Vespa, die ikonische italienische Rollermarke, hat ihre beliebten Small-Body-Modelle Primavera und Sprint S für das Modelljahr 2026 umfassend überarbeitet. Die Neuerungen konzentrieren sich auf verbesserte Sicherheit, mehr Komfort und moderne Konnektivität, während das zeitlose Design weitgehend erhalten bleibt. Fans dürfen sich auf technische Fortschritte freuen, die den Kultstatus der Roller weiter festigen.
Wichtigste Neuerungen
- Hintere Scheibenbremse: Deutliches Sicherheitsplus durch verbessertes Bremsverhalten.
- Schlüsselloses Startsystem: Mehr Komfort für Modelle über 50 cm³.
- Neue 12-Zoll-Felgen: Dezente optische Anpassungen und möglicherweise verbesserte Fahreigenschaften.
- Vespa-MIA Multimedia-Plattform: Smartphone-Integration für Navigation und weitere Funktionen.
- Rückkehr des Gepäckhakens: Praktische Verbesserung für den Alltag.
Kultstatus und Verkaufszahlen in Deutschland
Die Vespa ist seit ihrer Einführung im Jahr 1946 mehr als nur ein Motorroller. Sie ist ein Symbol für italienischen Stil, Freiheit und urbanen Lebensstil. Ihr Design ist so prägend, dass es von einem italienischen Gericht als industrielles Design-Kunstwerk eingestuft wurde. Dieser Schutz gilt bis zu 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers Corradino D’Ascanio.
Dieser besondere Status trägt maßgeblich zu den anhaltend hohen Verkaufszahlen bei. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Marke in Deutschland 12.005 Neuzulassungen. Um diesen Erfolg auch in Zukunft zu sichern, investiert Vespa kontinuierlich in die Weiterentwicklung ihrer Modelle, ohne dabei die traditionellen Werte zu vernachlässigen.
Wussten Sie schon?
Die Bezeichnung „Vespa“ bedeutet im Italienischen „Wespe“, eine Anspielung auf die Form und das summende Geräusch des Motors der ersten Modelle.
Design bleibt dem Original treu
Das äußere Erscheinungsbild der Vespa ist heilig. Jede größere Änderung würde von den Fans als Sakrileg betrachtet werden. Daher sind die optischen Retuschen an Primavera und Sprint S für 2026 bewusst dezent gehalten. Ziel ist es, das klassische Design zu bewahren und gleichzeitig moderne Akzente zu setzen.
Feine Details für Kenner
Experten werden sofort die neuen 12-Zoll-Felgen erkennen. Bei der Primavera zeigen die fünf Doppelspeichen nun eine leicht schräge Ausrichtung, während sie an der Sprint S filigraner wirken. Eine weitere Neuerung an der Sprint S sind fünf Schlitze auf der linken Seite der Verkleidung unterhalb des Sitzes. Diese dienen weniger der Kühlung, sondern setzen einen optischen Akzent.
Das Wappen auf dem Kotflügel der Primavera wurde ebenfalls verfeinert. Auch die sogenannte „Krawatte“, der Mittelsteg vorne am Beinschild, ist nun schmaler gestaltet. Vespa erhofft sich dadurch ein schlankeres Erscheinungsbild, das die Linienführung des Rollers noch eleganter wirken lässt.
Sicherheit und Komfort im Fokus
Die wichtigsten Neuerungen finden sich unter der Oberfläche und verbessern maßgeblich die Fahrsicherheit und den Bedienkomfort.
Endlich Scheibenbremse hinten
Ein echtes Sicherheitsplus ist die Einführung einer hinteren Scheibenbremse. Sowohl Primavera als auch Sprint S verzichten nun endlich auf die bisherige Trommelbremse am Hinterrad. Der neue Doppelkolben-Bremssattel mit einer 220-mm-Stahlbremsscheibe verspricht zusammen mit der vorderen Scheibenbremse ein deutlich verbessertes Ansprechverhalten. Das kombinierte ABS soll zudem kürzere Bremswege ermöglichen, was die Sicherheit im Stadtverkehr spürbar erhöht.
Kombiniertes ABS
Ein kombiniertes Antiblockiersystem (ABS) verteilt die Bremskraft intelligent auf Vorder- und Hinterrad, um ein Blockieren der Räder bei starkem Bremsen zu verhindern. Dies verbessert die Fahrstabilität und Kontrolle, besonders auf rutschigem Untergrund.
Schlüsselloses Starten und praktische Details
Alle Versionen der Primavera und Sprint S über 50 cm³ Hubraum sind zukünftig serienmäßig mit einem schlüssellosen Startsystem ausgestattet. Ein Funkschlüssel ermöglicht das Starten des Motors über einen Dreh- und Drückschalter. Dieser Schlüssel entriegelt auch die Sitzbank und gibt den Zugang zum Helmfach frei. Für den Fall, dass der eigene Roller in einem Meer von Vespas geparkt ist, hilft ein Fernerkennungssystem, das alle Blinker aufleuchten lässt.
Eine weitere praktische Verbesserung ist die Rückkehr des Hakens unter dem Lenker. Dieser ermöglicht das einfache Aufhängen von Einkaufstaschen oder Handtaschen. Der Bezug des breiten Sitzes besteht aus einem neuen, hochwertig anmutenden Material, das den Komfort weiter steigert.
Moderne Konnektivität für urbane Fahrer
Die Digitalisierung macht auch vor der Vespa nicht Halt. Ein neues Dashboard debütiert an der Lenkerarmatur. Es kombiniert die klassische Linienführung mit einem modernen LC-Display.
Vespa-MIA: Das Smartphone wird zum Navigator
Über die Multimedia-Plattform Vespa-MIA lässt sich das Smartphone mit der Vespa verbinden. Dies ermöglicht die Anzeige verschiedener Funktionen, darunter eine praktische Pfeilnavigation. Bei der Primavera Tech ist Vespa-MIA inklusive eines Fünf-Zoll-TFT-Displays serienmäßig an Bord. Für alle anderen Modelle ist MIA gegen Aufpreis erhältlich.
- Primavera Tech: Serienmäßig mit 5-Zoll-TFT-Display und Vespa-MIA.
- Alle anderen Modelle: LC-Display, Vespa-MIA optional.
Modellvarianten und Farbpaletten
Die Vespa Primavera und Sprint S sind in verschiedenen Motorisierungen und Ausstattungsvarianten erhältlich, die unterschiedliche Bedürfnisse abdecken.
Antriebsoptionen
Die Vespa Primavera ist als 50 cm³-Version mit 2,3 kW und als 125er mit 8,1 kW erhältlich. Zudem gibt es die elektrische Version Elettrica 45 mit 2,7 kW Dauerleistung und einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h. Die Elettrica 70 bietet eine Dauerleistung von 3,6 kW und erreicht Tempo 70.
Die Vespa Sprint S unterscheidet sich optisch auf den ersten Blick durch ihren eckigen Scheinwerfer, während die Primavera den klassischen Rundscheinwerfer trägt. Beide Varianten sind mit LED-Beleuchtung ausgestattet. Auch die Sprint S ist mit 50 und 125 cm³ sowie als Elettrica 45 verfügbar.
Neue Farben für 2026
Die Farbpalette wird erweitert. Die Primavera ist neben den bekannten Farben Weiß, Rot und Blau nun auch in Beige bestellbar. Die Primavera S bietet zusätzlich Créme-Weiß an. Für die Sprint S sind Weiß, Rot, Blau und seit Neuestem auch Schwarz und Grün vorgesehen.
Preise und Verfügbarkeit
Die Preise für die 2026er-Generation wurden leicht angehoben, um den technischen Neuerungen und Verbesserungen Rechnung zu tragen.
- Primavera 50: Ab 4250 Euro
- Primavera 125: Ab 5350 Euro
- Sprint S 50: Ab 4450 Euro
- Sprint S 125: Ab 5550 Euro
Die Preise für die elektrischen Versionen hat Vespa zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht bekannt gegeben. Die neuen Modelle sollen voraussichtlich im Laufe des Jahres 2025 bei den Händlern verfügbar sein.





