Burkhard Balz, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank, wurde in Frankfurt am Main feierlich verabschiedet. Joachim Nagel, Präsident der Bundesbank, würdigte Balz' langjähriges Engagement und seine prägende Rolle bei der Gestaltung der Zukunft des Geldes. Besonders hervorgehoben wurden seine Fähigkeiten als Netzwerker und seine Beiträge zur Entwicklung des digitalen Euro.
Wichtige Erkenntnisse
- Burkhard Balz verlässt den Vorstand der Deutschen Bundesbank.
- Er wurde für seine Rolle als „Brückenbauer“ und Netzwerker geehrt.
- Balz prägte die Entwicklung des digitalen Euro maßgeblich.
- Sein Engagement für den Erhalt des Bargelds wurde betont.
- Er förderte Offenheit und Vertrauen innerhalb der Bundesbank.
Ein Brückenbauer für die Bundesbank
Joachim Nagel beschrieb Burkhard Balz als einen „Brückenbauer“, der Menschen und Institutionen über Ländergrenzen hinweg zusammengebracht hat. Diese Metapher spielte auf Balz' Fähigkeit an, Hindernisse zu überwinden und Verbindungen zu schaffen. Nagel erinnerte an die beeindruckende Installation der neuen Sternbrücke in Hamburg, ein Symbol für das Wirken von Balz in der Bundesbank.
Balz habe sich stets für Offenheit und Vertrauen eingesetzt und maßgeblich daran mitgewirkt, das Geldwesen in ein digitales Zeitalter zu führen, ohne dabei bewährte Konzepte zu vernachlässigen. Seine Amtszeit war von vielfältigen Herausforderungen und Projekten geprägt, die er mit großem Engagement vorantrieb.
Faktencheck
- Verabschiedung: 22. September 2026, Ludwig-Erhard-Saal, IHK Frankfurt am Main.
- Hervorgehobene Rolle: Gestaltung des digitalen Euro und Engagement für Bargeld.
- Internationale Kooperation: Memorandum of Understanding mit der Monetary Authority of Singapore.
Europäischer Netzwerker und Kommunikator
Burkhard Balz zeichnete sich durch seine außergewöhnliche Fähigkeit aus, mit Menschen in Kontakt zu treten. Er suchte den persönlichen Austausch, hörte zu und fand schnell einen Zugang zu seinen Gesprächspartnern. Diese Eigenschaft zeigte sich auch bei der Bundesbank-Roadshow im Jahr 2022, bei der die Bundesbank mit einem Ausstellungstruck 90 Städte und Gemeinden besuchte.
Balz eröffnete die Roadshow in Frankfurt und besuchte selbst mehrere Stationen, um das direkte Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern zu suchen. Seine langjährige europäische Erfahrung und sein hervorragendes Netzwerk stellte er stets in den Dienst der Bundesbank. In Brüssel setzte er sich bei wichtigen Themen für die Belange der Bundesbank und des Eurosystems ein.
"Lieber Burkhard, Du besitzt eine bemerkenswerte Fähigkeit, mit Menschen ins Gespräch zu kommen – ganz unabhängig davon, wer Dir gegenübersitzt und wo die Begegnung stattfindet."
Joachim Nagel, Präsident der Deutschen Bundesbank
Engagement für den digitalen Euro
Ein zentraler Punkt von Balz' Wirken war sein unerlässlicher und erfolgreicher Einsatz für den digitalen Euro. Er war ein häufiger Gast in Brüssel und spielte als Mitglied der ECB High Level Task Force on Central Bank Digital Currency eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung dieses bedeutenden Zukunftsprojekts. Bei der Bundesbank trieb er die Gründung eines neuen Zentralbereichs voran, der gemeinsam mit den Partnern im Eurosystem den digitalen Euro einführen und die Infrastruktur betreiben wird.
Dabei vertrat Balz stets die Überzeugung, dass der digitale Euro das Bargeld ergänzen und nicht ersetzen soll. Diese Botschaft war ihm ein persönliches Anliegen, was sich auch in Veranstaltungen wie „Bits & Bargeld“ zeigte, die eine Brücke zwischen der bewährten Welt des Bargelds und der digitalen Zukunft des Bezahlens schlugen.
Hintergrund: House of the Euro
Balz setzte sich auch nachdrücklich für die Eröffnung des House of the Euro in Brüssel Ende 2023 ein. Dieses Haus bietet dem Eurosystem nun eine gemeinsame Adresse in der zweiten "Hauptstadt" des Euroraums. Es symbolisiert die verstärkte Zusammenarbeit und Präsenz des Eurosystems auf europäischer Ebene.
Führung durch Offenheit und Vertrauen
Die Offenheit, die Burkhard Balz in seinen externen Beziehungen pflegte, kennzeichnete auch seinen Führungsstil innerhalb der Bundesbank. Mitarbeiter beschrieben ihn als wertschätzenden und zugewandten Vorgesetzten, der Vertrauen in seine Teams setzte und deren Expertise schätzte. Er behandelte Fachleute auf Augenhöhe, ließ sich überzeugen und nahm sich Zeit für die Meinungsbildung.
Seine Gelassenheit und Resilienz waren besonders wertvoll im Bereich des Zahlungsverkehrs, für den er viele Jahre die Verantwortung trug. Dort müssen täglich über 30 Millionen Zahlungen zuverlässig abgewickelt werden. Trotz höchstem Einsatz lassen sich Störungen nie vollständig ausschließen. In solchen Momenten war schnelles und besonnenes Handeln gefragt, eine Eigenschaft, die Balz stets demonstrierte.
Balz' Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, verband sich mit einem ausgeprägten Gestaltungswillen. Er scheute auch schwierige Entscheidungen nicht und erwartete von seinen Führungskräften ebenfalls Entscheidungsfreude und Entschlossenheit. Dies zeigte sich auch in seiner energischen Förderung des Projekts „Wandel als Chance“ innerhalb seines Dezernats.
Gestalter der Zukunft des Geldes
Wandel war nicht nur ein internes Projekt, sondern prägte auch das Umfeld, in dem die Bundesbank ihren Auftrag erfüllte. Das Zahlungsverhalten der Bürgerinnen und Bürger und das geopolitische Umfeld veränderten sich stark. In dieser Zeit übernahm Burkhard Balz eine Schlüsselrolle bei der aktiven Gestaltung der Zukunft des Geldes.
Sein Engagement für das Bargeld war langjährig. Er etablierte das Nationale Bargeldforum und arbeitete am neuen Filialkonzept der Bundesbank mit. Diese Projekte unterstreichen seinen Anspruch: Veränderung gestalten und Bewährtes erhalten.
Die von ihm geschaffenen internationalen Verbindungen, wie das Memorandum of Understanding mit der Monetary Authority of Singapore zur Tokenisierung und zum grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr, werden über seine Amtszeit hinaus Bestand haben. Seine Offenheit gegenüber Menschen und neuen Kontakten war dabei ein entscheidender Vorteil.
Zusammenhalt und Ausblick
Joachim Nagel dankte Burkhard Balz im Namen des gesamten Vorstands und aller Mitarbeiter der Deutschen Bundesbank für seinen langjährigen Einsatz. Obwohl Balz nun eine neue Aufgabe antritt, bleiben seine "Bauwerke" – die geschaffenen Verbindungen und gestalteten Projekte – bestehen. Die Bundesbank wünschte ihm viel Erfolg, Glück und Erfüllung für seine zukünftigen Herausforderungen.





