Der Weltspartag sollte Kinder ursprünglich zum Sparen anleiten. Heute nutzen Banken diesen Anlass oft, um Produkte zu bewerben, die wenig Rendite bringen oder hohe Kosten verursachen. Eltern und Großeltern sollten genau prüfen, welche Sparformen wirklich geeignet sind, um für den Nachwuchs vorzusorgen.
Wichtige Erkenntnisse
- Viele Sparprodukte zum Weltspartag sind teuer und unrentabel.
- Kinderpolicen und Bausparverträge sind oft keine gute Wahl.
- Tagesgeldkonten bei Direktbanken oder Aktien-ETFs bieten bessere Renditechancen.
- Investitionen in Bildung können sich langfristig mehr auszahlen als reine Geldanlagen.
Weltspartag: Eine Tradition im Wandel
Der Weltspartag wurde ins Leben gerufen, um Kindern frühzeitig den Wert des Sparens nahezubringen. Diese Idee ist grundsätzlich gut. Doch die Realität sieht oft anders aus. Banken nutzen den Tag, um mit kleinen Geschenken und Sonderaktionen neue Kunden zu gewinnen.
Dabei werden häufig Finanzprodukte angeboten, die für eine langfristige Vorsorge für Kinder nicht optimal sind. Es ist wichtig, die Angebote kritisch zu hinterfragen und nicht nur auf die kurzfristigen Anreize zu achten.
Wussten Sie schon?
Der erste Weltspartag fand am 31. Oktober 1925 in Mailand statt. Das Ziel war es, die Idee des Sparens weltweit zu fördern und das Vertrauen in Banken zu stärken.
Klassiker Sparbuch: Pädagogisch wertvoll, finanziell schwach
Ein Sparbuch für jüngere Kinder kann durchaus einen pädagogischen Wert haben. Es hilft ihnen, den Umgang mit Geld zu lernen und kleine Beträge beiseite zu legen. Das Gefühl, ein eigenes Konto zu besitzen und zu sehen, wie sich das Guthaben langsam vermehrt, kann motivierend sein.
Finanziell betrachtet sind Sparbücher jedoch oft wenig attraktiv. Die Zinsen liegen meist unterhalb der Inflationsrate. Das bedeutet, dass das angelegte Geld im Laufe der Zeit an Kaufkraft verliert. Für größere Beträge oder langfristige Sparziele ist das Sparbuch daher nicht die beste Lösung.
„Ein Sparbuch kann Kindern den Wert des Sparens vermitteln, aber für langfristige Ziele gibt es deutlich renditestärkere Alternativen.“
Die Tücken von Kinderpolicen und Bausparverträgen
Besonders kritisch sind sogenannte Kinderpolicen. Diese kombinieren oft eine Lebensversicherung mit einer Geldanlage. Das Problem: Der Versicherungsschutz ist meist unzureichend und die Rendite der Geldanlage gering. Gleichzeitig fallen hohe Kosten für Verwaltung und Provisionen an, die einen Großteil der potenziellen Gewinne aufzehren.
Auch Bausparverträge, die oft als sichere Anlage für Kinder beworben werden, sind selten die beste Wahl. Sie sind unflexibel und die Zinsen für das Sparguthaben sind oft niedrig. Erst in Verbindung mit einem späteren Baukredit können sie unter Umständen sinnvoll sein, doch bis dahin binden sie Kapital und schränken die Auswahl ein.
Hintergrundinformationen
Viele Bankprodukte, die speziell für Kinder beworben werden, sind auf den ersten Blick attraktiv. Sie versprechen Sicherheit und langfristigen Vermögensaufbau. Bei genauerer Betrachtung entpuppen sich jedoch viele als teuer und wenig flexibel, insbesondere wenn es um die Altersvorsorge oder größere Anschaffungen geht.
Bessere Alternativen für die finanzielle Vorsorge
Eltern und Großeltern, die wirklich effektiv für den Nachwuchs sparen möchten, sollten sich nach rentableren und flexibleren Möglichkeiten umsehen. Es gibt verschiedene Wege, die deutlich mehr Ertrag versprechen als das klassische Sparbuch oder teure Kinderpolicen.
Tagesgeldkonten: Flexibel und oft gut verzinst
Für kurz- bis mittelfristige Sparziele bieten sich Tagesgeldkonten an. Viele Direktbanken locken mit deutlich höheren Zinsen als traditionelle Filialbanken. Das Geld ist jederzeit verfügbar, was eine hohe Flexibilität gewährleistet. So können Eltern schnell auf unvorhergesehene Ausgaben reagieren oder das Geld für größere Anschaffungen nutzen.
- Vorteile: Hohe Flexibilität, oft bessere Zinsen als Sparbücher, Einlagensicherung.
- Nachteile: Zinsen können schwanken, langfristig oft keine Absicherung gegen Inflation.
Aktien-ETFs: Langfristig renditestark und kostengünstig
Für langfristige Sparziele, wie etwa die Finanzierung eines Studiums oder den Start ins Berufsleben, sind weltweit gestreute Aktien-ETFs (Exchange Traded Funds) eine ausgezeichnete Option. Sie bilden einen Index nach, beispielsweise den MSCI World, und investieren in Hunderte oder Tausende Unternehmen weltweit. Dies sorgt für eine breite Streuung und minimiert das Risiko.
ETFs sind zudem sehr kostengünstig, da sie passiv verwaltet werden und keine hohen Ausgabeaufschläge oder laufenden Gebühren wie viele aktiv gemanagte Fonds haben. Über einen Anlagehorizont von 10 bis 15 Jahren oder länger haben Aktienmärkte historisch gesehen immer positive Renditen erzielt, die weit über der Inflation lagen.
Durchschnittliche Renditen
Historisch betrachtet liegt die durchschnittliche jährliche Rendite des weltweiten Aktienmarktes (gemessen am MSCI World Index) bei etwa 7-9 % pro Jahr über lange Zeiträume.
Investitionen in Bildung: Eine unschlagbare Rendite
Manchmal ist die beste Investition in die Zukunft eines Kindes nicht eine reine Geldanlage, sondern eine Investition in seine Bildung und Entwicklung. Dies kann Musikunterricht sein, der die Kreativität fördert, oder ein Auslandsaufenthalt, der Sprachkenntnisse verbessert und den Horizont erweitert.
Solche Investitionen zahlen sich oft auf vielfältige Weise aus: Sie stärken die Persönlichkeit, erweitern Fähigkeiten und verbessern langfristig die Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Die Rendite ist hier nicht finanzieller Natur, sondern liegt im persönlichen Wachstum und der Lebensqualität des Kindes.
Es ist wichtig, eine Balance zwischen finanzieller Vorsorge und der direkten Förderung der Kinder zu finden. Beide Aspekte tragen dazu bei, den Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft zu legen.
Checkliste für die Kinderfinanzen
- Ziel definieren: Wofür soll das Geld gespart werden (Studium, Führerschein, Startkapital)?
- Anlagehorizont festlegen: Wie lange soll das Geld angelegt werden?
- Risikobereitschaft prüfen: Wie viel Risiko sind Sie bereit einzugehen?
- Kosten vergleichen: Achten Sie auf geringe Gebühren und gute Konditionen.
- Diversifizieren: Setzen Sie nicht alles auf eine Karte.
Letztlich geht es darum, eine durchdachte Entscheidung zu treffen, die den Bedürfnissen des Kindes und den finanziellen Möglichkeiten der Familie gerecht wird. Eine frühzeitige und informierte Planung ist der Schlüssel zum Erfolg.





