Galbot, ein in Peking ansässiges Robotik-Startup, plant Berichten zufolge einen Börsengang in Hongkong im Jahr 2026. Das Unternehmen könnte dabei eine Bewertung von bis zu 4 Milliarden US-Dollar anstreben. Dieser Schritt würde Galbot in eine wachsende Reihe chinesischer Humanoiden-Hersteller einreihen, die den Weg an die Börse suchen.
Wichtige Erkenntnisse
- Galbot plant angeblich einen Börsengang in Hongkong im Jahr 2026.
- Das Unternehmen strebt eine Bewertung zwischen 3 und 4 Milliarden US-Dollar an.
- Galbot dementiert dies offiziell und spricht von einer "Umstrukturierung der Anteilseigner".
- Der G1-Roboter von Galbot ist für Einzelhandel und Logistik konzipiert.
- Chinas Aufsichtsbehörden warnen bereits vor "Blasen" im Humanoiden-Sektor.
Potenzieller Börsengang und hohe Bewertung
Berichte von Tech in Asia, die sich auf Bloomberg beziehen, legen nahe, dass Galbot bereits Citic Securities, Huatai Securities und UBS Group AG für die Verwaltung des potenziellen Aktienverkaufs ausgewählt hat. Eine offizielle Einreichung könnte bereits im nächsten Quartal erfolgen. Sollte der Börsengang erfolgreich sein, würde Galbot eine Bewertung zwischen 3 und 4 Milliarden US-Dollar anstreben. Dies wäre ein erheblicher Sprung von der letzten Bewertung und unterstreicht die aggressiven Kapitalambitionen im chinesischen Robotik-Sektor.
Faktencheck
- Zielbewertung: 3 bis 4 Milliarden US-Dollar.
- Letzte Bewertung (Juni 2025): Rund 2 Milliarden US-Dollar nach einer Finanzierungsrunde von 1,1 Milliarden Yuan (ca. 156 Millionen US-Dollar).
- Führender Investor: Batteriehersteller CATL.
Galbots offizielle Position: "Umstrukturierung der Anteilseigner"
Offiziell dementiert Galbot die Gerüchte über einen Börsengang. Das Unternehmen erklärte, die Informationen seien "nicht wahr" und beschreibt seine aktuellen Schritte als eine "Umstrukturierung der Anteilseigner". Diese Umstrukturierung ziele darauf ab, neue Investoren vom Primärmarkt zu gewinnen, nicht auf eine öffentliche Notierung. Branchenbeobachter kennen diese Formulierung jedoch.
"Die 'Umstrukturierung der Anteilseigner' ist eine gängige rechtliche Voraussetzung für chinesische Gesellschaften mit beschränkter Haftung, um sich in Aktiengesellschaften umzuwandeln – ein notwendiger Schritt vor einem Börsengang", erklärt ein Analyst aus Peking.
Ähnliche Muster zeigten sich bereits bei anderen Robotik-Firmen. Deep Robotics schloss eine solche Umstrukturierung ab, kurz bevor es seine IPO-Absichten signalisierte. Unitree Robotics passte im November seine Unternehmensstruktur und seinen Namen an, als Teil seines bestätigten Weges zu einer A-Aktiennotierung.
Ein überfüllter Markt: Der Wettlauf um Kapital
Sollte Galbot seinen Plan verfolgen, würde es sich einem dichten Wettbewerb anschließen. AgiBot (Zhiyuan Robotics) plant Berichten zufolge ebenfalls einen Börsengang in Hongkong im Jahr 2026. Unitree und Aelos Robotics zielen auf Festlandbörsen ab. Der chinesische Humanoiden-Sektor erlebt derzeit einen regelrechten Boom, der viele Startups anzieht.
Konkurrenz im Humanoiden-Sektor
- AgiBot (Zhiyuan Robotics): Plant angeblich Hongkong IPO 2026.
- Unitree Robotics: Ziel ist eine A-Aktiennotierung auf dem Festland.
- Aelos Robotics: Ebenfalls auf dem Weg zu Festlandbörsen.
Hintergrund: Chinas Robotik-Fieber
Der chinesische Robotik-Sektor zieht derzeit massive Investitionen an. Über 150 Startups konkurrieren um Kapital. Dies hat die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) Chinas dazu veranlasst, eine Warnung vor möglichen "Blasen" und "repetitiven" Projekten von geringer Qualität im Humanoiden-Sektor auszusprechen. Die Regulierungsbehörden sind zunehmend besorgt über überhöhte Bewertungen, die eher auf Hype als auf industriellem Nutzen basieren.
Der Galbot G1: Fokus auf spezielle Aufgaben
Trotz der Bedenken hinsichtlich einer Blasenbildung hat sich Galbot als ernstzunehmender technischer Akteur etabliert. Das Unternehmen wurde kürzlich in den nationalen Standardisierungsausschuss des Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie aufgenommen. Damit steht es neben Branchenführern wie Unitree und UBTECH, die die technische Zukunft des Landes mitgestalten.
Das Flaggschiffprodukt von Galbot, der Galbot G1, verkörpert eine Strategie der "zweckgebundenen Nutzung". Analysten von Goldman Sachs identifizierten dies kürzlich als den vielversprechendsten kurzfristigen Weg für chinesische Robotikunternehmen. Der 1,73 Meter große G1 ist primär für Aufgaben im Einzelhandel und in der Logistik konzipiert.
Anwendungsbereiche des Galbot G1
- Regalbestückung
- Medikamentensortierung
- Lagerverwaltung
Durch die Konzentration auf strukturierte kommerzielle Umgebungen möchte Galbot die immense Komplexität von Haushaltsrobotern umgehen. Diese Strategie hat dem Unternehmen bereits die Unterstützung von Industrie-Schwergewichten wie CATL eingebracht. Ob dieser industrielle Fokus eine Bewertung von 4 Milliarden US-Dollar an den öffentlichen Märkten rechtfertigen kann, bleibt die entscheidende Frage für 2026.
Der Markt für Humanoiden-Roboter in China entwickelt sich rasant. Die Kombination aus staatlicher Unterstützung, privatem Kapital und innovativen Startups schafft ein dynamisches Umfeld. Gleichzeitig wachsen die Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf die Nachhaltigkeit der Bewertungen und die tatsächliche Marktreife der Produkte. Galbots potenzieller Börsengang wird ein wichtiger Indikator für die zukünftige Entwicklung dieses Sektors sein.





