Das auf Robotik-KI spezialisierte Unternehmen Skild AI hat eine Series-C-Finanzierungsrunde über 1,4 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Diese Investition, angeführt von der SoftBank Group, katapultiert die Unternehmensbewertung auf über 14 Milliarden US-Dollar. Dies ist mehr als das Dreifache der Bewertung aus der Series-B-Runde vor nur sieben Monaten.
Wichtige Erkenntnisse
- Skild AI sichert sich 1,4 Milliarden US-Dollar in Series-C-Finanzierung.
- Bewertung steigt auf über 14 Milliarden US-Dollar, verdreifacht sich in sieben Monaten.
- SoftBank Group führt die Runde an, NVentures und Jeff Bezos beteiligen sich.
- Das "Skild Brain" ist ein "omni-bodied" KI-Modell für verschiedene Robotertypen.
- Neue Mittel sollen das "Data Flywheel" und die globale Expansion vorantreiben.
Das "Omni-Bodied" Gehirn revolutioniert die Robotik
Im Zentrum der Technologie von Skild AI steht das sogenannte "Skild Brain". Das Unternehmen beschreibt es als das branchenweit erste vereinheitlichte Robotik-Grundlagenmodell. Im Gegensatz zu herkömmlicher Robotik-Software, die oft spezifisch für ein bestimmtes Roboterchassis entwickelt wird, ist das Skild-Modell "omni-bodied". Das bedeutet, es kann Quadrupeden, Humanoide und Roboterarme steuern, ohne vorherige Kenntnisse ihrer spezifischen mechanischen Formen zu benötigen.
Diese bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit verdankt das Unternehmen einem "Multiversum"-Trainingsansatz. Die KI wird dabei gezwungen, Tausende verschiedener simulierter Roboterkörper über Jahrtausende simulierter Zeit zu verwalten. Dies fördert In-Context-Lernfähigkeiten. Roboter können sich so in Echtzeit an physische Veränderungen anpassen. Dazu gehören das Beheben eines blockierten Rads oder die Anpassung an provisorische Stelzen, ohne manuelle Neuprogrammierung.
Faktencheck: Skild AI Finanzierung
- Investitionssumme: 1,4 Milliarden US-Dollar
- Bewertung: Über 14 Milliarden US-Dollar
- Verdreifachung: Innerhalb von 7 Monaten
- Hauptinvestor: SoftBank Group
- Weitere Investoren: NVentures (NVIDIA), Macquarie Capital, Jeff Bezos (via Bezos Expeditions)
Ein "Kriegsschatz" im Robotik-Wettlauf
Die Bewertung von 14 Milliarden US-Dollar positioniert Skild AI an der Spitze eines sich vertiefenden Bewertungsgrabens im Bereich der verkörperten KI. Andere wichtige Software-Unternehmen wie Physical Intelligence (Pi) haben Ende 2025 ebenfalls erhebliche Finanzierungsrunden abgeschlossen. Die jüngste Kapitalerhöhung von Skild legt jedoch nahe, dass Investoren zunehmend generalisierte Software als wertvolleres Gut betrachten als die Hardware selbst.
Das Umsatzwachstum von Skild soll die Begeisterung der Investoren bestätigt haben. Das Unternehmen gab an, im Jahr 2025 in nur wenigen Monaten von null auf 30 Millionen US-Dollar Umsatz gewachsen zu sein. Dies geschah hauptsächlich durch Implementierungen in den Bereichen Sicherheit, Bauwesen und Lagerfertigung.
"Das Skild Brain kann Roboter steuern, für die es nie trainiert wurde, und sich in Echtzeit an extreme Veränderungen anpassen", sagte Deepak Pathak, Mitbegründer und CEO von Skild AI. "Wir glauben, dass dieses omni-bodied Lernen entscheidend ist, um AGI zu entwickeln, die zuverlässig in der physischen Welt funktioniert."
Skalierung des "Data Flywheel"
Skild AI plant, das neue Kapital zur Skalierung seines "Data Flywheel" zu nutzen. Dieses System verbessert das Modell kontinuierlich, während es in mehr Robotern und Umgebungen eingesetzt wird. Das Unternehmen nutzt vier primäre Datenquellen:
- Groß angelegte Simulationen: Erzeugung von Billionen synthetischer Erfahrungen.
- Internet-Videos: Training des Gehirns mit Milliarden von menschlichen Aktionsvideos, um Objektmanipulation zu verstehen.
- Teleoperation: Erfassung hochpräziser menschlicher Daten über intelligente Schnittstellen.
- Einsätze in der realen Welt: Lernen von Robotern, die in Fabriken, Rechenzentren und auf Lieferrouten aktiv sind.
Diese Strategie bringt Skild in direkten Wettbewerb mit anderen Firmen, die "Internet-Scale"-Datensätze nutzen, um den Engpass bei Robotik-Daten zu lösen. Beispielsweise stellte 1X Technologies kürzlich sein 1XWM World Model vor, einen generativen "kognitiven Kern", der es Robotern ermöglicht, eine Aufgabe durch Videoerzeugung "vorzustellen", bevor sie ausgeführt wird.
Hintergrund: Generalisierte KI in der Robotik
Die Entwicklung von generalisierten KI-Modellen, die nicht an einen spezifischen Robotertyp gebunden sind, gilt als nächster großer Schritt in der Robotik. Diese Modelle sollen Robotern ermöglichen, sich an unvorhergesehene Situationen anzupassen und Aufgaben zu bewältigen, für die sie nicht explizit programmiert wurden. Dies ist entscheidend für den Einsatz von Robotern in komplexen und dynamischen Umgebungen außerhalb von kontrollierten Fabrikumgebungen.
Wettbewerb und Zukunftsaussichten
Während 1X seinen Video-to-Action-Pipeline nutzt, um seinen NEO-Humanoiden für häusliche Aufgaben wie das Bügeln eines Hemdes oder das Bedienen einer Toilettenschüssel zu generalisieren, konzentriert sich Skilds Ansatz stärker auf massive Simulationen, um seine "omni-bodied" Vielseitigkeit zu erreichen. Dieser Fokus auf physikalischen "gesunden Menschenverstand" hat es dem Skild-Modell bereits ermöglicht, sich ohne vorheriges Training an extreme mechanische Veränderungen anzupassen. Dazu gehören das Entdecken neuer Fortbewegungsstrategien nach simuliertem Gliedmaßenverlust oder das autonome Umschalten auf einen Gehgang, wenn Räder blockiert sind.
Mit strategischen Investoren wie Samsung, LG und Salesforce Ventures, die ebenfalls in die Kapitalstruktur eingestiegen sind, positioniert Skild AI sein universelles Gehirn als Betriebssystem für eine Vielzahl industrieller und häuslicher Hardware. Die Zukunft der Robotik könnte durch solch flexible und anpassungsfähige KI-Systeme grundlegend verändert werden.





