Ein aktueller Test von Sommerreifen in der Dimension 235/45 R 18 zeigt deutliche Unterschiede in der Sicherheit, insbesondere bei Nässe. Premium-Reifen überzeugen mit kurzen Bremswegen und stabiler Fahrweise, während Budget-Reifen erhebliche Schwächen aufweisen. Die Ergebnisse der GTÜ und des ARBÖ unterstreichen, dass am falschen Ende gespart wird, wenn die Sicherheit auf der Straße aufs Spiel gesetzt wird.
Wichtige Erkenntnisse
- Premium-Reifen bieten überragende Sicherheit bei Nässe.
- Budget-Reifen versagen oft bei Nässe, mit deutlich längeren Bremswegen.
- Der Continental Premium Contact 7 ist Testsieger, besonders bei Nässe.
- Michelin Primacy 5 überzeugt durch Langlebigkeit und Umweltfreundlichkeit.
- Geringerer Preis bedeutet oft ein höheres Sicherheitsrisiko.
Sicherheitsunterschiede auf nasser Fahrbahn
Die Techniker der GTÜ (Gesellschaft für Technische Überwachung) und des ARBÖ (Auto-, Motor- und Radfahrerbund Österreich) haben zusammen mit der Auto Zeitung zehn Sommerreifen der gängigen Dimension 235/45 R 18 getestet. Diese Reifengröße ist auf vielen Mittelklasseautos und sportlichen Kompakten weit verbreitet. Der Test umfasste Premium-Reifen von Herstellern wie Continental, Goodyear, Michelin und Pirelli, sowie Modelle aus dem mittleren Preissegment von BF Goodrich, Firestone und Maxxis. Zusätzlich wurden drei Budget-Marken – Laufenn, Tercelo und West Lake – geprüft.
Als Testfahrzeug diente ein Audi A5 TFSI. Während alle Reifen auf trockener Fahrbahn akzeptable Leistungen zeigten, offenbarten sich bei Nässe gravierende Unterschiede. Die Bremsleistung einiger günstigerer Modelle geriet in einen Bereich, der als nicht mehr sicher einzustufen ist. Dies verdeutlicht, dass die Sicherheit bei Reifen direkt mit dem Preis zusammenhängt.
Faktencheck Reifenbremsweg
Wo ein Fahrzeug mit Premium-Reifen bei 100 km/h auf nasser Straße zum Stehen kommt, fährt es mit einigen Budget-Reifen noch mit über 30 km/h weiter.
Premium-Reifen dominieren bei Nässe
Der Continental Premium Contact 7 ging als Testsieger hervor. Er überzeugte die Prüfer mit „überragenden“ Nässe-Eigenschaften und „sehr guten“ Leistungen auf trockener Fahrbahn. Sein Bremsweg aus 100 km/h auf trockener Fahrbahn betrug lediglich 32,8 Meter – der kürzeste im gesamten Testfeld. Auch bei Nässe setzte er Maßstäbe in puncto Handling, Bremsverhalten und Fahrsicherheit. Der Preis für einen Satz liegt bei etwa 745 Euro.
„Der Continental Premium Contact 7 bietet die beste Balance und Eigenstabilisierung. Das Fahrzeug reagiert lange neutral und bleibt für den Fahrer berechenbar.“
Auf dem zweiten Platz landete der Goodyear Eagle F1 Asymmetric 6. Er wird als „vielseitiger Reifen“ beschrieben, der mit „sportlichen Tugenden, hohen Sicherheitsreserven und Langlebigkeit“ überzeugt. Mit einem Preis von rund 700 Euro pro Satz bietet er eine starke Gesamtleistung. Der Pirelli Cinturato C3 sicherte sich den dritten Platz. Er überzeugte durch „ausgewogene Eigenschaften bei Nässe und Trockenheit“ und kostet etwa 720 Euro pro Satz.
Die mittlere Preisklasse: Gute Kompromisse
Im mittleren Segment sticht der Firestone Roadhawk 2 hervor. Er erreichte den vierten Platz und erhielt eine „Preis-Leistungs-Empfehlung“. Mit einem Preis von 565 Euro pro Satz bietet er eine gute Nass-Haftung und kann laut Testern mit Premium-Reifen konkurrieren. Allerdings zeigte er einen längeren Nassbremsweg, obwohl er gut vor Aquaplaning schützt.
Der BF Goodrich Advantage 2 (ca. 640 Euro) zeigte eine „solide Nass-Haftung und eine insgesamt ausbalancierte Performance“. Diese Reifen bieten eine vernünftige Alternative für Fahrer, die nicht das absolute Top-Segment wählen möchten, aber dennoch Wert auf Sicherheit legen.
Reifen-Dimension 235/45 R 18
Die Dimension 235/45 R 18 bedeutet, dass der Reifen 235 Millimeter breit ist, die Flankenhöhe 45 Prozent der Breite beträgt und er für Felgen mit 18 Zoll Durchmesser geeignet ist. Dies ist eine typische Größe für sportliche Mittelklassefahrzeuge und Kompaktwagen.
Michelin: Der Umwelt-Champion
Der teuerste Reifen im Testfeld war der Michelin Primacy 5 mit etwa 765 Euro pro Satz. Sein hoher Preis relativiert sich jedoch durch seine herausragende Langlebigkeit und den geringsten Energieverbrauch aller getesteten Reifen. Diese Eigenschaften machen ihn zur „Umweltempfehlung“ des Tests. Zudem zeichnet er sich durch geringen Abrieb und das leiseste Abrollgeräusch aus, was den Fahrkomfort erhöht und die Umweltbelastung reduziert.
- Längste Laufleistung: Michelin Primacy 5
- Niedrigster Energieverbrauch: Michelin Primacy 5
- Leisestes Abrollgeräusch: Michelin Primacy 5
Budget-Reifen: Eine riskante Sparmaßnahme
Die drei Budget-Reifen von Laufenn, Tercelo und West Lake konnten bei Trockenheit noch relativ gut mithalten. Doch bei Nässe zeigten sie gravierende Mängel. Ihre Bremswege aus 100 km/h waren viel zu lang. Während der Continental-Reifen bereits stand, fuhren Fahrzeuge mit diesen Discount-Reifen noch mit über 30 km/h. Ein Satz dieser Reifen kostet bereits ab 295 Euro, doch die Tester kommen zu dem Schluss, dass sich der Kauf angesichts der Sicherheitsrisiken nicht lohnt.
Besonders bei schneller Kurvenfahrt bauten Laufenn und Tercelo spürbar weniger Grip auf. Bei Lastwechseln reagierten sie unberechenbar, was bei abgeschalteten Assistenzsystemen zu einem früheren Ausbrechen des Fahrzeugs führen kann. Dies kann im schlimmsten Fall zu einem plötzlichen Wechsel vom Unter- ins Übersteuern führen oder das Auto so stark untersteuern lassen, dass es kaum noch lenkbar ist. Die schlechtere Seitenführung erfordert zudem größere Lenkwinkel, was den Fahrer zusätzlich fordert.
Der Preis der Sicherheit
Wer bei Reifen spart, riskiert nicht nur das Auto, sondern auch die Gesundheit von Insassen und anderen Verkehrsteilnehmern. Die Mehrkosten für hochwertige Reifen können sich zudem über eine längere Lebensdauer amortisieren, da gut konstruierte Reifen oft haltbarer sind. Hier zeigt sich ein Zielkonflikt: Eine weiche Gummimischung bietet bessere Haftung, hält aber nicht so lange und erzeugt mehr Feinstaub. Hersteller müssen hier einen Kompromiss finden, der nur mit hohem Aufwand in der Entwicklung gelingt.
Auch die Geräuschentwicklung spielt eine Rolle für den Fahrkomfort und die Belastung für Anwohner. Premium-Reifen bieten hier oft Vorteile durch optimierte Gummimischungen und Profilgestaltungen.
Wirtschaftlichkeit vs. Sicherheit
Ein vermeintlich günstiger Reifen kann durch Unfallrisiken und kürzere Lebensdauer am Ende teurer sein als ein Premium-Modell.





