Der deutsche Rentenmarkt verzeichnete im April 2026 ein Brutto-Emissionsvolumen von 135,0 Milliarden Euro. Dies stellt einen Anstieg gegenüber dem Vormonat dar, in dem das Volumen bei 118,8 Milliarden Euro lag. Nach Abzug von Tilgungen und Berücksichtigung der Eigenbestandsveränderungen der Emittenten erhöhte sich der Umlauf heimischer Rentenwerte um lediglich 3,7 Milliarden Euro.
Insgesamt stieg der Umlauf von Schuldverschreibungen in Deutschland im April um 14,0 Milliarden Euro. Gebietsfremde Investoren zeigten sich als Hauptkäufer deutscher Schuldverschreibungen und erwarben Titel im Wert von netto 21,2 Milliarden Euro. Auch inländische Nichtbanken vergrößerten ihr Rentenportfolio, jedoch lag ihr Fokus auf ausländischen Titeln.
Wichtige Erkenntnisse
- Brutto-Emissionsvolumen stieg auf 135,0 Mrd. € im April.
- Nettoemissionen heimischer Rentenwerte nur 3,7 Mrd. €.
- Öffentliche Hand reduzierte Kapitalmarktverschuldung um 21,9 Mrd. €.
- Gebietsfremde Investoren waren die größten Käufer.
- Aktienmarkt verzeichnete Mittelzuflüsse von 2,0 Mrd. €.
Schwache Nettoemissionen bei Rentenwerten
Trotz des gestiegenen Brutto-Emissionsvolumens blieb der Nettozufluss am deutschen Rentenmarkt im April moderat. Der Anstieg des Umlaufs von heimischen Rentenwerten um 3,7 Milliarden Euro zeigt, dass Tilgungen und Bestandsanpassungen der Emittenten einen Großteil der neuen Emissionen kompensierten. Dies deutet auf eine verhaltene Dynamik in diesem Segment hin.
Heimische Kreditinstitute erhöhten ihre Kapitalmarktverschuldung im Berichtsmonat um netto 18,3 Milliarden Euro. Dies folgte auf Nettotilgungen von 16,8 Milliarden Euro im März. Besonders gefragt waren Schuldverschreibungen von Spezialkreditinstituten und Hypothekenpfandbriefe.
Zahlen im Überblick
- Spezialkreditinstitute: 6,9 Mrd. € Nettoemissionen
- Hypothekenpfandbriefe: 6,1 Mrd. € Nettoemissionen
- Öffentliche Pfandbriefe: 3,8 Mrd. € Nettoemissionen
- Sonstige Bankschuldverschreibungen: 1,4 Mrd. € Nettoemissionen
Unternehmensanleihen und öffentliche Hand
Inländische Unternehmen gaben im April Schuldverschreibungen im Umfang von netto 7,3 Milliarden Euro aus. Dies ist ein deutlicher Anstieg gegenüber den Nettotilgungen von 5,3 Milliarden Euro im Vormonat. Die Emissionen stammten hauptsächlich von nichtfinanziellen Unternehmen, die 5,0 Milliarden Euro neue Mittel aufnahmen.
Die öffentliche Hand hingegen reduzierte ihre Kapitalmarktverschuldung erheblich. Im April belief sich die Nettoentlastung auf 21,9 Milliarden Euro. Dies steht im Kontrast zu den Nettoemissionen von 15,9 Milliarden Euro im März. Der Bund trug maßgeblich zu dieser Reduzierung bei, indem er vor allem fünfjährige Obligationen und zehnjährige Anleihen tilgte.
"Die Tilgungen des Bundes von 23,3 Milliarden Euro bei fünfjährigen Obligationen und 18,8 Milliarden Euro bei zehnjährigen Anleihen prägten das Bild der öffentlichen Hand im April", so ein Sprecher der Deutschen Bundesbank.
Dem gegenüber standen Nettoemissionen von zweijährigen Schatzanweisungen (9,2 Mrd. €) und unverzinslichen Bubills (8,0 Mrd. €). Länder und Gemeinden verringerten ihre Kapitalmarktverschuldung ebenfalls, um per saldo 2,3 Milliarden Euro.
Internationale Investoren als Hauptakteure
Gebietsfremde Investoren zeigten sich im April als die wichtigsten Erwerber am deutschen Rentenmarkt. Sie kauften hiesige Schuldverschreibungen für netto 21,2 Milliarden Euro. Dies unterstreicht die anhaltende Attraktivität deutscher Anleihen für internationale Kapitalgeber.
Hintergrund: Die Rolle ausländischer Investoren
Ausländische Investoren spielen eine entscheidende Rolle für die Finanzierung deutscher Staats- und Unternehmensschulden. Ihre Nachfrage kann die Renditen beeinflussen und zur Stabilität des Marktes beitragen. Die hohe Nettonachfrage im April zeigt das Vertrauen in die deutsche Wirtschaft.
Inländische Nichtbanken vergrößerten ihr Rentenportfolio um per saldo 11,1 Milliarden Euro. Dabei lag ihr Fokus jedoch auf ausländischen Titeln. Heimische Kreditinstitute erwarben Schuldverschreibungen für netto 8,2 Milliarden Euro, wobei sie sich auf inländische Werte konzentrierten. Das Rentenmarktportfolio der Bundesbank verringerte sich um netto 26,5 Milliarden Euro. Dies ist auf das Auslaufen von Papieren aus den Ankaufprogrammen des Eurosystems zurückzuführen.
Aktienmarkt mit moderaten Zuwächsen
Am deutschen Aktienmarkt nahmen inländische Gesellschaften im April neue Mittel in Höhe von 2,0 Milliarden Euro auf. Dies ist ein leichter Anstieg gegenüber den 1,3 Milliarden Euro im März. Der Umlauf ausländischer Dividendenwerte am deutschen Markt stieg im gleichen Zeitraum um 5,3 Milliarden Euro.
Die wichtigsten Käufer am Aktienmarkt waren heimische Kreditinstitute, die Aktien für 8,4 Milliarden Euro erwarben. Gebietsfremde Investoren vergrößerten ihr hiesiges Aktienengagement um netto 4,5 Milliarden Euro. Hingegen veräußerten inländische Nichtbanken Dividendenwerte im Umfang von per saldo 5,5 Milliarden Euro.
Investmentfonds: Mittelzuflüsse in Spezialfonds
Inländische Investmentfonds verzeichneten im April geringe Mittelzuflüsse von 1,4 Milliarden Euro, nach 2,3 Milliarden Euro im März. Von diesen neuen Mitteln profitierten ausschließlich Spezialfonds, die institutionellen Anlegern vorbehalten sind, mit Zuflüssen von 1,7 Milliarden Euro.
Innerhalb der Anlageklassen brachten insbesondere Gemischte Wertpapierfonds und Dachfonds neue Anteile unter. Sie verzeichneten Zuflüsse von 1,2 Milliarden Euro beziehungsweise 1,0 Milliarden Euro. Aktienfonds hingegen sahen Mittelabflüsse von 1,2 Milliarden Euro.
Fonds im Detail
- Spezialfonds: +1,7 Mrd. €
- Gemischte Wertpapierfonds: +1,2 Mrd. €
- Dachfonds: +1,0 Mrd. €
- Aktienfonds: -1,2 Mrd. €
Der Umlauf der am deutschen Markt vertriebenen Anteilsscheine ausländischer Fonds stieg im April um 14,3 Milliarden Euro. Auf der Erwerberseite traten hier überwiegend inländische Nichtbanken auf, die Anteile für 10,0 Milliarden Euro erwarben. Ausländische Investoren und heimische Kreditinstitute kauften inländische Fondsanteile für netto 5,2 Milliarden Euro beziehungsweise 0,4 Milliarden Euro.





