Die zunehmende Verbreitung von Elektroautos stellt Städte vor die Herausforderung, ausreichend Lademöglichkeiten bereitzustellen. Eine innovative Lösung, die Ladeinfrastruktur direkt in die Bordsteine am Straßenrand zu integrieren, nimmt nun Fahrt auf. Der Rüstungskonzern Rheinmetall und der Ladeinfrastruktur-Dienstleister TankE haben eine strategische Partnerschaft geschlossen, um diese Technologie flächendeckend in deutschen Städten und Gemeinden zu installieren.
Diese neue Art der Ladestation soll das Stadtbild nicht stören und gleichzeitig eine effiziente Ladelösung für Elektrofahrzeuge bieten. Nach einem erfolgreichen Test in Köln steht die Technologie nun zur Serienreife bereit.
Wichtige Punkte
- Rheinmetall und TankE kooperieren für Ladebordsteine.
- Modulare Bordsteine bieten 22 kW Wechselstromladung.
- Die Technik ist unauffällig und platzsparend.
- Erfolgreicher einjähriger Test in Köln abgeschlossen.
- Geringere Anfälligkeit für Vandalismus und Diebstahl.
Innovative Ladelösung für urbane Räume
Die von Rheinmetall entwickelte modulare Technik wird direkt in die Bordsteinkante integriert. Dies ermöglicht das Laden von Elektroautos mit einer Leistung von 22 Kilowatt (kW) Wechselstrom. Im Gegensatz zu herkömmlichen Ladesäulen fügen sich diese Ladebordsteine nahtlos in das Stadtbild ein. Sie sind besonders vorteilhaft für denkmalgeschützte Bereiche oder Straßen mit begrenztem Platz.
TankE, eine Tochter des Kölner Energieversorgers Rheinenergie, übernimmt die Planung, Installation, den Betrieb und die Wartung der Ladeanlagen. Die Partnerschaft zielt darauf ab, die urbane Ladeinfrastruktur signifikant zu erweitern und Engpässe zu beseitigen.
Faktencheck
- Ladeleistung: 22 kW Wechselstrom
- Integration: Direkt in die Bordsteinkante
- Vorteile: Platzsparend, unauffällig, ideal für historische Viertel
- Partner: Rheinmetall (Technologie), TankE (Betrieb)
Erfolgreicher Feldtest in Köln
Die neue Technologie hat bereits einen umfassenden Praxistest bestanden. Rheinmetall und TankE starteten im Jahr 2024 einen Feldversuch in Köln. Vier Ladebordsteine wurden an zwei Standorten im Stadtteil Lindenthal installiert. Dieser Test lief über einen Zeitraum von etwa einem Jahr.
Die Ergebnisse des Tests waren positiv. Die Technik hat sich bewährt und gilt nun als serienreif. Rheinmetall berichtete im Mai des vergangenen Jahres über die positive Nutzerbewertung. Dies unterstreicht das Potenzial der Ladebordsteine für eine breite Anwendung.
„Die Integration der Ladetechnik in die Bordsteine ist ein entscheidender Schritt für die Elektromobilität in urbanen Gebieten. Sie bietet eine ästhetische und praktische Lösung.“
Vorteile gegenüber herkömmlichen Ladesäulen
Ein wesentlicher Vorteil der Ladebordsteine liegt in ihrer Robustheit und geringeren Anfälligkeit für Vandalismus. Herkömmliche Ladesäulen sind zunehmend Ziel von Kabeldiebstahl und Beschädigungen. Solche Vorfälle können Schäden im Wert von mehreren Zehntausend Euro verursachen.
Die modulare Bauweise der Ladebordsteine reduziert zudem die Installations- und Wartungskosten. Komponenten können schnell nachgerüstet oder ausgetauscht werden, was die Betriebseffizienz erhöht und Ausfallzeiten minimiert. Dies macht die Ladebordsteine zu einer wirtschaftlich attraktiven Option für Kommunen.
Hintergrund der Partnerschaft
Rheinmetall, bekannt als Rüstungskonzern, diversifiziert zunehmend seine Geschäftsfelder und investiert in zivile Technologien, insbesondere im Bereich der Elektromobilität. TankE ist ein spezialisierter Dienstleister für Ladeinfrastruktur und eine Tochtergesellschaft der Rheinenergie. Diese Kombination aus Technologieentwicklung und Infrastrukturbetrieb bildet eine starke Basis für den Rollout der Ladebordsteine.
Herausforderungen und Nutzerfeedback
Trotz der positiven Gesamtrückmeldung gab es während des Feldtests auch einige kritische Anmerkungen von Nutzern. Einige bemängelten, dass sie sich bücken müssten, um den Ladeanschluss zu erreichen. Andere äußerten Bedenken hinsichtlich möglicher Verschmutzungen der Abdeckungen.
Diese Rückmeldungen sind für die weitere Entwicklung und Optimierung der Systeme wichtig. Hersteller und Betreiber können diese Punkte nutzen, um die Benutzerfreundlichkeit weiter zu verbessern und die Akzeptanz in der Bevölkerung zu steigern. Die Nutzerfreundlichkeit bleibt ein zentraler Faktor für den Erfolg neuer Ladeinfrastrukturen.
Zukunftsaussichten für die Elektromobilität
Die Partnerschaft zwischen Rheinmetall und TankE könnte einen wichtigen Beitrag zur Beschleunigung des Ausbaus der Ladeinfrastruktur leisten. Mit der wachsenden Zahl an Elektrofahrzeugen auf den Straßen wird der Bedarf an zugänglichen und effizienten Lademöglichkeiten immer dringlicher. Innovative Lösungen wie die Ladebordsteine sind entscheidend, um diese Nachfrage zu decken und die Energiewende im Verkehrssektor voranzutreiben.
Die unauffällige Integration in das Stadtbild, die hohe Ladeleistung und die geringe Anfälligkeit für Vandalismus machen die Ladebordsteine zu einer vielversprechenden Technologie. Sie bieten eine praktikable Alternative zu den oft raumgreifenden Ladesäulen und ermöglichen eine breitere Verteilung der Ladepunkte.
- Dezentrale Ladepunkte: Ermöglichen Laden direkt am Straßenrand.
- Stadtraumgestaltung: Keine Beeinträchtigung des Stadtbildes durch große Ladesäulen.
- Wirtschaftlichkeit: Geringere Betriebs- und Wartungskosten.
Die nächsten Schritte werden voraussichtlich die Skalierung der Installationen in weiteren Städten umfassen. Die Erfahrungen aus Köln bilden dabei eine solide Grundlage für die Einführung in anderen urbanen Gebieten Deutschlands.





