Indian Motorcycle, eine der ältesten Motorradmarken der Welt, feiert ihr 125-jähriges Bestehen mit der Einführung eines Sondermodells: der Chief Vintage. Dieses Motorrad zollt der Tradition der Marke Tribut und greift den Stil der 1940er Jahre auf. Es kombiniert klassische Ästhetik mit moderner Technik und soll das Erbe der Marke fortführen.
Wichtige Fakten zur Chief Vintage
- Hommage an den Stil der 1940er Jahre zum 125. Jubiläum von Indian Motorcycle.
- Angetrieben vom Thunderstroke 116 V2-Motor mit 1890 cm³ und 156 Nm Drehmoment.
- Puristisches Design mit Solositz, breitem Lenker und verdeckten Drahtspeichenrädern.
- Moderne Ausstattung wie drei Fahrmodi, schlüssellose Zündung und Touchscreen-Display.
- Erhältlich in Dunkelrot oder Schwarz ab 20.990 Euro.
Ein Blick in die Geschichte der Marke Indian
Indian Motorcycle wurde 1901 gegründet und ist damit zwei Jahre älter als der Rivale Harley-Davidson. Die Geschichte der Marke war jedoch von Unterbrechungen geprägt. Nach einer Insolvenz im Jahr 1953 stellte Indian jahrzehntelang keine Motorräder her. Die Markenrechte wechselten mehrfach den Besitzer.
Erst 1998 gab es in Gilroy, Kalifornien, einen Neustart mit der Produktion eigener Motorräder. Doch auch dieser Versuch endete 2003 mit einem Konkurs. Im Jahr 2011 übernahm Polaris die Marke. Unter Polaris wurden neue Modelle wie die Chief, die Scout und die FTR 1200 entwickelt.
Markenwechsel im Oktober
Im Oktober des vergangenen Jahres verkaufte Polaris Indian an die private Kapitalgesellschaft Carolwood LP. Dieser Schritt erfolgte, weil der Motorradabsatz nicht den Erwartungen entsprach. Mit frischem Kapital will Indian nun die Zukunft gestalten und das 125. Jubiläum feiern.
Design und Ästhetik der Chief Vintage
Die neue Chief Vintage orientiert sich stark am Design der 1940er Jahre. Chefdesigner Ola Stenegard setzte auf einen puristischeren Auftritt als frühere Neuauflagen. Auffällig sind die barocken Kotflügel, die fast die Hälfte der Drahtspeichenräder verdecken. Dies verleiht dem Motorrad einen klassischen, wuchtigen Look.
Im Gegensatz zur Chief Classic von 2013, die eine dick gepolsterte Sitzbank und große Seitenverkleidungen hatte, wirkt die Vintage leichter. Sie verfügt über einen Solositz im Stil eines Fahrradsattels. Zwischen Sitz und schwarz lackiertem Stahlrohrrahmen bleibt viel Freiraum, was den Retro-Effekt verstärkt.
„Die Chief Vintage ist eine Hommage an die lange Tradition der Marke Indian Motorcycle und bringt den Geist der 1940er Jahre in die Gegenwart.“
Fahrerposition und Ausstattung
Der Fahrer sitzt auf der Chief Vintage in einer Höhe von nur 686 mm über dem Asphalt. Die Füße ruhen weit vorne auf den Trittbrettern. Ein sehr breiter, geschwungener Lenker prägt das Cockpit. Der rundliche Tank fasst 15 Liter Kraftstoff.
Indian montiert einen Rundscheinwerfer mit LED-Leuchten in einem schwarzen Gehäuse. Ein markantes Detail, das Indian beibehält, ist der beleuchtete Indianerkopf auf dem Vorderradkotflügel – ein unverkennbares Markenzeichen.
Technische Details im Überblick
- Radstand: 1626 mm
- Nachlauf: 131 mm
- Leergewicht: 327 kg
- Reifen vorn: 130er auf 16-Zoll-Drahtspeichenrad
- Reifen hinten: 150er auf 16-Zoll-Drahtspeichenrad
Motorisierung und Fahrverhalten
Angetrieben wird die Chief Vintage vom Thunderstroke 116 V2-Motor. Dieser luftgekühlte Langhuber hat einen Hubraum von 1890 cm³ und liefert ein Drehmoment von 156 Nm bei 3300 U/min. Die genaue PS-Leistung wird von Indian nicht offiziell angegeben. In anderen Chief-Modellen erreicht der gleiche Motor bis zu 162 Nm bei 2900 U/min und 90 PS.
Die Zylinderkopfdeckel und Stößelrohre sind silbern lackiert, die Zylinder schwarz, ganz im Stil der 40er-Jahre. Ein Sechsganggetriebe und ein Zahnriemenantrieb übertragen die Kraft auf das Hinterrad. Der Auspuff mit zwei übereinanderliegenden, überlangen Endschalldämpfern ist mattschwarz lackiert, ebenso wie der Großteil des Motors, der Rahmen und die gekapselte Telegabel.
Mit einem langen Radstand von 1626 mm und einem Nachlauf von 131 mm ist die Chief Vintage nicht auf maximale Agilität ausgelegt. Ihre Stärke liegt im komfortablen Cruisen über Boulevards und schnurgerade Highways. Die Schräglagenfreiheit ist mit 28,5 Grad begrenzt, bevor die Trittbretter aufsetzen.
Bremsen und Fahrwerk
Zur Verzögerung des 327 Kilogramm schweren Motorrads kommen eine Vierkolben-Bremszange mit schwimmend gelagerter 298-mm-Bremsscheibe am Vorderrad und eine Zweikolben-Bremszange mit ebenfalls 298-mm-Scheibe am Hinterrad zum Einsatz. Das Fahrwerk ist nicht einstellbar. Die gekapselte Telegabel vorn und die beiden Feder-Dämpferbeine am Heck erzeugen die Illusion eines Starrrahmens.
Moderne Technik im Retro-Look
Trotz ihres nostalgischen Äußeren verfügt die Chief Vintage über moderne Elektronik. Sie bietet drei Fahrmodi: Tour, Standard und Sport. Eine schlüssellose Zündung gehört ebenfalls zur Ausstattung. Über Bluetooth kann das Smartphone verbunden werden, um beispielsweise Navigationsdaten auf dem kleinen Rundinstrument mit Touchscreen-Funktion anzuzeigen.
Der Gesamteindruck der Chief Vintage ist stark nostalgisch. Indian hat damit das Ziel erreicht, ein Motorrad zu schaffen, das die reiche Geschichte der Marke würdigt und gleichzeitig den Anforderungen der heutigen Zeit gerecht wird. Die Chief Vintage ist ab sofort in Dunkelrot oder Schwarz erhältlich.
Käufer können zudem zahlreiche Extras ab Werk bestellen. Dazu gehören unter anderem ein Soziussitz und Soziusrasten. Der Listenpreis für die Indian Chief Vintage beginnt bei 20.990 Euro.





