Volkswagen erweitert sein Angebot an Hybridfahrzeugen. Ab sofort können Kunden den VW Golf und den VW T-Roc mit einem neuen 125-kW-Vollhybridantrieb bestellen. Diese neuen Modelle positionieren sich zwischen den bestehenden Mildhybriden und Plug-in-Hybriden der Marke. Der Vorverkauf hat begonnen, die Auslieferung ist für das vierte Quartal 2026 geplant.
Wichtige Punkte
- VW Golf und T-Roc jetzt mit 125-kW-Vollhybrid bestellbar.
- Keine Plug-in-Ladeoption, Fokus auf Rekuperation und Verbrennungsmotor.
- Technisch eigenständiges System mit zwei Elektromaschinen.
- Verbrauchsvorteile von bis zu 35 Prozent im Stadtverkehr gegenüber Mildhybriden.
- Einstiegspreise ab 41.400 Euro für den Golf R-Line, 44.470 Euro für den T-Roc Style.
Neuer Hybridantrieb schließt Lücke im Portfolio
Volkswagen füllt eine Lücke in seinem Hybrid-Angebot. Der neue Vollhybridantrieb mit einer Leistung von 125 kW (170 PS) ist für den Golf und den T-Roc verfügbar. Er ergänzt die Palette zwischen den 48-Volt-Mildhybriden (eTSI) und den leistungsstärkeren Plug-in-Hybriden (eHybrid, GTE).
Im Gegensatz zu Plug-in-Hybriden ist für den Vollhybrid keine externe Ladeoption vorgesehen. Die benötigte elektrische Energie wird ausschließlich über Rekuperation und den Verbrennungsmotor erzeugt. Dies ermöglicht laut VW häufiges elektrisches Fahren, besonders im Stadtverkehr.
„Mit dem neuen Vollhybridantrieb bieten wir unseren Kunden eine attraktive Option, die die Vorteile des elektrischen Fahrens ohne die Notwendigkeit einer externen Ladestation zugänglich macht“, so ein Sprecher von Volkswagen.
Preise und Verfügbarkeit
Der Einstiegspreis für den VW Golf Hybrid in der Ausstattungslinie R-Line liegt bei 41.400 Euro. Für den VW T-Roc Hybrid in der Style-Ausführung beginnen die Preise bei 44.470 Euro. Die Auslieferung der ersten Modelle ist für das vierte Quartal 2026 geplant.
Schnelle Fakten
- Systemleistung: 125 kW (170 PS)
- Batteriekapazität: 1,6 kWh (Lithium-Ionen)
- Golf Hybrid 0-100 km/h: 7,5 Sekunden
- Systemdrehmoment: 309 Nm
Innovative Technik unter der Haube
Technisch unterscheidet sich das neue Vollhybridsystem grundlegend von bisherigen VW-Hybriden. Statt eines bekannten 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebes (DSG) kommt ein kompaktes Hybridmodul zum Einsatz. Dieses Modul integriert zwei Elektromaschinen, ein Getriebe mit fester Übersetzung, eine elektronisch geregelte Lamellenkupplung, die Leistungselektronik und das Differenzial in einer Einheit.
Eine der Elektromaschinen fungiert als Generator mit bis zu 110 kW Leistung, während die andere die Vorderräder mit bis zu 125 kW antreibt. Die flüssigkeitsgekühlte Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 1,6 Kilowattstunden ist platzsparend im Fahrzeugboden untergebracht. Der 1,5-Liter-Ottomotor wurde speziell für den Hybridbetrieb optimiert und nutzt das effiziente Miller-Brennverfahren.
Effizienz durch intelligente Betriebsmodi
Das System wechselt automatisch zwischen drei Betriebsmodi, um maximale Effizienz zu gewährleisten:
- Rein elektrisch: Bei niedrigen Geschwindigkeiten fährt das Fahrzeug ausschließlich elektrisch.
- Seriell: Der Verbrennungsmotor dient als Generator, um Strom für die Elektromaschinen zu erzeugen.
- Parallel: Ab etwa 60 km/h treibt der Verbrennungsmotor die Räder direkt an, während die E-Maschine unterstützend als Booster wirkt.
Hintergrund zum Miller-Brennverfahren
Das Miller-Brennverfahren ist eine spezielle Motorentechnik, die den Ansaugtakt verkürzt. Dies führt zu einer geringeren Verdichtung und damit zu einem effizienteren Verbrennungsprozess, besonders bei Teillast. Es hilft, den thermischen Wirkungsgrad des Motors zu verbessern und Kraftstoff zu sparen.
Verbrauchswerte und Fahrleistungen
Die neuen Vollhybridmodelle zeigen vielversprechende Verbrauchswerte. Der VW Golf Hybrid erreicht laut WLTP-Daten einen kombinierten Verbrauch von 4,6 bis 5,1 Litern pro 100 Kilometer. Die CO₂-Emissionen liegen zwischen 104 und 117 g/km.
Für den T-Roc Hybrid werden kombinierte WLTP-Werte von 5,0 bis 5,6 Litern pro 100 Kilometer angegeben, mit CO₂-Emissionen von 115 bis 127 g/km.
Im Vergleich zu einem ähnlich ausgestatteten Golf 1.5 eTSI mit 110 kW Leistung sollen die Verbrauchs- und CO₂-Werte des Vollhybrids um 10 bis 15 Prozent sinken. Im Stadtverkehr sind sogar Einsparungen von bis zu 35 Prozent möglich. Der Golf Hybrid beschleunigt in 7,5 Sekunden von null auf 100 km/h.
Drei Fahrprofile für individuelle Anpassung
Fahrer können zwischen drei Fahrprofilen wählen, um das Fahrerlebnis anzupassen:
- Eco: Begrenzt die Leistung auf 70 Prozent und deaktiviert den Boost-Modus, um den Verbrauch zu minimieren.
- Comfort: Gibt die volle Leistung frei und bietet ein ausgewogenes Fahrgefühl.
- Sport: Wechselt früher in den seriellen Betriebsmodus, um maximale Leistung abzurufen.
Marktumfeld und Zukunftspläne
Mit den neuen Vollhybridmodellen tritt Volkswagen in ein Segment ein, das traditionell von Herstellern wie Toyota dominiert wird. VW setzt dabei auf eine höhere elektrische Spitzenleistung und eine komplexere mechanische Leistungsverzweigung. Eine weitere Leistungsstufe des Vollhybridsystems wurde bereits angekündigt und soll das Portfolio „in Kürze“ ergänzen.
Auch für den neuen T-Roc, der auf der MQB-evo-Plattform basiert, sind zwei Vollhybrid-Varianten geplant. Ob dieser Antrieb mittelfristig auch in andere Konzernmodelle von Marken wie Skoda oder Cupra Einzug hält, ist noch nicht final bestätigt. Die Baukastenstrategie des Konzerns macht dies jedoch wahrscheinlich.
Wichtiger Hinweis zur Besteuerung
In Deutschland werden Vollhybride steuerlich weiterhin wie reine Verbrennungsmotoren behandelt. Die Förderungen und Vergünstigungen, die für reine Elektroautos und teilweise für Plug-in-Hybride gelten, finden bei Vollhybriden keine Anwendung. Volkswagen bewirbt seine neuen Modelle unter dem Motto „Electrification made easy“, um den Vorteil des elektrifizierten Fahrens ohne Ladeinfrastruktur hervorzuheben.
Die Einführung dieser neuen Hybridmodelle unterstreicht Volkswagens Strategie, eine breite Palette an Antriebstechnologien anzubieten, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kunden gerecht zu werden und den Übergang zur Elektromobilität flexibel zu gestalten.





