Im Jahr 2025 haben die bargeldlosen Zahlungsmethoden in Deutschland erstmals die Barzahlungen übertroffen. Eine aktuelle Studie der Deutschen Bundesbank zeigt, dass 55 % aller Einkäufe des täglichen Bedarfs bargeldlos getätigt wurden. Dieser Trend markiert eine Verschiebung im Zahlungsverhalten der Verbraucher.
Wichtige Erkenntnisse
- Bargeldlose Zahlungen machten 55 % aller Einkäufe aus.
- Bargeld bleibt mit 45 % das meistgenutzte Zahlungsmittel am Point of Sale.
- Debitkarten sind das zweithäufigste Zahlungsmittel (26 %).
- Mobile Zahlungen verdoppelten ihren Anteil auf 10 %.
- Die Akzeptanz von Bargeld und bargeldlosen Methoden zeigt Lücken.
Der Wandel im deutschen Zahlungsverhalten
Die Deutsche Bundesbank hat ihre jüngste Studie zum Zahlungsverhalten in Deutschland für das Jahr 2025 veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen einen klaren Trend hin zu digitalen Bezahlmethoden. Erstmals seit Beginn der Erhebungen übertrafen bargeldlose Transaktionen die Barzahlungen.
Burkhard Balz, Mitglied des Vorstands der Bundesbank, betont, dass sich der Trend zu bargeldlosen Zahlungen fortsetzt. Dennoch bleibt Bargeld das am häufigsten genutzte Einzelzahlungsmittel. Bei 45 % aller Zahlungen griffen die Deutschen weiterhin zum Bargeld. Dies ist ein Rückgang um 6 Prozentpunkte im Vergleich zu 2023.
Zahlungsarten im Überblick (2025)
- Bargeld: 45 % aller Zahlungen
- Debitkarten: 26 % aller Zahlungen (davon Girocard am häufigsten)
- Mobile Zahlungen (Smartphone): 10 % aller Zahlungen
- E-Payment-Methoden: 6 % aller Zahlungen
Debitkarten und Mobile Zahlungen auf dem Vormarsch
Die Debitkarte, insbesondere die Girocard, bleibt mit 26 % das zweithäufigste Zahlungsmittel. Ihr Anteil ist stabil geblieben. Besonders auffällig ist der Anstieg bei mobilen Zahlungsarten, wie dem Bezahlen mit dem Smartphone. Diese Methoden wurden bei 10 % aller Transaktionen genutzt, was einem Zuwachs von 4 Prozentpunkten gegenüber 2023 entspricht.
Auch E-Payment-Methoden verzeichneten einen deutlichen Anstieg und verdoppelten ihren Anteil auf 6 % im Vergleich zu 2023. Diese Entwicklung unterstreicht die wachsende Bedeutung digitaler Wallets und Online-Bezahldienste im Alltag der Konsumenten.
Umsatzanteile und Vielfalt der Zahlungsmittel
Betrachtet man die Summe der Zahlungsbeträge, so hatten Debitkarten auch 2025 den größten Anteil, wenn auch leicht gesunken. Ihr Anteil am Gesamtumsatz lag bei 28 %, ein Rückgang um 4 Prozentpunkte.
Bargeld und Überweisungen teilen sich mit jeweils 23 % den zweiten Platz beim Umsatzanteil. Die Vielfalt der verfügbaren Zahlungsmittel hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Neben traditionellen Methoden wie Überweisungen und Lastschriften sind digitale Geldbörsen, App-basierte und Online-Zahlungsmethoden fest etabliert.
„Die Vielfalt der Zahlungsmittel hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Neben traditionellen Methoden wie Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen sind digitale Geldbörsen, App-basierte und Online-Zahlungsmethoden mittlerweile fest etabliert“, erklärte Burkhard Balz.
Hintergrund: Digitalisierung der Zahlungen
Die Digitalisierung des Zahlungsverkehrs schreitet voran, doch nicht alle Bevölkerungsgruppen nehmen gleichermaßen daran teil. Die Studie zeigt, dass ältere Menschen, Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen, geringem Einkommen oder geringerer digitaler Kompetenz Bargeld häufiger nutzen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, alle Optionen zugänglich zu halten.
Akzeptanz und die Bedeutung der Wahlfreiheit
Trotz des Trends zu bargeldlosen Zahlungen legen 80 % der Befragten Wert darauf, weiterhin mit Bargeld bezahlen zu können. Die Bundesbank sieht es als wichtige Aufgabe an, Bargeld als kostengünstiges, effizientes und inklusives Zahlungsmittel zu erhalten.
Die Studie beleuchtet auch die Akzeptanz von Zahlungsmitteln. Bargeld wird fast überall akzeptiert, in 94 % der Fälle an physischen Verkaufsstellen. Weniger häufig ist die Akzeptanz im öffentlichen Nahverkehr und an Selbstbedienungskassen im Handel.
Lücken in der Akzeptanz bargeldloser Zahlungen
Obwohl die Akzeptanz bargeldloser Zahlungen zunimmt, gibt es hier noch Lücken. Bargeldloses Bezahlen war bei 86 % der Einkäufe an physischen Orten möglich, was einem Anstieg von 5 Prozentpunkten gegenüber 2023 entspricht. Doch etwa ein Viertel der Befragten gab an, im letzten Monat mindestens einmal nicht bargeldlos bezahlen zu können, obwohl sie es wollten.
Die meisten Befragten sind mit den in Deutschland verfügbaren Zahlungsoptionen zufrieden. Viele wünschen sich jedoch eine Verbesserung der Akzeptanz sowohl von Bargeld als auch von bargeldlosen Methoden. „Eine vollständige Wahlfreiheit ist noch nicht Realität“, so Balz.
Akzeptanz von Zahlungsmitteln
- Bargeldakzeptanz: 94 % an physischen Verkaufsstellen
- Bargeldlose Akzeptanz: 86 % an physischen Verkaufsstellen
- 25 % der Befragten konnten im letzten Monat nicht bargeldlos zahlen, obwohl sie es wollten.
Europäische Alternativen und digitale Souveränität
Im Bereich der mobilen Zahlungen und E-Payment-Methoden dominieren derzeit nicht-europäische Anbieter. Apple Pay ist die meistgenutzte mobile Zahlungsmethode am Point of Sale. Bei Kredit- und Debitkarten in digitalen Geldbörsen führen Visa und Mastercard. PayPal dominiert den E-Payment-Markt mit einem Anteil von rund 86 %.
Europäische Initiativen wie Wero und der zukünftige digitale Euro könnten hier Marktanteile zurückgewinnen. Eine große Mehrheit der Befragten hält es für notwendig, dass Europa im Bereich der Zahlungen unabhängiger wird.
„Unsere Strategie zielt nicht nur auf die Entwicklung des digitalen Euros ab, sondern auch darauf, europäische Zahlungsmethoden wie Wero zu unterstützen und die Verbreitung von Echtzeit-Überweisungen stärker zu fördern“, betonte Burkhard Balz.
Die Studie zeigt auch, dass die meisten Befragten ihren Banken und Sparkassen sowie den Zentralbanken einen verantwortungsvollen Umgang mit Zahlungsdaten bescheinigen. Dies schafft Vertrauen für neue europäische Lösungen wie den digitalen Euro. Letztlich soll die Öffentlichkeit die Wahl haben, wie sie in Zukunft bezahlen möchte.





