Skoda bereitet sich auf die Markteinführung des Epiq vor, eines kompakten Elektro-SUV, das ab der ersten Hälfte des Jahres 2026 verfügbar sein soll. Das Fahrzeug verspricht eine beachtliche Reichweite von bis zu 430 Kilometern und ein großes Platzangebot, obwohl es in die Klasse der Kleinwagen fällt. Mit einem Startpreis von etwa 25.000 Euro positioniert sich der Epiq als attraktives Einstiegsmodell im Elektro-Segment.
Wichtige Fakten zum Skoda Epiq
- Markteinführung in der ersten Jahreshälfte 2026.
- Kompaktes SUV-Format (ca. 4,17 Meter Länge) mit großem Innenraum.
- Kofferraumvolumen von 475 Litern.
- Reichweite von bis zu 430 km (WLTP) in der Top-Version.
- Preisgestaltung beginnt bei rund 25.000 Euro.
- Drei Antriebskonfigurationen und zwei Batteriegrößen geplant.
Kompakte Größe, überraschend viel Platz
Der Skoda Epiq misst rund 4,17 Meter in der Länge, ähnlich dem aktuellen Skoda Kamiq. Trotz dieser kompakten Abmessungen bietet das Fahrzeug ein beeindruckendes Platzangebot. Der Radstand von etwa 2,6 Metern schafft im Innenraum gute Bedingungen, auch für Familien mit kleineren Kindern.
Besonders hervorzuheben ist das Kofferraumvolumen. Mit 475 Litern übertrifft der Epiq sogar deutlich größere Fahrzeuge. Dieses großzügige Volumen wird durch die Positionierung von Motor und Antrieb an der Vorderachse ermöglicht. Ein Allradantrieb ist nicht vorgesehen, was weiteren Raum hinter der Hinterachse freimacht.
Faktencheck: Kofferraumvolumen
- Skoda Epiq: 475 Liter
- Audi Q5 e-hybrid: Weniger als 475 Liter (obwohl deutlich länger)
Bremsen und Fahrwerk: Überraschende Details
Interessant ist die Entscheidung, den Epiq auch an der Hinterachse mit Scheibenbremsen auszustatten. Üblicherweise kommen in dieser Fahrzeugklasse und bei Elektroautos, die stark auf Rekuperation setzen, oft Trommelbremsen hinten zum Einsatz, um Kosten zu sparen. Scheibenbremsen sind in der Produktion teurer und können bei geringer Nutzung durch Rekuperation anfälliger für Rost sein.
Die Verbundlenker-Hinterachse trägt ebenfalls zur Raumeffizienz bei und ist zudem eine kostengünstige Lösung, die zum Charakter des Epiq als Einstiegsmodell passt.
Assistenzsysteme: Moderne Helfer an Bord
Trotz des Preises bietet der Skoda Epiq moderne Assistenzsysteme. Der Travel Assist 3.0 umfasst einen adaptiven Spurhalteassistenten und reagiert aktiv auf Verkehrszeichen sowie Ampeln. Skoda verspricht „tägliche Online-Aktualisierungen der Verkehrszeichendaten für eine optimale Fahrzeugreaktion im dichten Verkehr“.
Ein weiteres neues Feature ist der Cross Assist 2.0. Dieser Helfer nutzt Radarsensoren in den Stoßfängern, um das Einfahren in unübersichtliche Kreuzungen zu erleichtern. Er warnt vor herannahenden Fahrzeugen oder Radfahrern und erhöht so die Sicherheit im Stadtverkehr.
Antrieb und Batterie: Drei Konfigurationen
Der Epiq wird mit drei Antriebskonfigurationen und zwei Batteriegrößen angeboten. Skoda möchte die Anzahl der Varianten begrenzen, was bedeutet, dass die maximale Reichweite nur in Kombination mit dem stärksten Motor erhältlich sein wird.
Basismodell „Epiq 35“
Das Einstiegsmodell, der „Epiq 35“, ist für kurze bis mittlere Strecken konzipiert. Der Motor leistet 85 kW. Die Traktionsbatterie hat einen Energiegehalt von 37 kWh, was im WLTP-Zyklus eine Reichweite von 315 km ermöglicht. Auf der Autobahn dürfte diese Reichweite unter idealen Bedingungen bei gemäßigtem Tempo eher bei etwa 200 km liegen.
Ladeleistung im Basismodell
Die Ladeleistung im Basismodell ist auf maximal 50 kW begrenzt. Das ist für ein modernes Elektroauto eher niedrig, aber im Einklang mit der Ausrichtung auf kürzere Fahrten.
Modell „Epiq 40“
Die nächste Stufe, der „Epiq 40“, bietet einen Elektromotor mit 99 kW Leistung. Die Batteriegröße bleibt mit 37 kWh identisch, aber die Ladeleistung steigt auf 90 kW.
Ladezeit des Epiq 40 (99 kW Motor)
- Batterie: 37 kWh (LFP)
- Ladeleistung: 90 kW DC
- Ladezeit von 10% auf 80%: 28 Minuten
- Durchschnittliche Netto-Ladeleistung in diesem Bereich: 55,5 kW
Topmodell „Epiq 55“: Für längere Fahrten
Das Spitzenmodell, der „Epiq 55“, ist mit einem NMC-Akku ausgestattet, der einen Netto-Energiegehalt von 51,7 kWh bietet. Dies ermöglicht eine Reichweite von 430 km (WLTP). Die maximale Ladeleistung beträgt 133 kW.
Ladezeit des Epiq 55 (Topmodell)
- Batterie: 51,7 kWh (NMC)
- Ladeleistung: 133 kW DC (Spitze)
- Ladezeit von 10% auf 80%: 23 Minuten
- Durchschnittliche Netto-Ladeleistung in diesem Bereich: 94 kW
Auch wenn der Epiq 55 verbesserte Ladezeiten und eine höhere Reichweite bietet, wird er wohl kein Champion für extreme Langstrecken. Für viele Alltagssituationen und gelegentliche längere Fahrten ist die Leistung jedoch ausreichend. Mit einem geplanten Zwischenstopp von etwa 25 Minuten und einer Startladung von 100 Prozent könnten auf der Autobahn, abseits von Frost und Eile, rund 450 km zurückgelegt werden, unter Berücksichtigung einer 10-prozentigen Reserve.
„Der Epiq wird nicht in jedes Anforderungsprofil passen, aber vermutlich doch in viele“, so eine Einschätzung zu den Reichweiten des Topmodells.
Batterietechnologie: LFP vs. NMC
Die beiden kleineren Modelle nutzen Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP). Diese Technologie gilt als robust und kostengünstig. Allerdings ist die Energiedichte geringer als bei Nickel-Mangan-Kobalt-Zellen (NMC), die im Topmodell verbaut sind. LFP-Batterien haben zudem eine höhere Betriebstemperatur. Das bedeutet, dass bei winterlichen Bedingungen mehr Energie für die Vorkonditionierung der Batterie aufgewendet werden muss, um schnelle Ladevorgänge zu gewährleisten.
Die NMC-Batterie des Epiq 55 bietet hier Vorteile durch ihre höhere Energiedichte und bessere Performance bei niedrigeren Temperaturen, was sich in schnelleren Ladezeiten und einer größeren Reichweite widerspiegelt.
Fazit: Ein wichtiger Schritt für Skoda
Mit dem Epiq betritt Skoda einen wichtigen Markt für preisbewusste Elektroauto-Interessenten. Das Fahrzeug kombiniert kompakte Abmessungen mit einem beeindruckenden Platzangebot und modernen Assistenzsystemen. Die unterschiedlichen Antriebs- und Batteriekonfigurationen sollen eine breite Zielgruppe ansprechen, auch wenn die maximale Reichweite an die stärkste Motorisierung gekoppelt ist.
Der Skoda Epiq ist ein klares Zeichen dafür, dass der Volkswagen-Konzern im Segment der kleinen Elektroautos wieder stärker Fuß fassen möchte. Mit einem Startpreis um die 25.000 Euro könnte der Epiq eine attraktive Option für viele Käufer darstellen, die einen praktischen und alltagstauglichen Elektro-SUV suchen.





