Reflex Robotics, ein Startup aus New York, plant den Bau der ersten Fabrik für humanoide Roboter in Lateinamerika. Die Produktionsstätte entsteht in Nuevo León, Mexiko. Dieser Schritt markiert eine wichtige Entwicklung für das Unternehmen, das sich auf die Massenproduktion von Robotern für allgemeine Aufgaben konzentriert. Die Fabrik soll über 2.000 neue Arbeitsplätze schaffen, von der hochpräzisen Montage bis hin zu Positionen in den Bereichen KI und Robotik.
Wichtige Erkenntnisse
- Reflex Robotics baut die erste humanoide Roboterfabrik Lateinamerikas in Nuevo León, Mexiko.
- Die Roboter von Reflex nutzen ein Radsystem anstelle von Beinen, was die Kosten senkt und die Akkulaufzeit verlängert.
- Die Fabrik wird auch als operatives Zentrum für die Fernsteuerung von Robotern in den USA dienen.
- Das Unternehmen strebt eine schnelle Amortisation von einem Jahr für Logistikbetriebe an.
Mexiko als Zentrum für Hochtechnologie
Die Entscheidung für Nuevo León unterstreicht die wachsende Bedeutung der Region als Standort für fortschrittliche Fertigung. Gouverneur Samuel García gab die Pläne während eines Handelsbesuchs in New York bekannt. Mexiko etabliert sich zunehmend als "Nearshoring"-Hub, was Unternehmen ermöglicht, näher an ihren Hauptmärkten zu produzieren.
Reflex Robotics, ursprünglich aus dem MIT hervorgegangen, geht mit diesem Schritt von der Prototypenentwicklung zur industriellen Produktion über. Das Unternehmen will die Automatisierung von Routineaufgaben in Logistikzentren und Lagern vorantreiben.
Faktencheck
- Über 2.000 neue Arbeitsplätze entstehen in der Fabrik in Nuevo León.
- Die Roboter von Reflex kosten schätzungsweise 20-mal weniger als die meisten anderen humanoiden Roboter.
- Die Akkulaufzeit der Roboter beträgt über 16 Stunden.
- Die geschätzten Hardwarekosten pro Einheit liegen bei nur 10.000 US-Dollar.
Einzigartiges Design für Kosteneffizienz
Anders als viele Konkurrenten, die auf zweibeinige Roboter setzen, verfolgt Reflex Robotics einen anderen Ansatz. Ihre humanoiden Roboter bewegen sich auf Rädern anstelle von Beinen. Dieses Design reduziert die Materialkosten erheblich, laut Unternehmen um das Zwei- bis Dreifache. Es verlängert zudem die Akkulaufzeit auf über 16 Stunden, was für den Dauereinsatz in Logistikbetrieben entscheidend ist.
Reflex Robotics geht davon aus, dass die Hardwarekosten pro Einheit bei nur etwa 10.000 US-Dollar liegen. Dieser Preis soll eine Amortisationszeit von nur einem Jahr für Betreiber von Logistik- und Lagerhallen ermöglichen. Diese Kosteneffizienz ist ein Schlüsselargument für die breite Einführung der Technologie.
„Unser Ansatz mit einem Radsystem anstelle von Beinen senkt die Kosten drastisch und macht unsere Roboter für Unternehmen jeder Größe zugänglich“, so ein Sprecher von Reflex Robotics.
Mensch-in-der-Schleife: Fernsteuerung aus Mexiko
Die mexikanische Fabrik wird nicht nur produzieren, sondern auch als strategisches operatives Zentrum dienen. Teams vor Ort werden die in US-Fabriken eingesetzten humanoiden Roboter überwachen und bei Bedarf fernsteuern. Diese "Mensch-in-der-Schleife"-Strategie ist ein Kernbestandteil des Wertversprechens von Reflex.
Sie ermöglicht menschlichen Bedienern, per Teleoperation einzugreifen, wenn autonome Systeme auf unvorhergesehene Situationen stoßen. Dies löst ein häufiges Problem in der Robotik: das Versagen von KI-Modellen in komplexen physischen Umgebungen. Durch die Nutzung der geringeren Arbeitskosten in Mexiko für die Fernüberwachung kann Reflex eine hohe Zuverlässigkeit für seine US-Kunden gewährleisten und gleichzeitig wettbewerbsfähige Servicegebühren anbieten.
Hintergrund der Entwicklung
Die Expansion nach Mexiko folgt einer Phase schnellen Wachstums und intensiver Praxistests. Reflex Robotics nahm im vergangenen Jahr an Versuchen von GXO Logistics teil. Dort bewegten ihre Roboter Materialien zusammen mit Bots von Locus Robotics. Diese Tests zeigten die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit der Roboter unter realen Bedingungen.
Finanzierung und weitere Expansion
Zur Unterstützung dieser Skalierung hat das Unternehmen kürzlich wichtige Meilensteine erreicht:
- 7 Millionen US-Dollar Startkapital: Die Finanzierungsrunde wurde von Khosla Ventures angeführt.
- Neue Büro- und F&E-Fläche: Reflex Robotics mietete eine 1.580 Quadratmeter große Fläche im SoMa-Viertel von San Francisco. Dies soll den Zugang zu Talenten an der Westküste sichern und die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten stärken.
Die Entscheidung, 100% der Komponenten in Nuevo León herzustellen, ist ein ehrgeiziger Schritt. Normalerweise verlassen sich Unternehmen in dieser Branche auf spezialisierte Teile aus China oder Europa. Reflex Robotics versucht, eine komplexe Lieferkette zu lokalisieren und damit unabhängiger zu werden.
Während andere Branchengrößen weiter an der Perfektionierung der Laufmechanik zweibeiniger Maschinen arbeiten, setzt Reflex auf eine schnellere und kostengünstigere Lösung. Das Unternehmen glaubt, dass ein günstigerer, radbasierter und vom Menschen unterstützter Roboter der schnellere Weg zur weit verbreiteten Einführung in Lagerhallen ist. Diese Strategie könnte den Markt für humanoide Roboter maßgeblich beeinflussen.





