Die Automobilkonzerne Stellantis und Dongfeng Motors vertiefen ihre seit Jahrzehnten bestehende Partnerschaft. Im Fokus steht nun die gemeinsame Produktion von Dongfeng-Elektrofahrzeugen in Europa. Diese strategische Allianz könnte die Verfügbarkeit von Elektroautos auf dem europäischen Markt erheblich beeinflussen und die Wettbewerbslandschaft neu gestalten.
Wichtige Erkenntnisse
- Stellantis und Dongfeng planen ein Joint Venture für Produktion und Vertrieb von Dongfeng-Elektroautos in Europa.
- Die Fertigung soll im nordfranzösischen Stellantis-Werk Rennes-La Janais erfolgen.
- Zunächst wird das Vertriebsnetz von Stellantis für die Premiummarke Voyah genutzt.
- Das neue Joint Venture wird zu 51 Prozent von Stellantis und zu 49 Prozent von Dongfeng gehalten.
- Die Kooperation umfasst auch den Export von Peugeot- und Jeep-Elektrofahrzeugen aus China ab 2027.
Europäische Produktion von Dongfeng-Elektroautos
Stellantis und der chinesische Hersteller Dongfeng haben angekündigt, ihre Kooperation deutlich auszubauen. Ein Kernpunkt der neuen Vereinbarung ist die Produktion von Dongfeng-Fahrzeugen mit alternativen Antrieben, sogenannten NEVs (New Energy Vehicles), in Europa. Der Standort hierfür ist das Stellantis-Werk Rennes-La Janais in Nordfrankreich.
Das Werk in Rennes-La Janais hat eine lange Geschichte. Es wurde 1961 für Citroën gegründet und später von PSA betrieben. Heute wird dort der elektrische Citroën C5 Aircross gefertigt. Die Nutzung bestehender Produktionsstätten ermöglicht eine schnelle Integration und Effizienzsteigerung.
Faktencheck
- Produktionsstandort: Stellantis-Werk Rennes-La Janais, Frankreich.
- Ursprüngliche Gründung: 1961 für Citroën.
- Aktuelle Fertigung: Citroën C5 Aircross (Elektroversion).
- Ziel: Nutzung des chinesischen NEV-Ökosystems von Dongfeng für den europäischen Markt.
Neues Joint Venture für Vertrieb und Wartung
Für die geplanten Aktivitäten gründen die Partner ein neues Joint Venture. Dieses Unternehmen wird in Europa ansässig sein. Stellantis wird mit einer Beteiligungsquote von 51 Prozent die Mehrheit halten, Dongfeng mit 49 Prozent.
Zunächst soll das bestehende Netzwerk von Stellantis in bestimmten europäischen Märkten für den Vertrieb und die Wartung der Fahrzeuge von Dongfengs Premiummarke Voyah genutzt werden. Dies erleichtert den Markteintritt für Voyah und bietet den Kunden Zugang zu einem etablierten Serviceangebot.
„Wir wollen unseren Kunden eine noch größere Auswahl an wettbewerbsfähigen Produkten und Preisen bieten, indem wir das Beste aus der globalen Präsenz von Stellantis mit dem Zugang von Dongfeng zu Chinas fortschrittlichem Ökosystem für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben verbinden.“
Ausbau der globalen Präsenz
Die Zusammenarbeit geht über die europäische Produktion hinaus. Bereits kurz zuvor hatten Stellantis und Dongfeng bekannt gegeben, dass ihr bestehendes chinesisches Joint Venture, Dongfeng Peugeot Citroën Automobile Co. (DPCA), ab 2027 Elektrofahrzeuge der Marken Peugeot und Jeep für den globalen Export produzieren wird. Diese Produktion findet im DPCA-Werk in Wuhan statt.
Hintergrund der Partnerschaft
Die Kooperation zwischen Stellantis (und seinen Vorgängern wie PSA) und Dongfeng besteht bereits seit 34 Jahren. Sie begann 1992 in Wuhan mit Citroën und wurde später unter dem Namen Dongfeng Peugeot Citroën Automobile Co. (DPCA) fortgeführt.
Dongfeng arbeitet auch mit anderen europäischen Marken zusammen. Ein bekanntes Beispiel ist der Dacia Spring, ein Elektroauto, das ebenfalls von Dongfeng produziert und von Stellantis-Konkurrent Renault vermarktet wird. Der Dacia Spring gilt derzeit als eines der günstigsten Elektroautos in Deutschland.
Strategische Vorteile für beide Seiten
Für Stellantis bedeutet die Partnerschaft einen erweiterten Zugang zum chinesischen NEV-Ökosystem. Dies ermöglicht es dem Konzern, sein Angebot an Elektrofahrzeugen in Europa zu diversifizieren und wettbewerbsfähige Preise anzubieten.
Qing Yang, Präsident von Dongfeng, betonte, dass sein Konzern sich an Chinas nationalen Strategien der umfassenden Öffnung und der Stabilisierung von Auslandsinvestitionen, Unternehmen und Beschäftigung ausrichten werde. „Durch die Zusammenarbeit in den Bereichen Technologie, Markenbildung und globale Märkte wird das Joint Venture einen größeren Mehrwert erschließen, die globale Expansion von Dongfeng beschleunigen und die globale strategische Neuausrichtung von Stellantis sowie die Präsenz in China unterstützen.“
Zukunft des europäischen Elektroauto-Marktes
Die verstärkte Präsenz chinesischer Elektroauto-Marken in Europa durch solche Kooperationen wird den Wettbewerb weiter anheizen. Kunden könnten von einer größeren Auswahl und potenziell günstigeren Preisen profitieren.
Die Fertigung in Europa könnte zudem Lieferketten stabilisieren und die Abhängigkeit von reinen Importen reduzieren. Dies ist ein wichtiger Aspekt angesichts globaler geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten.
Die Integration von chinesischer Technologie und europäischer Fertigungskompetenz könnte neue Standards in der Elektromobilität setzen. Die Allianz zwischen Stellantis und Dongfeng ist ein klares Zeichen dafür, dass die Zukunft der Automobilindustrie zunehmend von globalen Partnerschaften geprägt sein wird.
- Vorteile für Kunden: Größere Auswahl, wettbewerbsfähigere Preise.
- Vorteile für Hersteller: Zugang zu neuen Märkten und Technologien, stabilere Lieferketten.
- Marktentwicklung: Zunehmender Wettbewerb durch chinesische Marken, verstärkte Lokalisierung der Produktion.
Diese Entwicklung zeigt, wie sich die globale Automobilindustrie neu formiert, um den Anforderungen der Elektromobilität gerecht zu werden und neue Marktanteile zu gewinnen.





