Das britische Unternehmen Wayve hat eine Finanzierungsrunde über 1,2 Milliarden US-Dollar erfolgreich abgeschlossen. Mit diesem Kapital will Wayve den Start seiner autonomen Robotaxi-Dienste in London finanzieren und seine Technologie weiterentwickeln. Die Bewertung des Unternehmens steigt damit auf 8,6 Milliarden US-Dollar.
Wichtige Punkte
- Wayve erhält 1,2 Milliarden US-Dollar in neuer Finanzierungsrunde.
- Der Unternehmenswert steigt auf 8,6 Milliarden US-Dollar.
- Robotaxi-Dienste sollen dieses Jahr in London starten.
- Zu den Investoren gehören Microsoft, Nvidia, Uber sowie Mercedes-Benz, Nissan und Stellantis.
- Die KI-basierte Software benötigt keine hochauflösenden Karten.
Massive Investition für autonomes Fahren
Wayve, ein führender Entwickler von KI-basierter Software für autonomes Fahren, hat eine beachtliche Investition erhalten. Die vierte Finanzierungsrunde brachte dem Unternehmen 1,2 Milliarden US-Dollar ein. Diese Summe soll vor allem den kommerziellen Start der Robotaxi-Dienste ermöglichen.
Die Unterstützung kommt von einer Reihe namhafter Investoren. Dazu gehören Technologiegiganten wie Microsoft und der Chiphersteller Nvidia. Auch der Fahrdienstleister Uber ist beteiligt und hat zugesagt, seine Investition aufzustocken, um insgesamt 1,5 Milliarden US-Dollar für den Dienststart bereitzustellen. Drei große Automobilhersteller – Mercedes-Benz, Nissan und Stellantis – zählen ebenfalls zu den Geldgebern.
„Diese Finanzierung ist ein klares Zeichen für das Vertrauen in unsere Technologie und unsere Vision für die Zukunft der Mobilität“, erklärte ein Sprecher von Wayve.
Expansion in London und darüber hinaus
Der erste reguläre Robotaxi-Dienst von Wayve soll noch in diesem Jahr in London starten. Die Stadt ist ein anspruchsvolles Umfeld für autonomes Fahren, bietet aber auch enormes Potenzial. Nach dem Start in der britischen Hauptstadt plant Wayve, seine Dienste auf weitere Städte auszuweiten.
Neben dem eigenen Robotaxi-Dienst verfolgt Wayve auch eine Strategie, seine Technologie an Automobilhersteller zu lizenzieren. Diese können das System dann in ihre Fahrzeuge integrieren. Das Spektrum der Anwendung reicht dabei von teilautomatisiertem Fahren der Stufe 2+ (ohne Hände am Lenkrad) bis hin zum hochautomatisierten Fahren der Stufe 4.
Faktencheck: Wayve im Überblick
- Gründung: 2017
- Hauptsitz: London, Großbritannien
- Technologie: KI-basierte Software für autonomes Fahren
- Unternehmenswert: 8,6 Milliarden US-Dollar nach der aktuellen Finanzierungsrunde
- Investitionen: Insgesamt 1,2 Milliarden US-Dollar in der vierten Runde
Technologie ohne hochauflösende Karten
Ein zentraler Aspekt der Wayve-Technologie ist ihre Unabhängigkeit von hochauflösenden Karten oder ortsspezifischer Infrastruktur. Das System läuft direkt auf dem Fahrzeugcomputer. Dies ist ein entscheidender Vorteil, da es die Skalierbarkeit und den Einsatz in verschiedenen Regionen erleichtert.
Wayve hat seine KI-Software mit Daten aus über 70 Ländern trainiert. Dies ermöglichte es dem Unternehmen, im vergangenen Jahr Testfahrten in mehr als 500 Städten in Europa, Nordamerika und Japan durchzuführen – und das ohne vorherige städtespezifische Anpassungen. Diese Flexibilität könnte Wayve einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.
Wettbewerb im Bereich Robotaxis
Wayve ist nicht der einzige Akteur, der in diesem Jahr autonome Taxis in London einführen will. Der Markt für Robotaxis wird immer dichter. Konkurrenz kommt unter anderem von Waymo, einer Tochtergesellschaft von Alphabet. Auch die Fahrdienste Uber und Lyft planen, autonome Fahrzeuge in London einzusetzen.
Uber und Lyft nutzen dabei angeblich das System Apollo Go des chinesischen Digitalkonzerns Baidu. Der Wettbewerb um die Vorherrschaft im Bereich des autonomen Fahrens ist also in vollem Gange. Wayve positioniert sich mit seiner KI-zentrierten und kartenunabhängigen Lösung als starker Mitspieler.
Hintergrund: Autonomes Fahren Level 4
Das autonome Fahren wird in verschiedene Stufen eingeteilt. Level 4 bedeutet, dass das Fahrzeug in bestimmten Bereichen und unter bestimmten Bedingungen vollständig autonom fahren kann. Der Fahrer muss das System nicht überwachen und kann sich anderen Tätigkeiten widmen. Eine Übernahme durch den Menschen ist nur noch in Ausnahmefällen oder außerhalb des definierten Betriebsbereichs erforderlich.
Die Entwicklung und der Einsatz autonomer Fahrzeuge stellen sowohl technologisch als auch regulatorisch große Herausforderungen dar. Die jüngste Finanzierungsrunde für Wayve zeigt jedoch, dass Investoren weiterhin ein großes Potenzial in dieser Zukunftstechnologie sehen.
Die Fähigkeit, ohne detaillierte Kartendaten zu operieren, könnte Wayve dabei helfen, schneller in neue Märkte vorzudringen. Mit dem Start in London wird sich zeigen, wie gut sich die Technologie im realen Stadtverkehr bewährt. Die kommenden Monate werden spannend für die Branche des autonomen Fahrens.





