Daimler Truck hat im zweiten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnet. Das Unternehmen blickt jedoch optimistisch auf die zweite Jahreshälfte. Vor allem das starke US-Geschäft und positive Zollentwicklungen sollen die Trendwende bringen.
Wichtige Punkte
- Der Gewinn von Daimler Truck sank im zweiten Quartal um 48 Prozent auf 128 Millionen Euro.
- Der Umsatz stieg leicht um fünf Prozent auf 12,3 Milliarden Euro.
- Das operative Ergebnis (Ebit) fiel um neun Prozent auf 360 Millionen Euro.
- Die Nachfrage in Nordamerika belebt das Geschäft deutlich.
- Daimler Truck plant ein neues, größtes Werk in den USA, Baubeginn Ende 2024.
Gewinneinbruch im zweiten Quartal
Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck musste im zweiten Quartal dieses Jahres einen erheblichen Rückschlag hinnehmen. Der Konzerngewinn brach um 48 Prozent ein. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sank das Ergebnis von 245 Millionen Euro auf 128 Millionen Euro.
Obwohl der Umsatz um fünf Prozent auf rund 12,3 Milliarden Euro stieg, wirkten sich hohe Zölle negativ auf die Profitabilität aus. Das operative Ergebnis (Ebit) fiel um neun Prozent auf 360 Millionen Euro. Im Industriegeschäft, das Finanzdienstleistungen ausschließt, war der Rückgang mit 20 Prozent noch stärker.
Zahlen im Überblick
- Konzerngewinn Q2: 128 Millionen Euro (Vorjahr: 245 Millionen Euro)
- Umsatz Q2: 12,3 Milliarden Euro (+5%)
- Operatives Ergebnis (Ebit) Q2: 360 Millionen Euro (-9%)
- Verkäufe Q2: 86.707 Fahrzeuge (+8%)
Zuversicht durch Nordamerika-Geschäft
Trotz der aktuellen Zahlen schöpft Daimler Truck Zuversicht für die kommenden Monate. Eine starke Erholung der Geschäfte in den USA spielt dabei eine zentrale Rolle. Auch die Anerkennung von US-Wertschöpfungsanteilen und damit verbundene Verbesserungen bei den Zöllen tragen zum Optimismus bei.
Karin Rådström, Chefin von Daimler Truck, äußerte sich positiv:
„Die starke Geschäftsentwicklung bei Trucks North America, die Aussicht auf höhere Absatzzahlen und die geringere erwartete Zollbelastung im weiteren Jahresverlauf bestärken uns darin, unsere Prognose für das Gesamtjahr anzuheben.“
Die Nachfrage in den USA hat sich seit Jahresbeginn stark erholt. Daimler Truck profitiert davon besonders aufgrund seiner Kundenstruktur. Finanzvorständin Eva Scherer betonte, dass das Produktionsprogramm des Konzerns für die zweite Jahreshälfte nahezu ausgebucht ist.
Auftragseingang und Wendepunkt
Der Auftragseingang des Konzerns legte im zweiten Quartal um 27 Prozent zu. Dies ist hauptsächlich auf die Bestellungen in Nordamerika zurückzuführen. Eva Scherer bezeichnete das zweite Quartal als einen Wendepunkt für das Unternehmen.
Die positiven Effekte spiegeln sich noch nicht vollständig in den aktuellen Zahlen wider. Scherer erwartet, dass sich die Verbesserungen ab dem dritten Quartal in den Geschäftszahlen zeigen werden. Dieses Vertrauen führte auch zur jüngsten Anhebung der Jahresprognose.
Hintergrund: Prognoseanhebung
Daimler Truck hatte erst kürzlich seine Prognose für das Gesamtjahr erhöht. Dies geschah angesichts der positiven Entwicklungen in Nordamerika und der erwarteten Entlastung durch Zölle. Das Unternehmen rechnet mit einem beschleunigten Ergebniswachstum in der zweiten Jahreshälfte.
Neues Werk in den USA geplant
Ein weiterer wichtiger Schritt für die Zukunft ist der geplante Bau eines neuen Werks in den USA. Daimler Truck kündigte dies kürzlich an. Der Baubeginn ist für Ende dieses Jahres vorgesehen, die Produktion soll 2029 starten.
Das neue Werk soll das größte des Konzerns in den USA werden. Bislang ist der Standort in Cleveland, Ohio, das größte Werk. Genauere Angaben zur Investitionssumme oder zur Kapazität der neuen Produktionsstätte machte das Unternehmen noch nicht. Mehrere potenzielle Standorte werden derzeit geprüft.
Sparprogramm "Cost Down Europe"
In den letzten Jahren lief es für Daimler Truck nicht immer reibungslos. Im Jahr 2025 sank der Gewinn um 34 Prozent auf zwei Milliarden Euro. Im ersten Quartal dieses Jahres brach der Gewinn sogar um 80 Prozent ein.
Um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, hatte Daimler Truck bereits im vergangenen Jahr das Sparprogramm „Cost Down Europe“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, die laufenden Kosten auf dem Heimatkontinent bis 2030 um mehr als eine Milliarde Euro zu senken.
Stellenabbau und Einsparungen
Im Rahmen dieses Programms sollen in Deutschland etwa 5000 Stellen wegfallen. Besonders betroffen ist die Lkw-Marke Mercedes-Benz. Auch in Nordamerika sind Einsparungen geplant.
Nach rund 100 Millionen Euro im vergangenen Jahr will Daimler Truck in diesem Jahr weitere 150 Millionen Euro einsparen. Damit hätte der Konzern etwa eineinhalb Jahre nach Programmstart ein Viertel des angestrebten Sparziels erreicht. Finanzvorständin Scherer bestätigte: „Wir liegen da gut im Plan.“
Sparziele bis 2030
- Gesamteinsparung: Über 1 Milliarde Euro in Europa
- Stellenabbau Deutschland: Rund 5000 Stellen
- Einsparungen 2023: 100 Millionen Euro
- Geplante Einsparungen 2024: Weitere 150 Millionen Euro
Ausblick und Marktentwicklungen
Daimler Truck setzt auf eine strategische Neuausrichtung. Die Investitionen in neue Produktionskapazitäten in den USA und die Fokussierung auf den nordamerikanischen Markt zeigen das Bestreben, zukünftiges Wachstum zu sichern. Gleichzeitig sollen die Kosten in Europa durch Effizienzmaßnahmen gesenkt werden.
Die Kombination aus starker Nachfrage in wichtigen Märkten und internen Optimierungen soll dem Unternehmen helfen, die Profitabilität nachhaltig zu steigern. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob sich die optimistischen Erwartungen des Managements erfüllen.





