Der neue Mercedes VLE 400 4Matic beeindruckt mit seiner Größe, Leistung und einem luxuriösen Innenraum. Das vollelektrische Fahrzeug, das über drei Tonnen wiegt, bietet eine Beschleunigung, die man in dieser Klasse kaum erwartet. Wir konnten das Modell bereits auf einer ersten Testfahrt erleben und haben die Details zusammengetragen.
Wichtige Erkenntnisse
- Der VLE 400 4Matic wiegt über 3 Tonnen und leistet 310 kW.
- Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 6,5 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 180 km/h.
- Reichweite bis zu 650 km (WLTP) für den VLE 400.
- 800-Volt-Architektur ermöglicht schnelles Laden (10-80% in ca. 25 Minuten).
- Mitlenkende Hinterachse sorgt für erstaunliche Agilität trotz der Größe.
- Luxuriöse Ausstattung mit elektrischen Schiebetüren und 31-Zoll-Bildschirm verfügbar.
Kraftvolle Leistung trifft auf beeindruckende Reichweite
Der Mercedes VLE 400 4Matic verbirgt sein hohes Leergewicht von über drei Tonnen geschickt. Die beiden Elektromotoren liefern zusammen 310 kW (ca. 421 PS). Diese Kraft ermöglicht eine sehr zügige Beschleunigung. Von 0 auf 100 km/h vergehen lediglich 6,5 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 180 km/h elektronisch begrenzt.
Die 800-Volt-Architektur des Fahrzeugs ist ein entscheidender Vorteil beim Laden. Sie ermöglicht es, die 115 kWh große Batterie sehr schnell wieder aufzuladen. Mercedes gibt an, dass der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent Ladestand nur etwa 25 Minuten dauert. In dieser Zeit werden netto rund 80,5 kWh mit einer durchschnittlichen Leistung von etwa 193 kW nachgeladen. Die Spitzenladeleistung kann sogar mehr als 300 kW betragen.
Interessanter Fakt
Der VLE 400 erreicht eine WLTP-Reichweite von rund 650 km. Das Basismodell VLE 300 wird sogar mit bis zu 713 km beworben.
Ladeoptionen und Verbrauch im Alltag
Serienmäßig kann der VLE an Wechselstrom mit 11 kW geladen werden. Ein optionaler AC-Lader mit 22 kW ist gegen Aufpreis erhältlich. Für das DC-Laden an 400-Volt-Säulen müssen Kunden ebenfalls extra bezahlen, was angesichts der Verbreitung von 800-Volt-Ladesäulen in Deutschland eine Überlegung wert ist.
Während unserer ersten Probefahrt zeigte der Bordcomputer Verbrauchswerte zwischen 18 und 20 kWh pro 100 Kilometer an. Dies sind für ein Fahrzeug dieser Größe beeindruckend niedrige Werte. Im realen Autobahnbetrieb, insbesondere bei höheren Geschwindigkeiten, dürfte der Verbrauch jedoch eher bei realistischen 25 kWh/100 km liegen, bedingt durch die große Stirnfläche des Fahrzeugs.
Agilität trotz XXL-Format
Trotz seiner Länge von 5,31 Metern und einem Radstand von 3,34 Metern fährt sich der VLE erstaunlich handlich. Die mitlenkende Hinterachse spielt dabei eine zentrale Rolle. Sie bietet einen ungewöhnlich großen Einschlagwinkel von sieben Grad. Dies trägt maßgeblich dazu bei, dass sich der VLE in der Stadt fast wie ein deutlich kleineres Fahrzeug anfühlt.
Die hervorragende Dämmung des Innenraums sorgt für eine angenehme Ruhe, selbst bei hoher Last. Dies trägt zum hohen Fahrkomfort bei. Parkplatzsuche bleibt jedoch eine Herausforderung, selbst mit den hochauflösenden Kameras und Einparkassistenten, die Mercedes serienmäßig verbaut. Die Dimensionen des VLE stellen eben gewisse Anforderungen an die Abstellfläche.
„Die mitlenkende Hinterachse mit sieben Grad Einschlagwinkel macht den Koloss trotz seiner 5,31 Meter Länge überraschend agil in der Stadt.“
Praktische Details und luxuriöse Ausstattung
Die elektrischen Schiebetüren im Fond sind ein Segen in engen Parklücken und erleichtern den Ein- und Ausstieg erheblich. Erstaunlich ist, dass die Hecktüren im Basismodell ohne Stellmotoren ausgeliefert werden. Hinter den Türen verbirgt sich ein Ladevolumen von knapp 800 Litern, das sich bei Bedarf auf über 4.000 Liter erweitern lässt. Die Fondsitze lassen sich zudem mit wenigen Handgriffen ausbauen und auf Rollen wegschieben, was die Flexibilität erhöht.
Hintergrundinformation
Mercedes plant, die VLE-Baureihe um noch luxuriösere Varianten wie den VLS und den Maybach VLS zu erweitern. Zusätzlich soll eine Version mit längerem Radstand folgen, um noch mehr Raum und Komfort zu bieten.
Für den Fondbereich bietet Mercedes eine Fülle an Luxusoptionen an. Dazu gehören elektrisch verstellbare Komfortsitze mit Massagefunktion, Heizung und Lüftung. Eine Kühlbox und ein beeindruckender 31-Zoll-Großbildschirm, der sich filigran aus dem Dach fährt, gehören ebenfalls zu den Highlights. Gleichzeitig verschatten sich die Scheiben rundherum, um eine private Kinoatmosphäre zu schaffen. Dieses Ausstattungsniveau ist in Europa aktuell einzigartig in einem Van.
Preise und zukünftige Varianten
Die Preisgestaltung des Mercedes VLE macht die Erst-Recherche nicht einfach. Es gibt keine klassischen Preislisten mehr, und der Konfigurator zeigt aktuell nur sechs vorkonfigurierte Versionen mit bereits enthaltenen Nachlässen an. Ein VLE 400, wie wir ihn testeten, übersteigt leicht die 100.000-Euro-Marke. Das vorläufige Basismodell VLE 300 wird in einer typischen Ausstattung ebenfalls die 80.000 Euro überschreiten.
- VLE 300 (Fünfsitzer): Offiziell ab 70.464 Euro
- VLE 300 (Vier Einzelsessel): Offiziell ab 70.916 Euro
Im kommenden Jahr wird Mercedes die Baureihe nach unten erweitern. Ein VLE 250 mit einer 80 kWh LFP-Batterie ist geplant. Dieses Modell wird als Fünfsitzer in der Serienausstattung bei 64.804 Euro starten und als Sechssitzer bei 65.261 Euro. Der Preisunterschied zum VLE 300 ist damit nicht riesig.
Aktuell gibt es vier Ausstattungslinien (Serie, AMG, AMG Plus und Exclusive) und vier Pakete, die sich nicht mit jeder Version kombinieren lassen. Eine detaillierte Übersicht wird erst erwartet, wenn der VLE im Konfigurator frei zusammengestellt werden kann oder Mercedes wieder zu den bekannten Preislisten zurückkehrt.





