Shanghai, China – Ein neuer Meilenstein in der Robotik wurde erreicht: Das in Shanghai ansässige Robotik-Startup MirrorMe Technology hat am 2. Februar 2026 seinen humanoiden Roboter Bolt vorgestellt. Dieser Roboter erreichte in realen Tests eine Spitzengeschwindigkeit von 10 Metern pro Sekunde (m/s), was ungefähr 36 Kilometern pro Stunde entspricht. Damit setzt Bolt neue Maßstäbe in der Fortbewegung von Robotern und übertrifft die Leistungen bisheriger Branchenführer deutlich.
Wichtige Erkenntnisse
- Bolt erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 10 m/s (36 km/h).
- Der Roboter ist 175 cm groß und wiegt 75 kg.
- Er übertrifft damit bisherige Humanoide wie Tesla Optimus und Unitree H1 deutlich.
- Die Geschwindigkeit wird durch eine hohe Schrittfrequenz angetrieben.
- MirrorMe plant, Bolt als „Stahl-Sparringspartner“ für Sportler einzusetzen.
Ein neuer Geschwindigkeitsrekord
Bolt, der 175 cm groß ist und 75 kg wiegt, ist darauf ausgelegt, menschliche Proportionen nachzuahmen und gleichzeitig die mechanischen Grenzen der bipeden Stabilität zu erweitern. In einem vom Unternehmen veröffentlichten Demonstrationsvideo trat Bolt gegen den Gründer von MirrorMe, Wang Hongtao, in einem Rennen auf dem Laufband an. Während der menschliche Läufer seine physische Grenze erreichte, hielt der Roboter ein konstantes Tempo, wobei der Tachometer die 10 m/s-Marke erreichte.
Die Geschwindigkeit von Bolt basiert technisch auf einer Strategie hoher Trittfrequenz und nicht auf einer enormen Schrittlänge. Eine Analyse des Filmmaterials zeigt, dass der Roboter eine extrem schnelle Beinbewegung nutzt, um Schritte auszugleichen, die kürzer sind als die eines menschlichen Sprinters. Um dies zu erreichen, hat MirrorMe die Gelenke des Roboters neu konstruiert und sein Antriebssystem von Grund auf neu aufgebaut, um die hohen Drehmomentanforderungen solch schneller Bewegungen zu erfüllen.
Faktencheck: Bolt im Vergleich
- Bolt (MirrorMe): 10 m/s (36 km/h)
- RobotEra L7: bis zu 4,0 m/s (14,4 km/h)
- Unitree H1: 3,3 m/s (11,9 km/h)
- Tesla Optimus: ca. 2,7 m/s (9,7 km/h)
Der Wettkampf um die Spitze
Bolts Sprint von 10 m/s schafft eine erhebliche Lücke zwischen MirrorMe und anderen großen Akteuren in diesem Bereich. Noch vor wenigen Monaten sah die Branchenlandschaft ganz anders aus. Der Tesla Optimus erreichte kürzlich einen persönlichen Rekord von etwa 2,7 m/s. Der RobotEra L7 beansprucht Geschwindigkeiten von bis zu 4,0 m/s. Der Unitree H1 hielt zuvor Rekorde bei 3,3 m/s.
Mit seiner aktuellen Spitzengeschwindigkeit könnte Bolt theoretisch einen 100-Meter-Lauf in genau 10 Sekunden absolvieren. Dies würde nicht nur die jüngst von Figure 03 demonstrierten Shuttle-Runs übertreffen, sondern den Roboter auch knapp hinter dem Weltrekordtempo seines Namensgebers, Usain Bolt, platzieren. Usain Bolt erreichte bei seinem Rekordlauf 2009 eine Spitzengeschwindigkeit von 12,42 m/s.
„Die Entwicklung von Bolt ist ein Beweis für die Fortschritte in der Robotik. Wir sind stolz darauf, einen Roboter geschaffen zu haben, der menschliche Leistungen in so vielen Bereichen herausfordern kann.“
Von vier Beinen zu zwei: Ein technischer Sprung
Das Team hinter Bolt, das ursprünglich von der Zhejiang-Universität stammt, hat eine lange Geschichte in der Priorisierung von Hochgeschwindigkeitsbewegungen. MirrorMe erregte erstmals internationale Aufmerksamkeit mit seinem vierbeinigen Roboter Black Panther II, der 2025 in einer Fernsehübertragung einen 100-Meter-Sprint in 13,17 Sekunden absolvierte.
Der Übergang von vier Beinen zu zwei stellt eine massive technische Hürde in der dynamischen Balance dar. Während ein Vierbeiner wie der Black Panther II Geschwindigkeiten von 13,4 m/s erreichen kann, erfordert die Aufrechterhaltung der Stabilität auf zwei Beinen bei 10 m/s eine wesentlich anspruchsvollere Steuerung der Fortbewegung und des Flugphasenmanagements.
Hintergrund: Humanoide Robotik
Humanoide Roboter sind Roboter, die in ihrer äußeren Erscheinung und/oder in ihrem Verhalten dem Menschen ähneln. Ihr Ziel ist es oft, in Umgebungen zu arbeiten, die für Menschen gemacht sind. Die Entwicklung von bipeden Robotern, die rennen können, ist besonders anspruchsvoll, da sie komplexe Gleichgewichts- und Bewegungskontrollsysteme erfordert.
Jenseits des Rekords
MirrorMe betont, dass das Streben nach dem Titel „schnellster“ ein Nebenprodukt ihres umfassenderen Ziels ist: die Schaffung von „Super-Spezies“-Robotern, die über menschliche Bewegungswahrnehmung und sportliche Leistung verfügen. Das Unternehmen sieht Bolt als „Stahl-Sparringspartner“ für Profisportler, der einen konstanten, schnellen Schrittmacher bietet, der menschliche Grenzen im Echtzeit-Training erweitern kann.
Während die Laufband-Demonstration eine kontrollierte Umgebung darstellt, behauptet MirrorMe, dass Bolt diese Geschwindigkeiten auch bei „realen Tests“ außerhalb des Labors erreicht hat. Es bleibt abzuwarten, ob der Roboter diese Geschwindigkeit auf dem unterschiedlichen Terrain eines Marathonkurses beibehalten kann, wo Stabilitätsprobleme oft zu Stolpern führen.
- Zukünftige Anwendungen: Bolt könnte als Trainingspartner für Sportler dienen.
- Forschung & Entwicklung: Der Fokus liegt auf menschenähnlicher Bewegungswahrnehmung.
- Herausforderungen: Stabilität auf unebenem Gelände muss noch bewiesen werden.
Die Fähigkeiten von Bolt eröffnen neue Möglichkeiten für die Interaktion zwischen Mensch und Maschine im Sport und darüber hinaus. Die Entwicklungen in der humanoiden Robotik schreiten rasant voran, und MirrorMe Technology hat mit Bolt einen bemerkenswerten Schritt nach vorne gemacht.





