Suzuki hat ein neues Motorrad vorgestellt, die SV-7 GX. Dieses Modell gehört zur beliebten Crossover-Klasse und fällt durch sein ansprechendes Design auf. Überraschend ist der Antrieb: Statt des neueren 800er-Reihenzweizylinders setzt Suzuki auf den seit 1999 bewährten 645 cm³ großen 90-Grad-V2-Motor aus der SV 650. Diese Entscheidung könnte Suzuki helfen, seine Verkaufszahlen zu steigern, da das Bike voraussichtlich zu einem attraktiven Preis angeboten wird.
Wichtige Punkte
- Die Suzuki SV-7 GX ist ein neues Crossover-Motorrad mit modernem Design.
- Sie nutzt den bewährten 645 cm³ V2-Motor der SV 650.
- Ein attraktiver Preis unter 9.000 Euro wird erwartet.
- Das Modell bietet verbesserte Tourentauglichkeit und ein modernes TFT-Display.
- Suzuki hofft, damit die aktuellen Verkaufsrückgänge um 37,5 Prozent auszugleichen.
Ein bekannter Motor im neuen Gewand
Der V2-Motor, der in der SV-7 GX zum Einsatz kommt, ist ein echtes Langzeitprodukt. Er wird seit über zwei Jahrzehnten fast unverändert produziert. Über die Jahre erhielt er eine moderne Einspritzanlage und Ride-by-Wire-Technologie, aber seine Grundstruktur mit einem Bohrung-Hub-Verhältnis von 81 x 62,6 mm blieb gleich. Dieser Motor ist für seine Laufruhe bekannt und dreht willig hoch. Er leistet 73 PS und gilt als zuverlässig und durchzugsstark, selbst bei niedrigen Drehzahlen.
Die SV 650, in der dieser Motor ebenfalls verbaut ist, gehört weiterhin zu den Bestsellern von Suzuki. Ihre Beliebtheit liegt in der Kombination aus guter Leistung und einem günstigen Preis. Genau diese Eigenschaften möchte Suzuki nun mit der SV-7 GX in das Crossover-Segment übertragen.
Faktencheck: Der V2-Motor
- Hubraum: 645 cm³
- Zylinderanordnung: 90-Grad-V2
- Leistung: 73 PS
- Einführung: Ursprüngliche Konstruktion von 1999
- Aktuelle Features: Einspritzung, Ride-by-Wire
Design und Ausstattung der SV-7 GX
Die SV-7 GX teilt viele Komponenten mit dem Naked Bike SV 650. Dazu gehören der Gitterrohrrahmen, die Stahlschwinge und das Bremssystem mit Vierkolben-Bremssätteln vorne und einem Einkolben-Schwimmsattel hinten. Auch die Fußrasten für Fahrer und Sozius sowie der Auspuff wurden übernommen. Die Frontverkleidung mit einem zentralen LED-Projektionsscheinwerfer und zwei schmalen LED-Tagfahrleuchten ist hingegen neu gestaltet. Im Gegensatz dazu besitzt die SV 650 noch einen Rundscheinwerfer mit Glühlampen.
Auch die Seitenverkleidungen unterhalb des Tanks und das Heck der GX wurden überarbeitet. Diese Änderungen verleihen dem Motorrad ein modernes und eigenständiges Erscheinungsbild.
Verbesserter Komfort für lange Fahrten
Für die Langstreckentauglichkeit eines Crossover-Bikes wurde die Sitzbank der SV-7 GX deutlich verbessert. Sie ist vorne einen Zentimeter und hinten zwei Zentimeter dicker gepolstert als bei der SV 650. Dies ist eine wichtige Maßnahme, da die Sitzbank der SV 650 als recht hart gilt.
Zusätzliche Features für den Reisekomfort umfassen einen dreifach höhenverstellbaren Windschild, Handprotektoren und eine serienmäßige Gepäckbrücke. Der Lenker ist näher am Fahrer positioniert, was eine aufrechtere Sitzposition ermöglicht und den Komfort auf längeren Fahrten erhöht.
"Die SV-7 GX kombiniert bewährte Technik mit einem modernen Auftritt und erhöhtem Komfort für Tourenfahrer. Das ist ein kluger Schachzug von Suzuki."
Modernes Cockpit und Fahrmodi
Ein deutlicher Fortschritt zeigt sich im Cockpit der SV-7 GX. Hier kommt ein modernes fünf Zoll großes TFT-Display zum Einsatz, während die SV 650 noch ein passives LC-Display verwendet. Die neuen Bedienelemente am linken Lenkerende ermöglichen eine einfache Steuerung des Menüs.
Die SV-7 GX bietet dem Fahrer zudem drei verschiedene Fahrmodi: vom Regen- bis zum Sportmodus. Eine dreistufige und abschaltbare Schlupfregelung sorgt für zusätzliche Sicherheit und Kontrolle unter verschiedenen Fahrbedingungen.
Hintergrund: Suzukis Marktposition
Suzuki hat in den letzten Jahren auf dem Motorradmarkt zu kämpfen gehabt. Die Neuzulassungen aller Suzuki-Modelle lagen bis Oktober dieses Jahres bei lediglich 2.993 Stück, was einen Rückgang von 37,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Neue Modelle wie die GSX-8 und V-Strom 800, die mit dem neuen 776 cm³ Reihenzweizylindermotor ausgestattet sind, wurden zwar von Experten gelobt, sind aber vergleichsweise teuer. Die SV-7 GX soll mit ihrem voraussichtlich günstigeren Preis und dem bewährten Motor die Verkaufszahlen wieder ankurbeln.
Fahrwerk und Gewicht
Im Vergleich zu anderen Crossover-Modellen, bei denen die Federwege oft länger sind als bei Naked Bikes, bietet die SV-7 GX hinten 129 mm Federweg. Dies ist sogar einen Millimeter kürzer als bei der SV 650. Vorne sind es immerhin 129 mm, also vier Millimeter mehr als beim Naked Bike. Die Sitzhöhe bleibt mit 795 mm nahezu identisch. Lediglich die Vorspannung am Federbein lässt sich einstellen.
Suzuki gibt an, das Fahrwerk sei insgesamt weicher abgestimmt und die Fußrasten etwas niedriger positioniert. Dies soll auch Fahrern mit kürzeren Beinen einen sicheren Stand ermöglichen. Obwohl die SV-7 GX weiterhin auf 17-Zoll-Felgen setzt, wurden diese mit filigraneren Speichen neu gestaltet. Als Erstbereifung kommen Pirelli Angel GT II Reifen in den Dimensionen 120/70-17 vorne und 160/60-17 hinten zum Einsatz, was auf ein neutrales Fahrverhalten schließen lässt. Mit 211 kg Leergewicht ist die SV-7 GX allerdings 11 kg schwerer als die SV 650.
- Federweg hinten: 129 mm
- Federweg vorne: 129 mm
- Sitzhöhe: 795 mm
- Leergewicht: 211 kg (+11 kg zur SV 650)
Praktische Details und Zubehör
Ein weiteres Highlight der SV-7 GX ist der serienmäßige Quickshifter, der das Schalten erleichtert und die Kupplungsbetätigung in vielen Situationen überflüssig macht. Das Tankvolumen wurde auf 17,4 Liter erhöht. Mit einem angegebenen Verbrauch von 4,2 Litern pro 100 km ergibt sich eine theoretische Reichweite von beeindruckenden 414 km.
Suzuki bietet zudem ein umfangreiches Zubehörprogramm an, darunter zwei verschieden große Tankrucksäcke, ein Topcase, Softtaschen, einen höheren Windschild und eine Griffheizung. Diese Optionen unterstreichen die Ausrichtung der SV-7 GX als vielseitiges Tourenmotorrad.
Reichweite und Verbrauch
- Tankvolumen: 17,4 Liter
- Verbrauch: 4,2 l/100 km
- Theoretische Reichweite: ca. 414 km
Fazit: Ein wichtiger Schritt für Suzuki
Die Einführung der SV-7 GX ist ein strategisch wichtiger Schritt für Suzuki. Das attraktiv gestaltete Crossover-Bike mit seinem bewährten, aber modernisierten V2-Motor und einem voraussichtlich günstigen Preis könnte dem Hersteller helfen, seine Verkaufszahlen wieder zu beleben. Nach einem schwierigen Jahr mit einem deutlichen Rückgang der Neuzulassungen setzt Suzuki auf eine Kombination aus Zuverlässigkeit, Komfort und einem ansprechenden Paket, um neue Kunden zu gewinnen.
Die SV-7 GX könnte sich als eine attraktive Option für Motorradfahrer erweisen, die ein vielseitiges und preiswertes Motorrad für den Alltag und längere Touren suchen.





