Mobileye, ein Unternehmen im Besitz von Intel, plant, ab dem Jahr 2027 in den USA einen eigenen Robotaxi-Dienst anzubieten. Damit weitet das Unternehmen seine Geschäftstätigkeit über die bisherige Rolle als reiner Technologiezulieferer für autonomes Fahren hinaus aus. Der Start soll schrittweise erfolgen, beginnend mit einer Flotte von etwa 100 Fahrzeugen in einer großen US-Metropole.
Wichtige Punkte
- Mobileye wird ab 2027 einen eigenen Robotaxi-Service in den USA betreiben.
- Das Unternehmen wechselt von einem reinen Zulieferer zu einem integrierten Mobilitätsanbieter.
- Die anfängliche Flotte umfasst rund 100 Fahrzeuge in einer US-Stadt.
- Mobileye plant, die Flotte innerhalb von fünf Jahren auf 17.000 Fahrzeuge zu erweitern.
- Das Unternehmen kombiniert seine Mobileye Drive-Technologie mit der Moovit-Plattform.
Strategiewechsel bei Mobileye
Bisher konzentrierte sich Mobileye darauf, seine Technologien für autonomes Fahren an Automobilhersteller und Mobilitätsanbieter zu liefern. Zu den Partnern gehören große Namen wie Volkswagen und Zeekr. Die neue Strategie sieht vor, die Entwicklung und den Betrieb autonomer Fahrdienste in einer Hand zu vereinen.
Dieser Schritt bedeutet eine vertikale Integration der Kompetenzen. Mobileye wird nun sowohl die Technologie bereitstellen als auch den Flottenbetrieb, die Fahrgastservices und das Mobilitätsmanagement übernehmen. Dies erweitert die Wertschöpfungskette des Unternehmens erheblich.
Faktencheck
- Mobileye wurde 2017 von Intel übernommen.
- Das Unternehmen arbeitet seit Jahren an der Entwicklung autonomer Fahrzeuge.
- Erste Tests in Deutschland wurden bereits 2020 in Bayern angekündigt, ein Regelbetrieb steht jedoch noch aus.
Das Robotaxi-Geschäftsmodell
Mobileye sieht den direkten Betrieb von Robotaxis als wichtigen Weg, um den Markt für autonome Mobilität zu beschleunigen. Das Unternehmen möchte dabei wertvolle operative Erfahrungen sammeln und die Leistungsfähigkeit seiner Mobileye Drive-Plattform im großen Maßstab unter Beweis stellen.
Die Tochtergesellschaft Moovit spielt dabei eine zentrale Rolle. Deren Mobilitätsplattform wird mit Mobileye Drive kombiniert. Dies ermöglicht eine umfassende Lösung, die Nutzeranwendungen, multimodale Reiseplanung, die Steuerung autonomer Fahrzeuge (AV Mission Control), Flottenmanagement und die Anbindung an Teleoperations-Infrastrukturen umfasst.
Professor Amnon Shashua, Gründer und CEO von Mobileye, äußerte sich zur Entwicklung: „Die Robotaxi-Revolution hat gerade erst begonnen. Ihr Potenzial, unsere Fortbewegung weltweit zu verändern, wächst weiter.“
Die geplante Expansion
Die Einführung des eigenen Robotaxi-Dienstes beginnt im Jahr 2027. Mobileye plant den Einsatz einer Flotte von etwa 100 Fahrzeugen. Diese sollen in einem großen Ballungsraum in den USA starten. Die Inbetriebnahme erfolgt schrittweise, um das Betriebsmodell unter vollständig fahrerlosen Bedingungen zu testen.
Nach einer erfolgreichen Testphase mit der kleineren Flotte beabsichtigt Mobileye, das Geschäft deutlich auszubauen. Innerhalb der nächsten fünf Jahre sollen zusätzlich etwa 17.000 Fahrzeuge in die Flotte integriert werden. Dies zeigt das langfristige Engagement des Unternehmens in diesem Sektor.
Hintergrund: Der Markt für Robotaxis
Der Markt für Robotaxis ist stark umkämpft. In den USA sind bereits mehrere Anbieter aktiv. Waymo, eine Marke von Alphabet, bietet autonome Taxis in zahlreichen Städten an. Auch Zoox, das zu Amazon gehört, ist in Las Vegas präsent. Tesla arbeitet ebenfalls an der Etablierung in einigen US-Städten.
Der Fahrdienstanbieter Uber plant, in den nächsten Jahren bis zu 50.000 vollautonome Robotaxis gemeinsam mit Rivian auf den Markt zu bringen. In Deutschland gibt es ebenfalls Pläne: Moia testet in Hamburg Robotaxis mit Mobileye-Technologie. Uber und Autobrains wollen autonome Autos in München einsetzen. Lyft und Baidu kündigten Robotaxis in ganz Europa an, ebenso wie Stellantis und Bolt, die dieses Jahr erste Testfahrten starten wollen.
Partnerschaften und Wettbewerb
Trotz der neuen Strategie will Mobileye weiterhin als Anbieter des autonomen Fahrsystems Mobileye Drive für Automobilhersteller und Mobilitätsbetreiber tätig sein. Das Unternehmen ist optimistisch, dass sowohl die eigenen Robotaxi-Programme als auch die der Kunden parallel erfolgreich sein können.
Es bleibt jedoch abzuwarten, wie bestehende Partner auf die neue Rolle von Mobileye als direkter Konkurrent reagieren. Professor Shashua betonte, dass die Branche zunehmend von einer kleinen Zahl von Technologieanbietern und Geschäftsmodellen abhängig sei.
Mobileye sucht aktiv nach neuen Partnern. Dazu gehören Hersteller von Fahrzeugplattformen, die sich zu Robotaxis umrüsten lassen, sowie Flottenbetreiber, Integrationspartner und weitere Schlüsseltechnologieanbieter. Ein solches Ökosystem soll Mobileye ermöglichen, autonome Fahrdienste effizient zu verwalten und zu betreiben.
Zukunftsaussichten
Die Pläne von Mobileye unterstreichen den wachsenden Trend zur autonomen Mobilität. Die Kombination aus eigener Technologieentwicklung und direktem Servicebetrieb könnte dem Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Der Erfolg wird maßgeblich davon abhängen, wie schnell und sicher die Technologie im realen Verkehr skaliert werden kann.
Die Erweiterung der Flotte auf 17.000 Fahrzeuge innerhalb von fünf Jahren ist ein ambitioniertes Ziel. Es zeigt das Vertrauen von Mobileye in die Reife und Zuverlässigkeit seiner autonomen Fahrsysteme. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie sich diese Strategie im dynamischen Robotaxi-Markt bewährt.





