Die Aktionäre von Tesla haben dem umstrittenen Vergütungspaket für CEO Elon Musk zugestimmt. Diese Entscheidung, die auf der jüngsten Jahreshauptversammlung des Elektroautoherstellers fiel, könnte Musk ein Aktienpaket im Wert von fast einer Billion US-Dollar einbringen. Die Mehrheit der stimmberechtigten Anteilseigner befürwortete den Plan, der an ehrgeizige Unternehmensziele geknüpft ist.
Wichtige Punkte
- Mehr als 75 Prozent der Aktionäre stimmten für das Vergütungspaket.
- Das Paket könnte Elon Musk einen Firmenanteil von 25 Prozent sichern.
- Die Auszahlung ist an das Erreichen hoher Marktwerte und operativer Ziele gebunden.
- Großinvestoren hatten zuvor Bedenken geäußert.
- Die Börse reagierte nach anfänglichen Schwankungen positiv auf die Entscheidung.
Ein historisches Vergütungspaket
Das nun genehmigte Aktienpaket für Elon Musk ist beispiellos in seiner Größenordnung. Es ermöglicht Musk, bei vollständiger Erreichung der gesteckten Ziele, Aktien im Wert von rund einer Billion US-Dollar zu erhalten. Dies würde seinen Anteil an Tesla von derzeit 13 Prozent auf 25 Prozent erhöhen.
Die Abstimmung fand auf der Jahreshauptversammlung statt. Über 75 Prozent der abgegebenen Stimmen sprachen sich für den Vorschlag aus. Diese hohe Zustimmung zeigt das Vertrauen vieler Anteilseigner in Musks Vision und seine Fähigkeit, Tesla zu weiteren Erfolgen zu führen.
Faktencheck: Musks Anteil an Tesla
- Aktueller Anteil: 13 Prozent
- Ziel-Anteil mit Paket: 25 Prozent
- Potenzieller Wert des Pakets: Knapp eine Billion US-Dollar
Ambitionierte Ziele als Voraussetzung
Das Vergütungspaket ist nicht bedingungslos. Es ist an eine Reihe von äußerst anspruchsvollen Unternehmenszielen geknüpft, die Tesla in den nächsten zehn Jahren erreichen muss. Dazu gehört eine massive Steigerung des Börsenwerts.
Ein zentrales Ziel ist, dass der Börsenwert von Tesla in einem Jahrzehnt etwa sechsmal so hoch sein muss wie heute. Dies würde eine Bewertung von mehreren Billionen Dollar bedeuten. Elon Musk muss zudem während dieser Zeit an der Spitze des Unternehmens bleiben.
Weitere Bedingungen umfassen die Einführung von einer Million Robotaxis und die Auslieferung von einer Million KI-Robotern namens Optimus. Bislang sind diese humanoiden Roboter noch in der Entwicklungsphase und nicht auf dem Markt verfügbar. Musk sieht in ihnen jedoch die Zukunft des Unternehmens.
„Mehr als das Geld interessiert mich, meine Tesla-Beteiligung auf 25 Prozent zu erhöhen und damit meinen Einfluss bei dem Unternehmen zu sichern.“
Herausforderungen auf dem Weg zum Ziel
Tesla steht vor großen Herausforderungen. Das Unternehmen steuert auf das zweite Jahr in Folge mit einem Absatzrückgang zu. Zwar gab es zuletzt einen Verkaufsrekord, dieser war jedoch auf das bevorstehende Ende der E-Autoprämie in den USA zurückzuführen.
Musk betont immer wieder, dass die langfristige Zukunft Teslas im autonomen Fahren und in der Robotik liegt. Er äußerte jüngst, dass die Optimus-Roboter bis zu 80 Prozent des Unternehmenswerts ausmachen könnten. Diese Aussagen unterstreichen die hohen Erwartungen an die noch nicht marktreifen Technologien.
Hintergrund: Kritik am Vergütungspaket
Vor der Abstimmung hatten mehrere große und einflussreiche Investoren das Paket kritisiert. Sie bemängelten mangelnde Aufsicht und eine sinkende Unternehmensleistung. Der Verwaltungsrat von Tesla warnte die Aktionäre jedoch, dass Musk ohne neue Aktien das Unternehmen verlassen könnte.
Aus Sicht des Verwaltungsrats ist das Paket notwendig, um Musks „Zeit, Talent und Vision“ für Tesla zu sichern. Es diene als ausreichender Anreiz, seine Aufmerksamkeit auf das Unternehmen zu konzentrieren.
Stufenweise Auszahlung und weitere Bedingungen
Das Vergütungspaket sieht vor, dass Musk bis zu 423 Millionen Tesla-Aktien in mehreren Stufen erhält. Diese Stufen sind hauptsächlich an Schritte von 500 Milliarden Dollar beim Börsenwert gekoppelt. Zusätzliche geschäftliche Ziele müssen ebenfalls erreicht werden.
Dazu zählt die Auslieferung von 20 Millionen Teslas bei einem Börsenwert von zwei Billionen Dollar. Eine noch größere Hürde stellt das Ziel dar, zusätzlich zu einem Börsenwert von 6,5 Billionen Dollar einen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 400 Milliarden Dollar zu erreichen.
Ein weiteres wichtiges Ziel ist das Erreichen von zehn Millionen aktiven Abonnements für das „Full Self-Driving“ (FSD) System. Hierbei ist noch unklar, ob kostenfreie Probeabos in diese Zahl einfließen werden. Aktuell bietet Tesla in den USA ein „überwachtes FSD“ an, das weiterhin das Eingreifen eines Fahrers erfordert.
Reaktion der Börse und xAI-Investition
Die Börse reagierte positiv auf die Zustimmung der Aktionäre. Nachdem der Tesla-Aktienkurs im Laufe des Handelstages um 3,5 Prozent nachgegeben hatte, erholte er sich nach Börsenschluss. Nachbörslich lag die Aktie rund 1,5 Prozent im Plus.
Neben Musks Aktienpaket stand auch eine mögliche Investition Teslas in Musks KI-Firma xAI zur Abstimmung. Eine Mehrheit der Aktionäre sprach sich zwar dafür aus, es gab jedoch zu viele Enthaltungen für eine endgültige Entscheidung. Tesla prüft nun weitere Schritte in dieser Angelegenheit.





