Morrow Batteries, ein norwegisches Startup im Bereich Batteriespeicher, hat Insolvenz angemeldet. Diese Entwicklung stellt einen weiteren Rückschlag für die europäische Batterieindustrie dar. Die Entscheidung fiel, nachdem es dem Unternehmen nicht gelang, neue Investoren und die notwendige Finanzierung zu sichern. Die Liquiditätssituation des Unternehmens hatte sich in den letzten Monaten stark verschlechtert.
Wichtige Punkte
- Morrow Batteries ASA, Morrow Technologies AS und Morrow Industrialization Center AS haben Insolvenz angemeldet.
- Die Suche nach einem neuen industriellen Investor und die Finanzierung scheiterten aufgrund mangelnder Liquidität.
- Shareholder investierten rund 3,3 Milliarden NOK (ca. 356 Millionen US-Dollar).
- Morrow ist das dritte nordische Batteriefirma, das in Schwierigkeiten gerät, nach Northvolt und Freyr Battery.
- Das Unternehmen hofft auf einen Käufer für seine Technologie und Produktionsanlagen.
Finanzielle Engpässe führen zum Aus
Der Vorstand der drei Hauptgesellschaften von Morrow – Morrow Batteries ASA, Morrow Technologies AS und Morrow Industrialization Center AS – traf die Entscheidung zur Insolvenzanmeldung am 6. Mai. In einer Erklärung hieß es, es sei nicht möglich gewesen, den Prozess der Sicherung eines neuen industriellen Investors und der Finanzierung der Gruppe angesichts der Liquiditätsengpässe abzuschließen. Dies deutet darauf hin, dass dem Unternehmen schlicht die Mittel ausgegangen sind.
Die finanzielle Lage hatte sich in den letzten Monaten erheblich verschlechtert. Es scheint, als sei das Unternehmen nicht mehr in der Lage, den Betrieb fortzuführen. Trotzdem besteht die Hoffnung, dass ein Käufer für die Vermögenswerte gefunden werden kann, der die Entwicklung der Technologie und die Produktion weiterführt.
„Ich bin fest davon überzeugt, dass dies nicht das Ende ist. Die Plattform, die wir aufgebaut haben, von der LNMO-Technologie bis zu den industriellen Fähigkeiten, hat immer noch einen erheblichen Wert, und ich hoffe, sie findet ein neues Zuhause, um die Reise fortzusetzen“, sagte Jon Fold Von Bülow, amtierender CEO von Morrow.
Interessanter Fakt
Die Aktionäre von Morrow, darunter Å Energi, Siemens Financial Services, ABB, Maj Invest, Nysnø und Noah, haben insgesamt etwa 3,3 Milliarden NOK (etwa 356 Millionen US-Dollar) investiert. Hinzu kommen Darlehensgarantien der Aktionäre von über 500 Millionen NOK.
Staatliche Unterstützung und frühere Erfolge
Auch staatliche Stellen hatten Morrow unterstützt. Innovation Norway stellte Darlehen in Höhe von 550 Millionen NOK bereit, wovon 300 Millionen NOK bereits ausgezahlt wurden. Weitere Zuschüsse von 202 Millionen NOK wurden von anderer Seite gewährt. Trotz dieser umfangreichen Unterstützung konnte das Unternehmen seine finanzielle Stabilität nicht aufrechterhalten.
Das Amtsgericht Agder wird in Kürze einen Insolvenzverwalter für die norwegischen Unternehmen ernennen. Dieser wird die Kontrolle über die Vermögenswerte und den Betrieb übernehmen. Die Gehälter der Mitarbeiter sind durch ein staatlich verwaltetes Programm gesichert.
Zukunft der Technologie
Morrow konzentrierte sich primär auf die Herstellung von Lithium-Eisenphosphat (LFP)-Zellen, einer dominierenden Chemie für Batteriespeichersysteme (BESS). Gleichzeitig entwickelte das Unternehmen die Lithium-Nickel-Mangan-Oxid (LNMO)-Technologie. Eine Lieferkette außerhalb Chinas für LNMO-Batterien wäre laut Andreas Meier, dem damaligen COO, deutlich früher realisierbar gewesen als für LFP.
Meier erklärte 2024 in einem Interview, wie das Unternehmen plante, mit günstigeren chinesischen Batterien zu konkurrieren. Morrow verfolgte einen anderen Ansatz als Northvolt, indem es kleiner begann und sich auf den BESS-Markt und die Zellproduktion konzentrierte, anstatt wie Northvolt fast alle Bereiche abzudecken.
Hintergrundinformation
Morrow ist nicht das erste nordische Batterieunternehmen, das in Schwierigkeiten gerät. Zuvor hatten bereits Northvolt und das ebenfalls norwegische Unternehmen Freyr Battery Probleme. Freyr Battery stellte seine Gigafactory-Projekte ein und verlagerte den Fokus auf Solarenergie in den USA.
Branche reagiert mit Bedauern
Die Reaktion der Branche auf die Insolvenz von Morrow auf LinkedIn war weitgehend verständnisvoll und bedauernd. Viele äußerten sich respektvoll über das Unternehmen und seine Bemühungen. Dies unterscheidet sich deutlich von der Reaktion auf die Insolvenz von Northvolt, die mit mehr Frustration und Ärger verbunden war.
Auch Freyrs Versuche, unbewiesene halbfeste LFP-Technologie von 24M Technologies zu kommerzialisieren (die Berichten zufolge ebenfalls eingestellt wird), stießen auf Kritik. Die Insolvenz von Morrow unterstreicht die Herausforderungen, denen sich europäische Batteriehersteller im globalen Wettbewerb stellen müssen.
- Regionale Bedeutung: Morrows Insolvenz ist ein Schlag für die europäische Ambition, eine eigene Batterieindustrie aufzubauen.
- Technologiepotenzial: Trotz der finanziellen Schwierigkeiten wird das Potenzial der entwickelten LNMO-Technologie weiterhin betont.
- Wettbewerbsdruck: Der Markt für Batteriezellen ist hart umkämpft, insbesondere durch günstigere Angebote aus China.
Die Entwicklung wird von vielen als Mahnung verstanden, wie schwierig es ist, in diesem kapitalintensiven und schnelllebigen Sektor Fuß zu fassen und zu bestehen.





