Die Niederlande sind das erste europäische Land, das Teslas autonomes Fahrsystem FSD (Full Self-Driving, überwacht) für den allgemeinen Straßenverkehr zugelassen hat. Diese Entscheidung der niederländischen Behörde RDW (Rijksdienst voor het Wegverkeer) vom 10. April 2026 markiert einen wichtigen Schritt für die Verbreitung dieser Technologie in Europa.
Die Genehmigung erlaubt den Einsatz von FSD Supervised unter der Bedingung, dass der Fahrer jederzeit bereit ist, die Kontrolle über das Fahrzeug zu übernehmen. Dies entspricht dem SAE-Level 2 des automatisierten Fahrens.
Wichtige Punkte
- Die Niederlande sind das erste europäische Land mit FSD-Zulassung.
- Die Genehmigung gilt für FSD Supervised (SAE-Level 2).
- Fahrer müssen jederzeit die Kontrolle behalten.
- Die Zulassung basiert auf nationalen Ausnahmeregelungen, nicht EU-weit.
- Tesla und RDW sehen dies als möglichen Wegbereiter für EU-weite Regelungen.
Einigung nach langer Wartezeit
Die Zulassung folgt einem monatelangen Prozess zwischen Tesla und der RDW. Tesla hatte zuvor immer wieder auf die Fortschritte seiner Technologie hingewiesen. Nun haben sowohl die RDW als auch Tesla die Genehmigung auf der Plattform X bestätigt.
Tesla hatte ursprünglich von 1,6 Millionen Testkilometern auf europäischen Straßen gesprochen. In der aktuellen Mitteilung ist nun von „Milliarden Kilometern“ die Rede, was vermutlich die weltweiten Fahrdaten einschließt. In den USA ist FSD bereits seit Ende 2020 verfügbar.
Faktencheck FSD
- SAE-Level 2: Der Fahrer muss die Hände am Lenkrad haben und jederzeit eingreifen können.
- Verfügbarkeit USA: Seit Ende 2020.
- Kosten USA: Derzeit etwa 99 US-Dollar pro Monat im Abonnement.
- Kosten Niederlande: Noch nicht bekannt.
Nationale Ausnahmeregelung als Grundlage
Die RDW stützt ihre Entscheidung auf Artikel 39 der Allgemeinen Zulassungsregeln für Fahrzeuge. Dieser Artikel erlaubt es EU-Mitgliedstaaten, Technologien ausnahmsweise zuzulassen, für die es noch keine harmonisierten EU-weiten Vorschriften gibt.
Es ist wichtig zu betonen, dass die Zulassung von FSD Supervised vorerst ausschließlich für die Niederlande gilt. Ein mit FSD ausgestattetes Tesla-Fahrzeug müsste das System demnach deaktivieren, sobald es die Landesgrenze überschreitet.
„Die RDW möchte der EU und der EU-Kommission gerne beratend zur Seite stehen, um eine zukünftige Harmonisierung der Regelungen zu ermöglichen.“
Bedeutung für Europa und die Zukunft
Obwohl die Zulassung auf nationaler Ebene erfolgte, könnte sie als Modell für andere europäische Länder dienen. Die RDW hat bereits ihre Bereitschaft signalisiert, die EU-Kommission bei der Entwicklung einheitlicher Regelungen zu unterstützen.
Dies wäre ein wichtiger Schritt für die weitere Verbreitung des autonomen Fahrens in Europa. Eine EU-weite Standardisierung würde die Entwicklung und den Einsatz solcher Systeme erheblich vereinfachen.
Hintergrund: Autonomes Fahren
Autonomes Fahren wird in sechs Stufen (SAE-Level 0 bis 5) eingeteilt. Level 0 bedeutet keine Automatisierung, während Level 5 vollständiges autonomes Fahren ohne menschliches Eingreifen darstellt. FSD Supervised liegt auf Level 2, was bedeutet, dass der Fahrer aktiv am Fahrgeschehen beteiligt bleiben muss.
Globale Entwicklungen und Sicherheitsbedenken
Während in Europa Fortschritte erzielt werden, laufen in den USA weiterhin Untersuchungen zu Teslas Assistenzsystemen. Die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA prüft dort Unfälle, die im Zusammenhang mit den Systemen von Tesla stehen.
Solche Untersuchungen sind Standard bei neuen Technologien und sollen die Sicherheit im Straßenverkehr gewährleisten. Die Ergebnisse dieser Prüfungen fließen oft in zukünftige Regulierungen ein.
Weitere Entwicklungen im autonomen Fahren
- Waymo in Europa: Googles Robotaxi-Dienst Waymo testet autonome Fahrzeuge in London.
- VW und Uber: Die VW-Tochter Moia und Uber testen autonome ID. Buzz in Los Angeles.
- Baidu in China: Baidus Robotaxis in Wuhan erlebten kürzlich einen Systemausfall.
Diese Beispiele zeigen, dass die Entwicklung des autonomen Fahrens weltweit voranschreitet, jedoch auch weiterhin Herausforderungen und Sicherheitsfragen bestehen.





