Die Europäische Union hat ihr Programm zur Förderung der makroökonomischen und finanziellen Stabilität in Afrika um zwei Jahre verlängert. Die Initiative des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB) läuft nun bis Dezember 2027 und erhält ein zusätzliches Budget von 2 Millionen Euro. Dieses Programm, das regionale Zusammenarbeit über traditionelle bilaterale Ansätze stellt, zielt darauf ab, afrikanische Zentralbanken in ihren Reformbemühungen zu unterstützen und die Widerstandsfähigkeit der Finanzsysteme zu stärken.
Wichtige Punkte
- Das ESZB-Programm zur Förderung der Finanzstabilität in Afrika wurde bis Ende 2027 verlängert.
- Ein zusätzliches Budget von 2 Millionen Euro wurde bereitgestellt.
- Der Fokus liegt auf regionaler Zusammenarbeit und dem Austausch von Wissen.
- Themen wie Klimawandel, Digitalisierung und Geldwäschebekämpfung stehen im Mittelpunkt.
- Zwölf afrikanische Zentralbanken aus 24 Ländern profitieren von der Initiative.
Stärkung der regionalen Zusammenarbeit
Das ESZB-Programm wurde im Dezember 2023 als Pilotprojekt gestartet. Es ist das erste seiner Art, das einen multilateralen Ansatz verfolgt, um die Zusammenarbeit zwischen europäischen und afrikanischen Zentralbanken zu fördern. Dieser Ansatz unterscheidet sich von den vielen bestehenden bilateralen Aktivitäten. Er schafft eine gemeinsame Plattform für den Austausch von Erfahrungen und Ressourcen, was beiden Kontinenten zugutekommt.
Die Deutsche Bundesbank und die Banque de France leiten das Projekt gemeinsam. Weitere Partner sind die Nationale Bank van België/Banque Nationale de Belgique, die Banco de España, die Banca d’Italia, Lietuvos bankas, die Banco de Portugal und die Národná banka Slovenska. Auch die Europäische Zentralbank trägt zur Umsetzung bei.
Faktencheck
- Startdatum: Dezember 2023 (Pilotphase)
- Verlängerung bis: Dezember 2027
- Zusätzliches Budget: 2 Millionen Euro
- Projektleiter: Deutsche Bundesbank, Banque de France
Breites Themenspektrum für moderne Herausforderungen
Das erweiterte Programm behandelt eine Vielzahl von Themen, die für die moderne Finanzwelt entscheidend sind. Dazu gehören der Klimawandel, die Digitalisierung und die Künstliche Intelligenz. Auch traditionelle Bereiche wie Governance und die Bekämpfung von Geldwäsche bleiben wichtige Schwerpunkte. Diese Themen wurden in Zusammenarbeit mit den teilnehmenden afrikanischen Zentralbanken identifiziert, um deren spezifischen Bedürfnissen gerecht zu werden.
Rückmeldungen der afrikanischen Partnerzentralbanken bestätigen den positiven Einfluss des Projekts. Es trägt maßgeblich zu laufenden Reformbemühungen bei und vertieft die Vernetzung sowie Koordination sowohl untereinander als auch mit dem ESZB.
„Das EU-finanzierte ESZB-Programm ist von großer Bedeutung für die Verbesserung der wirtschaftlichen Stabilität Afrikas. Es fördert die regionale Zusammenarbeit und befähigt Zentralbanken, wichtige Herausforderungen gemeinsam und auf Basis geteilter Erfahrungen anzugehen.“
Profiteure des Programms: Zwölf afrikanische Zentralbanken
Das Programm kommt zwölf afrikanischen Zentralbanken zugute, die insgesamt 24 Länder repräsentieren. Diese Institutionen spielen eine zentrale Rolle bei der Gestaltung der Wirtschaftspolitik in ihren jeweiligen Regionen. Die Unterstützung durch das ESZB soll ihre Fähigkeit stärken, auf wirtschaftliche Schocks zu reagieren und ein stabiles Wachstum zu fördern.
Hintergrund
Die Unterstützung von Zentralbanken in Entwicklungsländern ist ein wichtiger Bestandteil internationaler Entwicklungszusammenarbeit. Stabile Finanzsysteme sind entscheidend für Wirtschaftswachstum, die Anziehung von Investitionen und die Verbesserung der Lebensbedingungen. Durch den Aufbau von Kapazitäten und den Wissensaustausch können afrikanische Zentralbanken ihre Rolle effektiver wahrnehmen.
Liste der teilnehmenden Zentralbanken:
- Nationalbank von Angola
- Zentralbank der westafrikanischen Staaten (BCEAO)
- Bank der zentralafrikanischen Staaten (BEAC)
- Zentralbank von Ägypten (CBE)
- Bank von Ghana
- Zentralbank von Kenia
- Bank Al-Maghrib (Zentralbank von Marokko)
- Bank von Mosambik
- Bank von Namibia
- Südafrikanische Reservebank
- Bank von Tansania
- Zentralbank von Tunesien
Die Verlängerung des Projekts wurde während des 9. Lenkungsausschusstreffens bekannt gegeben. Dieses Treffen wurde von der Zentralbank Ägyptens ausgerichtet. Der Gouverneur der Zentralbank Ägyptens und der EU-Botschafter in Ägypten waren anwesend und unterstrichen die Bedeutung der Initiative.
Wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit als Ziel
Das Programm zielt darauf ab, die finanzielle Widerstandsfähigkeit in Afrika zu verbessern. Dies fördert den Handel, zieht Investitionen an und unterstützt das Wirtschaftswachstum. Ein stabiles Finanzsystem ist die Grundlage für jede erfolgreiche Volkswirtschaft. Durch die gemeinsame Arbeit an Reformen und die Stärkung der Kapazitäten können die beteiligten Länder besser auf globale wirtschaftliche Veränderungen reagieren.
Die gemeinsame Anstrengung zwischen europäischen und afrikanischen Zentralbanken zeigt das Engagement, globale Herausforderungen durch Kooperation zu meistern. Der Wissensaustausch und die Entwicklung gemeinsamer Strategien sind dabei zentrale Elemente. Dies schafft eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten und legt den Grundstein für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in Afrika.





