätigt. Diese Entscheidung signalisiert einen klaren Kurswechsel in der Markenstrategie des Wolfsburger Autobauers.
Die Umbenennung wurde von der IG Metall Emden im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung bekannt gegeben. Demnach soll die Fertigung des ID. Tiguan im Werk Emden bis zum Ende des Jahres 2031 fortgesetzt werden.
Faktencheck
- Der VW Tiguan wurde erstmals im Jahr 2007 eingeführt.
- Der VW Polo ist bereits seit 1975 auf dem Markt.
- Die Produktion des ID. Tiguan in Emden soll bis 2031 laufen.
Warum die Rückkehr zu bekannten Namen?
Die Konzernführung unter Oliver Blume scheint die unter seinem Vorgänger Herbert Diess eingeführten Ordnungszahlen der ID-Serie aufgeben zu wollen. Es wird angenommen, dass dies dazu dient, die Elektromodelle stärker emotional aufzuladen und eine engere Verbindung zu den etablierten und erfolgreichen Baureihen herzustellen.
Volkswagen möchte die Trennung zwischen Verbrenner- und E-Modellserien aufheben, da der Konzern den Fokus zunehmend auf Elektromobilität legt. Eine einheitliche Namensgebung kann hier zur Markenidentität beitragen.
Design und Interieur: Annäherung an die Verbrenner
Neben der Namensänderung sind auch optische Anpassungen für die ID-Familie geplant. Das Design soll weniger eigenständig wirken und sich stärker an der Optik der Verbrenner-Baureihen orientieren. Der bereits vorgestellte ID. Polo zeigt diese Entwicklung, indem er gesetzter und weniger futuristisch wirkt als die ursprünglichen ID.-Modelle.
Diese Designphilosophie wird auch den zukünftigen ID. Tiguan prägen. Von Carscoops veröffentlichte Bilder deuten darauf hin, dass das neue Modell sowohl Anleihen vom bestehenden ID.4 als auch vom klassischen Tiguan aufweisen wird, um eine Brücke zwischen den Welten zu schlagen.
„Die Annäherung an bekannte Designelemente soll den Übergang zur Elektromobilität für unsere Kunden noch einfacher und vertrauter gestalten.“
Mehr haptisches Feedback im Innenraum
Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft den Innenraum. Wie schon beim ID. Polo sollen auch im ID. Tiguan physische Tasten und Schalter eine größere Rolle spielen. Dazu gehört auch ein echter Lautstärkeregler. Damit reagiert VW auf die häufig geäußerte Kritik an den berührungsempfindlichen Bedienelementen im aktuellen ID.4.
Diese Änderung zielt darauf ab, die Ergonomie und Benutzerfreundlichkeit im Fahrzeug deutlich zu verbessern und den Fahrern ein intuitiveres Bedienerlebnis zu bieten.
Hintergrund der MEB+-Plattform
Der überarbeitete modulare Elektrobaukasten MEB+ stellt eine Weiterentwicklung der ursprünglichen MEB-Plattform dar. Er soll verbesserte Reichweiten, kürzere Ladezeiten und eine höhere Effizienz ermöglichen. Viele zukünftige E-Modelle von VW werden auf dieser Plattform basieren.
Technologische Neuerungen und zukünftige Modelle
Der neue ID. Tiguan wird auf dem überarbeiteten modularen Elektrobaukasten MEB+ basieren. Diese Plattform soll nicht nur eine modernere Technologiebasis bieten, sondern auch einen neuen Einstiegsmotor ermöglichen. Es wird erwartet, dass die Basisvariante die kostengünstigere LFP-Zellchemie (Lithium-Eisenphosphat) nutzen wird.
Diese LFP-Zellen werden von VW im PowerCo-Werk in Salzgitter gefertigt. Der Einsatz dieser Technologie könnte dazu beitragen, die Produktionskosten zu senken und die Elektromodelle für eine breitere Käuferschicht attraktiver zu machen.
Weitere Umbenennungen in Planung
Die Umbenennung des ID.4 zum ID. Tiguan ist wahrscheinlich nur der Anfang. Es wird spekuliert, dass auch andere bestehende ID.-Modelle wie der ID.3 und ID.7 mittelfristig neue Namen erhalten könnten, etwa ID. Golf und ID. Passat.
Bereits im Jahr 2023 äußerte Thomas Schäfer, Markenchef für VW, dass der Nachfolger des Golf 8, der gegen Ende der 2020er Jahre erwartet wird, rein batterieelektrisch fahren soll. Dies würde die ID.- und die klassischen Modellreihen letztendlich zusammenführen.
Potenzielle zukünftige Namen
- ID.3 könnte zu ID. Golf werden.
- ID.7 könnte zu ID. Passat werden.
- Der ID.Every1 könnte als ID. Up oder ID. Lupo erscheinen.
Auch das tendenziell günstigste und kleinste Modell der ID-Serie, der VW ID.Every1, könnte eine Umbenennung erfahren. Namen wie ID. Up oder ID. Lupo liegen nahe, wobei der ID. Up aufgrund der Popularität des Up! bis zu seiner Einstellung im Jahr 2023 als Favorit gilt. Volkswagen setzt darauf, durch diese Namensstrategie eine stärkere emotionale Bindung und Wiedererkennung bei den Kunden zu erreichen.





