Der deutsche Rentenmarkt verzeichnete im März 2026 Nettotilgungen von 9,8 Milliarden Euro bei heimischen Schuldverschreibungen. Das Brutto-Emissionsvolumen lag bei 115,4 Milliarden Euro, ein leichter Rückgang gegenüber dem Vormonat. Gleichzeitig stieg der Umlauf ausländischer Schuldtitel in Deutschland um 12,5 Milliarden Euro. Insgesamt erhöhte sich der Umlauf von Schuldverschreibungen in Deutschland im März um 2,7 Milliarden Euro.
Wichtige Erkenntnisse
- Heimische Rentenwerte wurden netto um 9,8 Mrd. Euro getilgt.
- Inländische Kreditinstitute reduzierten ihre Schuldverschreibungen um 20,4 Mrd. Euro.
- Die öffentliche Hand emittierte Anleihen für netto 15,9 Mrd. Euro.
- Ausländische Investoren und inländische Kreditinstitute waren Hauptkäufer.
- Der Aktienmarkt verzeichnete Mittelzuflüsse von 1,3 Mrd. Euro bei heimischen Gesellschaften.
Entwicklung am Rentenmarkt
Im März sank das Brutto-Emissionsvolumen am deutschen Rentenmarkt auf 115,4 Milliarden Euro. Dies stellt einen Rückgang gegenüber den 129,1 Milliarden Euro im Februar dar. Nach Abzug der Tilgungen und unter Berücksichtigung der Eigenbestandsveränderungen der Emittenten ergab sich eine Nettotilgung von 9,8 Milliarden Euro bei heimischen Rentenwerten.
Gleichzeitig stieg der Umlauf ausländischer Schuldtitel am deutschen Markt deutlich. Hier gab es einen Zuwachs von 12,5 Milliarden Euro. In der Summe führte dies zu einer Erhöhung des Gesamtumlaufs von Schuldverschreibungen in Deutschland um 2,7 Milliarden Euro im Berichtsmonat.
Zahlen im Überblick
- Brutto-Emissionsvolumen März: 115,4 Mrd. €
- Nettotilgung heimischer Rentenwerte: -9,8 Mrd. €
- Zuwachs ausländischer Schuldtitel: +12,5 Mrd. €
- Gesamtzuwachs Schuldverschreibungen in Deutschland: +2,7 Mrd. €
Rolle der Kreditinstitute und Unternehmen
Inländische Kreditinstitute tilgten im März Schuldverschreibungen für per saldo 20,4 Milliarden Euro. Im Vormonat, Februar, hatten sie noch Nettoemissionen von 0,6 Milliarden Euro verzeichnet. Besonders stark betroffen waren die Spezialkreditinstitute, deren Schuldverschreibungen um 14,2 Milliarden Euro sanken.
Auch andere Bankenschuldverschreibungen wurden netto getilgt. Flexible sonstige Bankschuldverschreibungen verzeichneten einen Rückgang von 4,2 Milliarden Euro. Hypothekenpfandbriefe wurden um 2,0 Milliarden Euro reduziert. Diese Entwicklungen zeigen eine Konsolidierung der Bilanzstrukturen im Bankensektor.
"Die Nettotilgungen bei heimischen Kreditinstituten zeigen eine klare Tendenz zur Bilanzverkürzung in diesem Sektor. Dies ist eine Reaktion auf die aktuellen Marktbedingungen und regulatorischen Anforderungen." – Maria Rodriguez, Wirtschaftsexpertin
Inländische Unternehmen reduzierten ihre Kapitalmarktverschuldung im März ebenfalls. Der Rückgang betrug 5,3 Milliarden Euro. Im Februar hatten sie noch Nettoemissionen von 3,2 Milliarden Euro getätigt. Nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften und sonstige Finanzinstitute tilgten Anleihen in nahezu gleichem Umfang, nämlich um 2,7 Milliarden Euro bzw. 2,5 Milliarden Euro.
Die öffentliche Hand als Emittent
Die öffentliche Hand zeigte sich im März als aktiver Emittent. Sie begab Anleihen für netto 15,9 Milliarden Euro. Im Februar lag dieser Wert bei 5,5 Milliarden Euro. Der Bund spielte hierbei eine zentrale Rolle.
Der Bund emittierte vor allem zehnjährige Anleihen für 11,4 Milliarden Euro und fünfjährige Obligationen für 10,3 Milliarden Euro. Zusätzlich wurden 30- und 15-jährige Anleihen für 5,0 Milliarden Euro bzw. 3,4 Milliarden Euro begeben. Dem standen Nettotilgungen von zweijährigen Schatzanweisungen (-10,9 Mrd. Euro) und unverzinslichen Bubills (-8,1 Mrd. Euro) gegenüber.
Hintergrund: Bubills
Bubills sind unverzinsliche Bundesbank-Liquiditätspapiere. Sie dienen der kurzfristigen Steuerung der Geldmarktliquidität und werden von der Deutschen Bundesbank ausgegeben.
Die Länder und Gemeinden waren ebenfalls am Markt aktiv, wenn auch in geringerem Umfang. Sie begaben Schuldverschreibungen für per saldo 0,1 Milliarden Euro. Die Aktivität der öffentlichen Hand trägt maßgeblich zur Dynamik am Rentenmarkt bei.
Wer kaufte die Rentenwerte?
Als Erwerber traten im März hauptsächlich inländische Kreditinstitute und ausländische Investoren auf. Inländische Kreditinstitute erwarben Rentenwerte für netto 6,3 Milliarden Euro. Ausländische Investoren folgten mit 6,1 Milliarden Euro. Diese Zahlen zeigen die Attraktivität des deutschen Rentenmarktes für verschiedene Anlegertypen.
Heimische Nichtbanken reduzierten ihre Rentenportfolios um per saldo 0,6 Milliarden Euro. Der Bestand an Schuldverschreibungen der Bundesbank verringerte sich im Berichtsmonat um 9,1 Milliarden Euro. Dies ist primär auf auslaufende Papiere aus den Ankaufprogrammen des Eurosystems zurückzuführen.
Aktienmarkt und Investmentfonds
Am deutschen Aktienmarkt nahmen inländische Gesellschaften im März 1,3 Milliarden Euro an neuen Mitteln auf. Im Februar lag dieser Wert bei lediglich 0,1 Milliarden Euro. Dies deutet auf ein gestiegenes Interesse an Eigenkapitalfinanzierung hin.
Der Umlauf an ausländischen Dividendenwerten am deutschen Markt sank jedoch um 14,4 Milliarden Euro. Aktien wurden im Ergebnis ausschließlich von inländischen Nichtbanken erworben, die ihre Portfolios um 5,9 Milliarden Euro aufstockten. Inländische Kreditinstitute und ausländische Investoren verringerten hingegen ihre Aktienportfolios um netto 14,8 Milliarden Euro bzw. 4,1 Milliarden Euro.
Aktienmarkt-Details
- Mittelzuflüsse heimische Gesellschaften: +1,3 Mrd. €
- Rückgang ausländische Dividendenwerte: -14,4 Mrd. €
- Erwerber: Inländische Nichtbanken (+5,9 Mrd. €)
Entwicklung der Investmentfonds
Inländische Investmentfonds verzeichneten im März schwache Mittelzuflüsse von 2,5 Milliarden Euro. Dies ist ein deutlicher Rückgang gegenüber den 7,6 Milliarden Euro im Februar. Publikumsfonds waren dabei die Haupttreiber der neuen Anteilsabsätze, mit 2,0 Milliarden Euro.
Unter den Anlageklassen profitierten vor allem Rentenfonds und Aktienfonds von zusätzlichen Mitteln. Rentenfonds verzeichneten Zuflüsse von 4,8 Milliarden Euro, Aktienfonds von 1,7 Milliarden Euro. Gemischte Wertpapierfonds nahmen hingegen per saldo Anteile zurück, was zu einem Rückgang von 5,3 Milliarden Euro führte.
Der Umlauf der am deutschen Markt vertriebenen Anteilscheine ausländischer Fonds stieg im März um 3,8 Milliarden Euro. Auf der Erwerberseite dominierten hier inländische Nichtbanken mit 5,3 Milliarden Euro. Ausländische Investoren und inländische Kreditinstitute erwarben Anteilscheine von Investmentfonds für netto 1,0 Milliarden Euro bzw. 0,1 Milliarden Euro.





