Fiat hat auf dem Pariser Autosalon 2026 eine wegweisende Konzeptstudie namens Multiplay vorgestellt. Dieses Fahrzeug soll die Praktikabilität eines Vans, die Robustheit eines SUV und die Ladekapazität eines Pick-ups vereinen. Die Studie, die 4,45 Meter misst, ist ein „Ideenlabor“ für zukünftige Fahrzeugkonzepte und zeigt, wie Flexibilität im Automobilbau neu definiert werden könnte.
Wichtige Erkenntnisse
- Der Fiat Multiplay ist eine Konzeptstudie, die Van, SUV und Pick-up kombiniert.
- Ein verschiebbares Heckmodul ermöglicht den Wandel vom 6+1-Sitzer zum Viersitzer mit offener Ladefläche.
- Der Name Multiplay ist eine Hommage an zwei frühere Fiat-Modelle, den 600 Multipla (1956) und den Multipla Van (1998).
- Innovative Innenraumkonzepte wie der „Petsenger Seat“ und der „Sunseat“ bieten hohe Flexibilität.
- Die Studie dient als „Ideenlabor“ und ist keine direkte Vorschau auf ein Serienmodell.
Ein Fahrzeug mit vielen Gesichtern
Die Konzeptstudie Multiplay wurde am Vorabend des Pariser Autosalons beim Stellantis-Event „Night Before“ enthüllt. Fiat betont, dass es sich um eine Demonstration von Möglichkeiten handelt und nicht um ein konkretes Serienmodell. Dennoch gibt die Studie Einblicke in die Denkweise des Herstellers bezüglich zukünftiger Mobilitätslösungen.
Das Kernstück des Multiplay ist seine C-Säulen-Architektur, die Fiat „Metamorfosi“ nennt. Diese ermöglicht es, das Heckmodul in Längsrichtung zu verschieben. So kann das Fahrzeug entweder als geschlossener 6+1-Sitzer oder als offener Viersitzer mit Ladefläche genutzt werden.
Fakten zum Multiplay
- Länge: 4,45 Meter
- Sitzkonfiguration: 6+1-Sitzer oder 4-Sitzer mit Ladefläche
- Heckmodul: Verschiebar für verschiedene Nutzungsszenarien
- Fahrradträger: Integrierter Heckspoiler kann als Träger für bis zu zwei Fahrräder dienen
Die Umwandlung vom Van zum Pick-up soll laut Fiat „wenige Handgriffe“ erfordern. Die offene Ladefläche ist groß genug für Fahrräder, Sportausrüstung oder andere sperrige Gegenstände. Ein drehbarer Heckspoiler fungiert zudem als integrierter Fahrradträger für bis zu zwei Räder.
Hommage an die Multipla-Historie
Der Name „Multiplay“ ist eine klare Anspielung auf zwei historische Fiat-Modelle. Der erste war der Fiat 600 Multipla von 1956, ein Kleinstwagen, der trotz seiner geringen Länge von nur 3,5 Metern sechs Personen befördern konnte. Er war besonders in italienischen Städten als Taxi beliebt.
Der zweite Namensvetter ist der Fiat Multipla Van von 1998. Dieses Modell bot ebenfalls sechs Sitze in zwei Reihen, auf weniger als vier Metern Länge. Obwohl sein Design oft polarisierte, überzeugte er viele Käufer durch sein großzügiges Platzangebot und praktische Lösungen in einer Zeit, in der der Wettbewerb zwischen SUV und Van noch offen war.
„Der Multiplay ist eine Hommage an unsere Tradition, aber vor allem ein Blick in die Zukunft der Mobilität“, so ein Sprecher von Fiat.
Die Breite des früheren Multipla Vans, die damals als ungewöhnlich galt, ist heute bei vielen SUVs Standard. Doch während moderne SUVs oft einen großen, leeren Mitteltunnel aufweisen, nutzte der Multipla seinen Raum effizient für drei bequeme Sitze nebeneinander.
Historischer Kontext
Die Automobilbranche hat sich stark gewandelt. Vans, einst populär für ihre Praktikabilität, wurden zunehmend von SUVs verdrängt. Die Studie Multiplay könnte ein Zeichen dafür sein, dass Hersteller wie Fiat und Renault (die ebenfalls einen Van-Konzept namens E-Space vorstellen) das Potenzial flexibler Raumkonzepte neu bewerten.
Innovative Innenraumdetails
Der Innenraum des Multiplay steckt voller cleverer Ideen. Das „+1“ in der 6+1-Sitzkonfiguration steht für den sogenannten „Petsenger Seat“. Dieses flexible Element kann als Halterung für einen Kindersitz, als Platz für ein Haustier, als kleiner Tisch oder als Ablage genutzt werden.
Ein abnehmbarer Teil des Polsters dient sogar als Hundeleine, und in den Türfächern befindet sich ein faltbarer Napf. Die dritte Sitzreihe ist für bis zu zwei Kinder oder einen Erwachsenen ausgelegt.
Ein weiteres Highlight ist der „Sunseat“. Im geparkten Zustand lässt sich der Beifahrersitz nach hinten drehen, um das Armaturenbrett als Rückenlehne zu nutzen. Unter dem Panoramadach entsteht so eine Liegefläche, ideal zum Entspannen.
Nachhaltige Materialien und Design
Das Design des Multiplay ist farblich von einer Wassermelone inspiriert: grüner Lack außen, rote und rosafarbene Töne im Innenraum sowie ein pinkfarbener Boden. Fiat setzt auf Nachhaltigkeit bei den Materialien.
- Viele weiche Komponenten bestehen aus einem Monomaterial-Textil.
- Dieses Textil wird im 3D-Strickverfahren nahtlos gefertigt, was den Verschnitt reduziert.
- In Bereichen, die für Kinder und Haustiere vorgesehen sind, kommen wasserfeste Oberflächen aus sortenreinem Material zum Einsatz.
Ein Display ist nahtlos in das Armaturenbrett integriert und wird bei ausgeschaltetem Fahrzeug unsichtbar. Details zu Antrieb, Gewicht oder Nutzlast hat Fiat bisher nicht bekannt gegeben. Es wird spekuliert, dass ein Elektroantrieb am wahrscheinlichsten ist, da die kurze Front wenig Platz für einen Verbrennungsmotor bietet.
Die Reaktionen des Publikums auf diese Studie werden voraussichtlich eine wichtige Rolle dabei spielen, ob und wie Fiat diese innovativen Ideen in zukünftige Serienmodelle integrieren wird. Der Multiplay ist ein spannender Ausblick auf eine mögliche Zukunft des flexiblen Reisens.





