Der Übergang von der Schule ins Berufsleben oder Studium bringt viele Veränderungen mit sich. Eine der wichtigsten ist die Anpassung des Versicherungsschutzes. Junge Menschen müssen eigenverantwortlich wichtige Entscheidungen treffen, um sich vor finanziellen Risiken zu schützen. Besonders essenziell sind dabei die Krankenversicherung, die private Haftpflichtversicherung und der Schutz der Arbeitskraft.
Wichtige Punkte
- Krankenversicherung: Pflichtversicherung für Azubis, Familienversicherung für Studenten bis 25 Jahre.
- Privathaftpflicht: Unverzichtbar, oft noch über Eltern abgedeckt, aber Altersgrenzen beachten.
- Berufsunfähigkeitsversicherung: Frühzeitig abschließen für günstige Beiträge und umfassenden Schutz.
- Hausratversicherung: Erst bei eigener Wohnung relevant, oft als Student noch über Eltern möglich.
- Altersvorsorge: Frühzeitiger Beginn sichert den Lebensstandard im Alter.
Krankenversicherung: Die Grundlage der Absicherung
Die Krankenversicherung ist in Deutschland obligatorisch. Für Auszubildende bedeutet dies in der Regel eine Pflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Die Beiträge werden direkt vom Gehalt abgezogen. Studierende hingegen profitieren oft noch von der Familienversicherung ihrer Eltern.
Diese beitragsfreie Mitversicherung in der GKV ist bis zum 25. Lebensjahr möglich. Es gibt jedoch eine wichtige Einkommensgrenze: Wer als Student mehr als 603 Euro pro Monat durch einen Job verdient, muss sich selbst versichern. Minijobs oder Jobs in den Semesterferien bilden hier Ausnahmen, da die Einkommensgrenze nicht überschritten werden darf.
Wichtiger Fakt
Studenten, die privat krankenversichert sind und bleiben möchten, müssen ihren bestehenden Vertrag beitragspflichtig fortführen. Eine kostenlose Familienversicherung, wie in der GKV, existiert in der privaten Krankenversicherung nicht.
Zusatzschutz für Auslandsreisen
Für Auslandsaufenthalte, sei es für ein Auslandssemester oder eine Reise, ist eine zusätzliche Auslandsreisekrankenversicherung ratsam. Auch in Ländern mit Sozialversicherungsabkommen übernimmt die deutsche Krankenkasse oft keine Kosten für einen notwendigen Rücktransport. Solche Kosten können schnell sehr hoch werden.
Viele Versicherungen bieten zudem Krankenzusatzversicherungen an, beispielsweise für Zahnbehandlungen. Ein Abschluss in jungen Jahren kann vorteilhaft sein, da die Beiträge oft niedriger sind. Es gilt jedoch abzuwägen, welche Leistungen wirklich benötigt werden und finanziell tragbar sind.
Privathaftpflichtversicherung: Ein Muss für jeden
Die Privathaftpflichtversicherung gehört zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt. Sie schützt vor den finanziellen Folgen von Schäden, die man anderen zufügt. Ohne eine solche Versicherung haftet man mit dem gesamten eigenen Vermögen, auch zukünftigem. Dies kann existenzbedrohend sein.
Für junge Menschen ist die Situation oft noch einfach: Sie sind meist über die Haftpflichtpolice ihrer Eltern mitversichert. Dies gilt für unverheiratete Kinder während der Schulzeit, der sich unmittelbar anschließenden Berufsausbildung oder dem Studium. Die genauen Bedingungen und Altersgrenzen variieren jedoch je nach Versicherer. Eine Altersgrenze von 25 Jahren ist häufig, aber nicht immer bindend.
„Jeder haftet für Schäden, die er einem anderen zufügt, mit allem, was er hat und zukünftig erwirtschaftet. Dieser Schutz ist unverzichtbar.“
Sobald die Ausbildung abgeschlossen ist oder die Altersgrenze erreicht wird, ist ein eigener Vertrag notwendig. Es ist ratsam, dies frühzeitig zu prüfen und gegebenenfalls eine eigene Police abzuschließen, um lückenlosen Schutz zu gewährleisten.
Berufsunfähigkeitsversicherung: Schutz der Arbeitskraft
Die eigene Arbeitskraft ist die wichtigste Einnahmequelle. Fällt diese aufgrund von Krankheit oder Unfall weg, können schnell finanzielle Engpässe entstehen. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) bietet hier einen essenziellen Schutz. Sie zahlt eine monatliche Rente, wenn man seinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann.
Gerade Schüler, Studenten und Berufseinsteiger haben oft keinen oder nur einen sehr eingeschränkten Schutz durch die gesetzliche Rentenversicherung. Daher ist der Abschluss einer BU in jungen Jahren besonders empfehlenswert. Ein früher Einstieg bringt mehrere Vorteile mit sich:
- Günstigere Beiträge: Jüngere Menschen haben in der Regel noch keine Vorerkrankungen, was zu niedrigeren Prämien führt.
- Vorteilhafte Berufsgruppeneinstufung: Die Einstufung bleibt auch bei einem späteren Wechsel in einen risikoreicheren Beruf bestehen.
- Flexibilität: Viele Verträge bieten Möglichkeiten zur Nachversicherung, um die Leistung später ohne erneute Gesundheitsprüfung an den steigenden Bedarf anzupassen.
Hintergrundinformation
Die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört nicht zu den günstigsten Versicherungen. Es ist daher wichtig, beim Vertragsabschluss auf die Möglichkeit zur späteren Erhöhung der Versicherungsleistung ohne erneute Gesundheitsprüfung zu achten. So bleibt der Schutz flexibel und passt sich den Lebensumständen an.
Hausratversicherung: Schutz für die erste eigene Wohnung
Für die erste eigene Wohnung ist eine Hausratversicherung oft noch nicht die höchste Priorität. Möbel, Elektronik und persönliche Gegenstände haben meist noch keinen sehr hohen Wert. Dennoch kann sie sinnvoll sein, um den Hausrat vor Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel oder Einbruchdiebstahl zu schützen.
Manche Versicherer decken auswärts wohnende Studenten über die elterliche Hausratversicherung ab. Dies ist jedoch nicht immer der Fall und sollte unbedingt vorab mit dem Versicherer geklärt werden. Die Versicherungsleistung ist in solchen Fällen oft gedeckelt, was bei einem größeren Schaden nicht ausreichen könnte.
Wird der Wert des eigenen Hausrats mit der Zeit höher, beispielsweise durch den Kauf neuer Möbel oder teurerer Geräte, sollte über eine eigene Hausratversicherung nachgedacht werden. Sie schützt vor dem finanziellen Verlust bei Schäden und ermöglicht eine schnelle Wiederbeschaffung.
Private Altersvorsorge: Frühzeitig an später denken
Die gesetzliche Rente allein wird für die jüngeren Generationen voraussichtlich nicht ausreichen, um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu halten. Je früher mit der privaten Altersvorsorge begonnen wird, desto besser. Bereits mit dem ersten Job ist es ein guter Zeitpunkt, sich über zusätzliche Vorsorgemaßnahmen Gedanken zu machen.
Private und betriebliche Vorsorgeformen ergänzen die staatliche Rente. Modelle wie Riester-Verträge sind jedoch oft komplex. Eine individuelle Beratung, beispielsweise bei Verbraucherzentralen, kann hier Klarheit schaffen und helfen, die passende Lösung zu finden. Es geht darum, langfristig finanzielle Sicherheit aufzubauen.
Kfz-Versicherung: Wenn Sie ein Auto fahren
Wer ein eigenes Auto besitzt oder regelmäßig fährt, benötigt eine Kfz-Haftpflichtversicherung. Diese ist gesetzlich vorgeschrieben und deckt Schäden ab, die man anderen Verkehrsteilnehmern zufügt. Ohne sie darf kein Fahrzeug im Straßenverkehr bewegt werden.
Ob zusätzlich eine Teil- oder Vollkaskoversicherung sinnvoll ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Der Wert des Fahrzeugs spielt eine große Rolle. Für ältere Fahrzeuge lohnt sich ein umfassender Kaskoschutz oft nicht mehr, da die Reparaturkosten den Zeitwert des Autos übersteigen können. Bei Neuwagen oder hochwertigen Gebrauchtwagen hingegen ist eine Kaskoversicherung oft ratsam, um Schäden am eigenen Fahrzeug abzusichern.
Die Kosten für die Kfz-Versicherung sind für junge Fahrer oft höher, da sie statistisch gesehen häufiger in Unfälle verwickelt sind. Ein Vergleich verschiedener Anbieter kann helfen, die günstigste und passende Police zu finden.





