Menlo Research hat die CAD- und Simulationsdateien für seinen humanoiden Roboter Asimov v1 als Open Source freigegeben. Diese Veröffentlichung ermöglicht es Entwicklern weltweit, den 1,2 Meter großen Roboter nachzubauen und anzupassen. Die Initiative zielt darauf ab, die Entwicklung humanoider Robotik zu beschleunigen und Hindernisse für Forscher und Bastler abzubauen.
Wichtige Punkte
- Menlo Research hat die Hardware- und Softwaredateien des Asimov v1 unter Open-Source-Lizenzen veröffentlicht.
- Das Paket enthält mechanische CAD-Daten, elektrische Schaltpläne und ein MuJoCo-Simulationsmodell.
- Der 1,2 Meter große Roboter verfügt über 25 aktive Freiheitsgrade und ein modulares Design.
- Entwickler können einen Bausatz für 15.000 US-Dollar erwerben oder Komponenten selbst beschaffen.
- Ziel ist es, proprietäre Systeme in der Robotik zu umgehen und die Entwicklung zu vereinfachen.
Open-Source-Initiative für humanoide Robotik
Die Freigabe der Asimov v1-Dateien markiert einen wichtigen Schritt in Richtung einer Demokratisierung der bipeden Robotik. Menlo Research hat die Pläne über X (ehemals Twitter) und ein GitHub-Repository bekannt gegeben. Damit stehen der globalen Entwicklergemeinschaft die notwendigen Baupläne zur Verfügung. Diese umfassen mechanische, elektrische und Simulationsdaten.
Der Asimov v1 ist mit 25 aktiven Freiheitsgraden ausgestattet. Eine 2-Megapixel-Monokamera ist auf der Brust montiert. Das modulare Gehäuse besteht aus MJF-gedrucktem Nylon und Aluminium. Bereits Anfang des Jahres wurde der „Here Be Dragons“ DIY-Bausatz für 15.000 US-Dollar vorgestellt. Durch die Bereitstellung einer offenen Stückliste (BOM) und Fertigungsdateien will Menlo Research den Asimov als reproduzierbare Basis für Forscher und Hobbyisten etablieren.
Faktencheck
- Größe: 1,2 Meter
- Gewicht: 35 Kilogramm
- Freiheitsgrade: 25 aktiv, 2 passiv (Zehengelenke)
- Materialien: 7075 Aluminium (tragende Teile), MJF-PA12 Nylon (nicht-tragende Teile)
- Kamera: 2MP Monokamera
- Rechenleistung: Raspberry Pi 5 (Medien/Netzwerk), Radxa CM5 (Echtzeit-Bewegungssteuerung)
Modulares Design und fortschrittliche Hardware
Der Asimov v1 ist eine 35 Kilogramm schwere, zweibeinige Plattform. Sie verfügt über 25 aktive Freiheitsgrade und zwei passive Zehengelenke. Die technische Spezifikation zeigt, dass die Architektur in sieben Hauptunterbaugruppen unterteilt ist. Tragende Teile bestehen aus 7075 Aluminium, was für hohe Stabilität sorgt. Nicht-tragende Elemente sind für den 3D-Druck mit Multi Jet Fusion (MJF) PA12 Nylon optimiert.
Die Hardware wird von einer Dual-Compute-Einrichtung angetrieben. Ein Raspberry Pi 5 übernimmt Medien- und Netzwerkaufgaben. Ein Radxa CM5 steuert die Echtzeit-Bewegung. Diese Rechenleistung versorgt eine Reihe von Sensoren. Dazu gehören eine 2-Megapixel-Monokamera, ein Quad-Mikrofon-Array und integrierte IMUs. Ein bemerkenswertes Detail des mechanischen Designs ist der innovative RSU (Revolute-Spherical-Universal) Knöchelmechanismus. Dieser ermöglicht natürlichere Reaktionen auf Bodenkräfte durch parallele Aktuation.
„Die Freigabe des Asimov v1 ist ein wichtiger Schritt, um die Entwicklung humanoider Roboter für alle zugänglich zu machen und die Innovationsgeschwindigkeit in diesem Bereich zu erhöhen.“
Brücke zwischen Simulation und Realität
Ein zentraler Bestandteil der Open-Source-Veröffentlichung ist das MuJoCo-Simulationsmodell. Menlo Research hat die Plattform so konzipiert, dass sie „sofort für das Training von Lokomotionsrichtlinien bereit ist“. Dies soll den komplexen Prozess von 100 Stunden bis zu einem gehenden Humanoiden vereinfachen. Die Softwarestrategie nutzt die Processor-in-the-Loop (PIL)-Simulation. Dabei werden bewusst „unfaire“ Realitätsbedingungen in die Trainingsumgebung injiziert. Dies umfasst CANBus-Latenzen von bis zu 9 Millisekunden und Sensorrauschen.
Diese Vorgehensweise stellt sicher, dass die in der Simulation entwickelten Reinforcement-Learning-Strategien den Übergang zur physischen Hardware überleben. Umfangreiche manuelle Feinabstimmungen werden dadurch überflüssig. Dies ist entscheidend, um die Lücke zwischen theoretischer Entwicklung und praktischer Anwendung zu schließen. Die Integration realitätsnaher Störungen im Simulationsprozess ist ein innovativer Ansatz.
Hintergrundinformationen
Open-Source-Hardware und -Software ermöglichen es der Community, Produkte gemeinsam zu entwickeln, zu verbessern und anzupassen. Im Bereich der Robotik bedeutet dies, dass Forscher und Entwickler nicht mehr auf proprietäre Systeme angewiesen sind. Sie können stattdessen auf gemeinsame Ressourcen zugreifen und eigene Innovationen auf einer etablierten Basis aufbauen. Dies fördert Transparenz und beschleunigt den Fortschritt.
Open-Source-Wirtschaft und der weitere Weg
Der „Here Be Dragons“ DIY-Bausatz kann mit einer Anzahlung von 499 US-Dollar vorbestellt werden. Der Zielpreis liegt bei 15.000 US-Dollar. Die Open-Source-Veröffentlichung ermöglicht es Bauherren jedoch, den Bausatz vollständig zu umgehen. Sie können stattdessen die Komponenten selbst beschaffen. Das Team warnt jedoch davor, dass der Bau des Asimov v1 selbst mit den bereitgestellten Dateien eine komplexe technische Herausforderung darstellt. Dazu gehören komplizierte Verkabelungen und präzise mechanische Kalibrierungen.
Die Projekt-Roadmap zeigt, dass mechanische CAD- und Simulationsmodelle bereits verfügbar sind. Elektrische Schaltpläne, PCB-Dateien und eine spezielle mobile App befinden sich noch in der Entwicklung. Die Auslieferung der offiziellen DIY-Bausätze wird voraussichtlich Ende Sommer 2026 beginnen. Dies unterstreicht das Engagement von Menlo Research, die Technologie schrittweise zu erweitern und der Community zugänglich zu machen.
- Verfügbarkeit DIY-Kit: Vorbestellung mit 499 US-Dollar Anzahlung
- Zielpreis DIY-Kit: 15.000 US-Dollar
- Geplante Auslieferung DIY-Kit: Ende Sommer 2026
- Noch in Entwicklung: Elektrische Schaltpläne, PCB-Dateien, mobile App
Diese Initiative könnte die Forschung und Entwicklung im Bereich der humanoiden Robotik nachhaltig beeinflussen. Sie bietet eine zugängliche Plattform für Experimente und Innovationen, die bisher oft von hohen Kosten und proprietären Systemen eingeschränkt waren. Die Open-Source-Philosophie fördert eine breitere Beteiligung und könnte zu schnelleren Fortschritten führen.





