Changan Automobile hat eine neue Tochtergesellschaft für Robotik gegründet. Das Unternehmen, bekannt für seine Fahrzeuge, will bis 2028 humanoide Roboter in Massenproduktion herstellen. Dieser Schritt markiert eine wichtige Entwicklung in der Automobilindustrie, da immer mehr Fahrzeughersteller in den Robotik-Markt eintreten.
Wichtige Punkte
- Changan Tianshu Intelligent Robot (Chongqing) Co., Ltd. wurde am 31. März 2026 gegründet.
- Das Unternehmen strebt die Massenproduktion von humanoiden Robotern bis 2028 an.
- Die Plattform 'Xiao'an' ist das technische Fundament mit 40 Freiheitsgraden und KI-Integration.
- Changan verfolgt eine '1+N+X'-Strategie, die Roboter als Kern der zukünftigen Mobilität sieht.
- Die Automobilindustrie nutzt bestehende Technologien, um Roboter zu entwickeln.
Changan setzt auf humanoide Roboter
Changan Automobile erweitert sein Geschäftsfeld erheblich. Das Unternehmen hat am 31. März 2026 die Changan Tianshu Intelligent Robot (Chongqing) Co., Ltd. gegründet. Diese neue Einheit verfügt über ein Stammkapital von 450 Millionen Yuan, umgerechnet etwa 62 Millionen US-Dollar. Changan Automobile hält 50 Prozent der Anteile an diesem Joint Venture.
Die Gründung der Tochtergesellschaft ist ein klares Zeichen dafür, dass Changan die Entwicklung von Robotern ernst nimmt. Das Unternehmen sieht eine enge Verbindung zwischen modernen Elektrofahrzeugen und humanoiden Robotern. Beide teilen Technologien in den Bereichen Wahrnehmung, Entscheidungsfindung und Ausführung.
Fakten auf einen Blick
- Gründungsdatum: 31. März 2026
- Stammkapital: 450 Millionen Yuan (ca. 62 Millionen US-Dollar)
- Changan-Anteil: 50%
- Ziel: Massenproduktion humanoider Roboter bis 2028
Die '1+N+X'-Roadmap für die Zukunft
Changan verfolgt eine klare Strategie für den Robotik-Markt, die als '1+N+X'-Roadmap bezeichnet wird. Der humanoide Roboter bildet dabei den 'Kernfaden' (die 1). Dieser Kern soll mit Fahrzeugkomponenten, Mobilitätsökosystemen und spezialisierten Serviceanwendungen (N und X) verknüpft werden.
Das Unternehmen hat einen mehrstufigen Zeitplan festgelegt. Bereits im ersten Quartal 2026 wurde der erste spezialisierte Roboter für Fahrzeugkomponenten eingeführt. Für 2027 ist das offizielle Debüt der allgemeinen humanoiden Plattform geplant. Das ehrgeizige Ziel für 2028 ist die Massenproduktion und Auslieferung von humanoiden Robotern und Flugautos.
Hintergrund: Die Tianshu-Marke
Die Marke 'Tianshu' war ursprünglich ein Konzept für automobile Intelligenz bei Changan. Mit der Gründung der Robotik-Tochter wird 'Tianshu' nun zu einer eigenständigen Kraft im Robotik-Bereich. Dies zeigt die strategische Neuausrichtung des Unternehmens.
Langfristige Ziele bis 2030
Über 2028 hinaus plant Changan, bis 2030 in den Markt für Familien-Serviceroboter zu expandieren. Diese langfristige Vision unterstreicht das Engagement des Unternehmens, die Rolle von Robotern im Alltag weiter auszubauen. Die Entwicklung geht über die industrielle Nutzung hinaus.
Technisches Herzstück: Der Roboter 'Xiao'an'
Das technologische Fundament von Changans Robotik-Initiative ist 'Xiao'an'. Dieser humanoide Roboter wurde erstmals auf der Guangzhou Auto Show 2025 vorgestellt. 'Xiao'an' verfügt über 40 Freiheitsgrade, was ihm komplexe Bewegungen und Manipulationen ermöglicht.
Die Sensorik von 'Xiao'an' umfasst einen LiDAR-Sensor und fünf Kameras. Alle Daten werden über das proprietäre 'Tianshu'-Modell des Unternehmens verarbeitet. Dieses Modell ermöglicht Echtzeit-Mensch-Maschine-Dialoge und die Nachahmung von Gesten. Die Fähigkeit zur Interaktion ist entscheidend für den Einsatz in verschiedenen Umgebungen.
„Moderne Elektrofahrzeuge sind im Wesentlichen Roboter auf vier Rädern und weisen eine hohe Gemeinsamkeit mit Humanoiden in Wahrnehmung, Entscheidungsfindung und Ausführung auf.“
Changan nutzt seine bestehenden Technologien aus der Automobilproduktion. Dazu gehören die Steer-by-Wire-Chassistechnologie und End-to-End-KI-Algorithmen. Das Ziel ist es, die Zuverlässigkeit der Automobilindustrie auf den Robotik-Sektor zu übertragen. Dies könnte einen Wettbewerbsvorteil darstellen.
Ein wachsender Markt: Chinas Autohersteller im Robotik-Wettbewerb
Changan ist nicht der einzige große Automobilhersteller in China, der in die Robotik investiert. Der Markt ist hart umkämpft. Kurz vor Changans Ankündigung begrüßte SAIC-GM in seiner Ultium Super Factory in Shanghai einen neuen Roboter namens 'Nengzai Nr. 1'. Dieser Roboter, basierend auf der AgiBot A2-W Plattform, führt bereits Präzisionsaufgaben an der Batteriemontagelinie des Buick E7 durch.
Auch Xiaomi hat Fortschritte gemacht. Das Unternehmen berichtete kürzlich über eine Erfolgsquote von 90,2 Prozent in seinem Pilotprojekt zur Automobilmontage mit Robotern. Allerdings mussten hierfür innovative Hardwarelösungen entwickelt werden, wie aktive Kühlsysteme und bionische Schweißdrüsen, um die thermischen Belastungen bei Dauerbetrieb zu bewältigen.
Wettbewerber im Überblick
- XPENG: Aggressives Ziel für späte 2026 Massenproduktion humanoider Roboter.
- SAIC-GM: Roboter 'Nengzai Nr. 1' bereits in der Batteriemontage im Einsatz.
- Xiaomi: 90,2% Erfolgsquote im Pilotprojekt zur Automobilmontage mit Robotern.
Herausforderungen und Realität der Roboterentwicklung
Trotz der Begeisterung bleiben Branchenveteranen vorsichtig. He Xiaopeng, CEO von XPENG, betonte kürzlich, dass die Forschung und Entwicklung humanoider Roboter „Dutzende Male schwieriger“ sei als die Automobilherstellung. Auch globale Marktführer wie Tesla stehen vor großen Herausforderungen.
Elon Musk warnte vor einer „quälend langsamen“ S-Kurve bei der Produktion. Tesla hat beispielsweise die Frist für die Vorstellung des Optimus Gen 3 im ersten Quartal verpasst. Diese Aussagen zeigen, dass die Entwicklung und Skalierung von humanoiden Robotern technisch anspruchsvoll ist.
Für Changan wird der Erfolg der Tianshu Intelligent Robot davon abhängen, ob das Unternehmen seine massiven Fertigungskapazitäten nutzen kann. Es muss das sogenannte „Isomorphismus-Problem“ lösen. Das bedeutet, die für Autos entwickelte Intelligenz erfolgreich in einem zweibeinigen Rahmen zu implementieren. Changan strebt an, bis 2035 ein Cluster im Wert von 100 Milliarden Yuan zu schaffen.
Das Unternehmen setzt darauf, dass die Zukunft der Mobilität nicht nur fährt, sondern auch geht. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob Changan seine ehrgeizigen Ziele im Bereich der humanoiden Robotik erreichen kann.
Nationale Standards für Robotik
In China wurde kürzlich ein nationales Standardsystem für humanoide Robotik veröffentlicht. Dieses System soll die Branche regulieren, während sie von spektakulären Prototypen zu praktischen Anwendungen in der Produktion übergeht. Dies schafft einen Rahmen für die Entwicklung und den Einsatz von Robotern.





