Ducati feiert sein 100-jähriges Bestehen mit einem besonderen Modell: der Formula 73. Dieses Retro-Motorrad ist eine Hommage an die legendäre 750 Super Sport von 1973, ein Motorrad, das eine Ära prägte. Die Formula 73 verbindet historische Ästhetik mit moderner Technik und soll ab Frühling in limitierter Stückzahl erhältlich sein.
Wichtige Punkte
- Die Ducati Formula 73 ist eine Hommage an die 750 Super Sport von 1973.
- Sie basiert technisch auf der Scrambler-Plattform.
- Die Farbgebung und Designelemente zitieren das historische Vorbild.
- Das Modell ist auf 873 Stück limitiert.
- Der Preis für die Formula 73 liegt bei 16.195 Euro.
Ein Jahrhundert Ducati: Die Geburt einer Ikone
Ducati blickt auf eine beeindruckende 100-jährige Geschichte zurück. Die 750 Super Sport von 1973 spielte dabei eine entscheidende Rolle. Sie wurde als Race-Replica des Motorrads von Paul Smart entwickelt, der 1972 die berühmten 200 Meilen von Imola gewann. Dieser Sieg markierte einen Wendepunkt für die Marke aus Bologna und legte den Grundstein für Ducatis Ruf im Rennsport.
Die neue Formula 73 soll diese glorreiche Vergangenheit ehren. Sie verbindet die zeitlose Eleganz des Originals mit den Anforderungen und Technologien von heute. Das Designteam stand vor der Aufgabe, eine Brücke zwischen den Jahrzehnten zu schlagen.
Wussten Sie schon?
Die Ducati 750 Super Sport von 1973 war nicht die erste Ducati mit desmodromischer Ventilsteuerung. Diese Ehre gebührt der Mark 3 Desmo von 1968, die einen Einzylindermotor besaß. Ein kleiner Fehler in der offiziellen Pressemitteilung von Ducati zeigt, dass selbst große Marken ihre eigene Geschichte manchmal neu entdecken müssen.
Design: Historie trifft Moderne
Die Formula 73 basiert technisch auf der Scrambler-Plattform, die 2014 eingeführt wurde. Sie übernimmt den Gitterrohrrahmen aus Stahl, den Motor, die Schwinge und die Federelemente. Das Ducati Style-Center hat jedoch eine komplett neue Frontverkleidung entworfen, die sich bis über den Tank zieht und ihm eine haubenähnliche Form verleiht. Der Rundscheinwerfer, obwohl mit moderner LED-Technik ausgestattet, ist ein klares Zitat des historischen Vorbilds.
Die niedrige Verkleidung dient primär dem Design und bietet keinen nennenswerten Windschutz. Sie ist ein stilistisches Element, das das sportliche Erbe unterstreicht. Die Sitzbank mit dem gepolsterten Soziusplatz, der unter einer Abdeckung verschwindet, verstärkt das Sportler-Image. Sie ist mit zwei unterschiedlichen Lederbezügen, Ziernähten und einem weißen Ducati-Schriftzug versehen.
Farben und Details mit Bedeutung
Die Farbgebung der Formula 73 ist eine direkte Anspielung auf das Modell von 1973. Die untere Verkleidungshälfte und der Gitterrohrrahmen sind in einem kräftigen Türkis lackiert. Die obere Verkleidungshälfte, der Tank, die Seitendeckel und die Soziussitzabdeckung sind silbern gehalten. Diese Farbkombination hat für Ducatisti eine besondere Anziehungskraft.
Ein goldenen, senkrechten Streifen auf dem Stahltank ist ein weiteres wichtiges Detail. Er erinnert an den Sichtstreifen im Kunststofftank der 750 Super Sport von 1972, der es dem Fahrer ermöglichte, den Kraftstoffstand während des Rennens zu überprüfen. Der heutige 13,5-Liter-Tank besteht aus Stahl und entspricht den Tanks der anderen Scrambler-Modelle.
Die neu gestalteten Seitendeckel mit drei Schlitzen erinnern ebenfalls an das historische Vorbild, auch wenn die originale 750 Super Sport sieben Schlitze besaß. Im Gegensatz zu anderen aktuellen Scrambler-Modellen verfügt die Formula 73 über Lenkerstummel mit Lenkerendenspiegeln, ein Merkmal, das bereits bei der Scrambler Café Racer vor neun Jahren zu finden war.
Technik: Eine Mischung aus Alt und Neu
Die Bremsanlage der Formula 73 vorne besteht aus einer einzelnen radialen Vierkolben-Bremse von Brembo mit einer 330-mm-Bremsscheibe. Bemerkenswert ist, dass die 750 Super Sport von 1973 bereits mit zwei Scheibenbremsen ausgestattet war. Der vordere Kotflügel ist größer und aerodynamischer gestaltet als bei den anderen Scrambler-Modellen.
Die Federelemente stammen von Kayaba und sind, abgesehen von der Vorspannung am Federbein, nicht einstellbar. Obwohl Drahtspeichenfelgen auch an der Scrambler Nightshift erhältlich sind, verfügt die Formula 73 über 17-Zoll-Felgen, die mit Pirelli Diablo Rosso IV Reifen in den Dimensionen 120/70-17 und 180/55-17 bestückt sind. Diese Reifen sind für ihre hervorragenden Straßeneigenschaften bekannt.
Hintergrund: Desmodromische Ventilsteuerung
Die desmodromische Ventilsteuerung ist ein Markenzeichen von Ducati. Bei diesem System werden die Ventile nicht nur durch eine Nockenwelle geöffnet, sondern auch aktiv wieder geschlossen. Dies ermöglicht höhere Drehzahlen und eine präzisere Ventilsteuerung, was besonders im Rennsport von Vorteil ist. Obwohl Ducati in seiner Pressemitteilung die 750 Super Sport fälschlicherweise als erste Desmodromik-Ducati bezeichnet, bleibt das System ein Kernstück der Marke.
Motor und Ausstattung
Serienmäßig ist ein mattschwarzer Endschalldämpfer von Termignoni verbaut, der einen goldenen Zierstreifen und eine Endkappe aus Kohlefaserlaminat besitzt. Der Kennzeichenträger ist, wie bei allen Scrambler-Modellen, an der Schwinge befestigt, was dem historischen Charakter des Motorrads nicht ganz entspricht.
Der luftgekühlte 803-cm³-V2-Motor mit zwei Ventilen pro Zylinder und desmodromischer Ventilsteuerung leistet 73 PS bei 8250/min. Diese Leistung entspricht zufälligerweise exakt der der 750 Super Sport von 1973. Ducati bezeichnet den Motor aufgrund seines 90-Grad-Zylinderwinkels als L2-Motor. Seine Grundzüge stammen noch von der Ducati Pantah aus dem Jahr 1979, was ihn perfekt in das Retro-Konzept einfügt und Nostalgie verbreitet.
Mit einem angegebenen Trockengewicht von 183 kg sollte der Motor die Formula 73 mühelos antreiben. In anderen Scrambler-Modellen sorgt er bereits für Fahrspaß auf Landstraßen.
Moderne Assistenzsysteme
Trotz des Retro-Looks bietet die Formula 73 moderne elektronische Assistenzsysteme. Dazu gehören ein Kurven-ABS von Bosch, eine Schlupfregelung, zwei Fahrmodi (Road und Sport) sowie ein Quickshifter. Das kompakte 4,3-Zoll-TFT-Display in der winzigen Verkleidung lässt sich mit einem Smartphone koppeln und bietet unter anderem eine Pfeil-Navigation.
„Die Formula 73 ist mehr als nur ein Motorrad. Sie ist eine Zeitreise, die den Geist der 750 Super Sport in die Gegenwart holt, ohne dabei auf moderne Annehmlichkeiten zu verzichten.“
Limitierte Auflage und Preis
Die Formula 73 wird als limitierte Serie von nur 873 Stück angeboten und soll ab Frühling erhältlich sein. Jedes Modell erhält eine Plakette auf der oberen Gabelbrücke mit der eingravierten Seriennummer, was den exklusiven Charakter unterstreicht.
Ducati ruft für die Formula 73 einen Preis von 16.195 Euro inklusive Nebenkosten auf. Für einen luftgekühlten Zwei-Ventil-Motor mit 73 PS und einem nicht einstellbaren Fahrwerk ist dies eine ambitionierte Preisgestaltung. Dennoch wird erwartet, dass sich die Formula 73 gut verkaufen wird, da Sammler und Enthusiasten oft von limitierten Serien angezogen werden. Die originale 750 Super Sport sollte 1973 ursprünglich nur 25 Mal als Race-Replica gebaut werden, doch aufgrund der hohen Nachfrage entstanden bis 1974 exakt 411 Exemplare dieser Ikone.
- Limitierung: 873 Stück weltweit
- Preis: 16.195 Euro (inkl. Nebenkosten)
- Verfügbarkeit: Ab Frühling





