Der Automobilkonzern Stellantis, Muttergesellschaft von Marken wie Opel, Fiat und Peugeot, hat im vergangenen Jahr einen erheblichen Verlust von 22,3 Milliarden Euro verzeichnet. Dieser massive Rückgang ist hauptsächlich auf hohe Abschreibungen im Zusammenhang mit der Neuausrichtung seiner Elektroautostrategie zurückzuführen, insbesondere in den USA. Die politischen Änderungen unter der damaligen US-Regierung von Donald Trump und die daraus resultierende schwächere Nachfrage nach Elektrofahrzeugen haben den Konzern stark getroffen.
Wichtigste Punkte
- Stellantis verzeichnete einen Nettoverlust von 22,3 Milliarden Euro.
- Hauptursache sind Abschreibungen von 25,4 Milliarden Euro auf die Elektroauto-Strategie.
- Politische Änderungen in den USA und nachlassende Nachfrage beeinflussten das Ergebnis.
- Der neue Konzernchef Antonio Filosa plant eine Neuausrichtung des Produktportfolios.
- Erste positive freie Mittel im Fahrzeuggeschäft werden erst 2027 erwartet.
Massive Abschreibungen belasten Konzernergebnis
Die Hauptursache für den Milliardenverlust von Stellantis liegt in den massiven Wertminderungen. Insgesamt beliefen sich diese Abschreibungen im Geschäftsjahr auf 25,4 Milliarden Euro. Ein Großteil davon entfiel auf die Elektroautostrategie des Konzerns, die angesichts der geänderten Marktbedingungen und politischen Rahmenbedingungen in den USA angepasst werden musste.
Die damalige US-Regierung hatte Subventionen für Elektroautos gekürzt und Abgasregelungen modifiziert. Dies führte zu einer unerwarteten Abschwächung der Nachfrage nach reinen Elektrofahrzeugen im wichtigen nordamerikanischen Markt. Stellantis, mit seiner starken Präsenz im SUV- und Pickup-Segment, war besonders betroffen.
Faktencheck
- Nettoverlust: 22,3 Milliarden Euro
- Abschreibungen gesamt: 25,4 Milliarden Euro
- Betroffene Märkte: Hauptsächlich Nordamerika und Europa
- Marken im Konzern: Fiat, Peugeot, Chrysler, Alfa Romeo, Jeep, Opel und weitere
Druck im Tagesgeschäft und Neuausrichtung
Auch ohne die Sonderkosten geriet Stellantis im Tagesgeschäft unter erheblichen Druck. Der Konzern verzeichnete in Nordamerika, wo er traditionell einen Großteil seiner Gewinne mit Pickups und SUVs erzielte, rote Zahlen. Auch in Europa war der Preisdruck spürbar, was die Profitabilität weiter beeinträchtigte.
Der neue Konzernchef Antonio Filosa, der eigentlich angetreten war, um das Unternehmen nach internen Problemen in den USA wieder auf Kurs zu bringen, musste nun mit einer umfassenden Sanierung beginnen. Diese wird den Konzern über einen längeren Zeitraum mit Milliardenzahlungen belasten.
„Die Anpassung unserer Strategie ist notwendig, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben und auf die sich ändernden Marktbedingungen zu reagieren. Es ist ein schmerzhafter, aber unumgänglicher Schritt.“
Der Kurswechsel: Weniger E-Autos, mehr Hybrid
Als Reaktion auf die Verluste und die veränderten Marktbedingungen plant Stellantis eine umfassende Umstrukturierung. Der Konzern wird bestimmte Elektromodelle streichen und stattdessen ein breiteres Angebot an Verbrennungsmotoren und Mischantrieben (Hybride) einführen.
Diese Strategieanpassung beinhaltet auch eine Neugestaltung der Produktion und der Lieferketten. Das Ziel ist es, die Flexibilität zu erhöhen und besser auf die volatile Nachfrage in verschiedenen Märkten reagieren zu können. Experten schätzen, dass es einige Zeit dauern wird, bis sich diese Maßnahmen positiv auf die Bilanz auswirken.
Hintergrund: US-Politik und E-Mobilität
Die damalige Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte eine Kehrtwende in der Klimapolitik vollzogen, indem sie Subventionen für Elektroautos reduzierte und Abgasvorschriften lockerte. Dies stand im Gegensatz zu den globalen Trends und führte zu Unsicherheiten bei den Konsumenten und Herstellern. Auch andere große US-Autohersteller wie General Motors und Ford mussten Milliarden auf ihre E-Mobilitätsstrategien abschreiben.
Finanzielle Erholung erst in einigen Jahren
Stellantis rechnet erst im Jahr 2027 wieder mit einem positiven Zufluss an freien Mitteln im Fahrzeuggeschäft, dem sogenannten Free Cashflow. Dies unterstreicht die Schwere der aktuellen Lage und die langfristige Natur der notwendigen Umstrukturierungen. Der Weg zur finanziellen Stabilität wird für Stellantis eine große Herausforderung darstellen.
Die strategische Neuausrichtung soll sicherstellen, dass Stellantis in einem sich schnell wandelnden Automobilmarkt bestehen kann. Es geht darum, ein Produktportfolio anzubieten, das die Kundenbedürfnisse besser widerspiegelt und gleichzeitig die Rentabilität wiederherstellt.
- Anpassung des Produktportfolios
- Fokus auf Hybrid- und Verbrennertechnologien
- Optimierung von Produktion und Lieferketten
- Erwarteter Free Cashflow erst ab 2027
Fazit und Ausblick
Der Milliardenverlust von Stellantis ist ein deutliches Zeichen dafür, wie stark politische Entscheidungen und die Marktdynamik die Automobilindustrie beeinflussen können. Der Konzern ist nun gezwungen, seine ambitionierten Pläne für die Elektromobilität zu überdenken und einen pragmatischeren Ansatz zu wählen.
Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, um zu sehen, ob die neue Strategie unter Antonio Filosa das Unternehmen wieder auf Erfolgskurs bringen kann. Die gesamte Branche blickt gespannt auf die Entwicklung, da Stellantis ein wichtiger Akteur auf dem globalen Automobilmarkt ist.





