Die Konsolidierung im deutschen Bankensektor setzt sich fort. Im Jahr 2025 sank die Gesamtzahl der Kreditinstitute um 39 auf 1.329. Dies ist eine moderate Fortsetzung des Trends, der bereits seit Jahren anhält. Hauptursachen sind Fusionen, die Digitalisierung und ein verändertes Kundenverhalten. Auch die Zahl der Filialen ging deutlich zurück, wenn auch langsamer als im Vorjahr.
Wichtige Erkenntnisse
- Die Zahl der Kreditinstitute sank 2025 um 39 auf 1.329.
- 34 Fusionen waren der Hauptgrund für den Rückgang.
- Die Zahl der inländischen Zweigstellen verringerte sich um 6 Prozent auf 16.799.
- Großbanken reduzierten ihr Filialnetz am stärksten.
- Digitalisierung und Kostendruck treiben den Wandel voran.
Konsolidierung im Bankensektor beschleunigt sich
Im Jahr 2025 verzeichnete der deutsche Bankensektor einen weiteren Rückgang der Kreditinstitute. Insgesamt gab es 39 Institute weniger als im Vorjahr. Dies ist eine leichte Beschleunigung gegenüber 2024, als die Zahl um 35 sank. Die Hauptursache für diesen Trend sind Fusionen. 34 Zusammenschlüsse trugen maßgeblich zu dieser Entwicklung bei.
Neben Fusionen spielten auch andere Faktoren eine Rolle. Vier Institute gaben ihre Erlaubnis zurück, eines verlor seine Erlaubnis. Drei Zweigniederlassungen wurden geschlossen, und drei Institute wurden umgruppiert. Dem standen sechs Neuzugänge gegenüber, darunter zwei ausländische Banken, die sich in Deutschland niederließen, und ein ehemaliges Wertpapierinstitut, das nun zu den Regionalbanken zählt.
Faktencheck 2025
- Gesamtzahl Institute: 1.329
- Netto-Rückgang: 39
- Fusionen: 34
- Zweigstellen-Rückgang: 6 Prozent
Filialnetz wird dünner: Auswirkungen der Digitalisierung
Die Zahl der inländischen Bankfilialen sank im Jahr 2025 um 1.071 auf 16.799. Dies entspricht einem Rückgang von 6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr, als der Rückgang bei 8,4 Prozent lag, verlangsamte sich der Abbau leicht. Der Trend bewegt sich damit wieder auf das Niveau von 2023 und 2022 zu, wo die Reduzierung bei rund 5 bis 6 Prozent lag.
Die Gründe für den Filialabbau sind vielfältig. Digitalisierung, hoher Kostendruck und ein verändertes Kundenverhalten spielen eine zentrale Rolle. Viele Kunden erledigen ihre Bankgeschäfte zunehmend online oder über mobile Apps. Dies reduziert die Notwendigkeit physischer Filialen erheblich.
„Kunden erwarten heute flexible und digitale Zugänge zu ihren Bankdienstleistungen. Dies zwingt Banken, ihre Geschäftsmodelle anzupassen und Filialstrukturen zu überdenken.“
Starker Rückgang bei Großbanken
Besonders betroffen vom Filialabbau sind die Großbanken. Ihr Netz schrumpfte um 755 Zweigstellen, was einem Rückgang von 34,6 Prozent entspricht. Die Zahl ihrer Filialen sank auf 1.429. Dieser Rückgang entfiel fast ausschließlich auf die Deutsche Bank, die ihr Filialnetz um 709 Zweigstellen reduzierte. Der Anteil der Großbanken am gesamten Zweigstellenbestand liegt nun bei nur noch 8,5 Prozent, verglichen mit 12,2 Prozent im Vorjahr.
Auch die Regionalbanken verzeichneten einen Rückgang ihres Filialnetzes um 16 auf 927 Zweigstellen. Im Gegensatz dazu gab es bei den Zweigstellen ausländischer Banken eine leichte Erhöhung um neun auf 174 Zweigstellen.
Hintergrund: Warum schließen Banken Filialen?
Der Rückgang der Filialen ist ein globaler Trend. Banken stehen unter Druck, Kosten zu senken und gleichzeitig in digitale Technologien zu investieren. Viele traditionelle Bankdienstleistungen, wie Überweisungen oder Kontoauszüge, werden heute bequem von zu Hause aus erledigt. Dies führt dazu, dass weniger Kunden physische Filialen aufsuchen. Auch der Wettbewerb durch Fintech-Unternehmen und Direktbanken spielt eine Rolle.
Entwicklung in den einzelnen Bankengruppen
Der genossenschaftliche Sektor verzeichnete 27 Fusionen im Jahr 2025, was zu einem Rückgang der genossenschaftlichen Institute auf 647 führte. Dies entspricht einem Minus von 3,7 Prozent. Im Sparkassensektor sank die Zahl der Institute durch Zusammenschlüsse um fünf. Damit blieben neben sechs unveränderten Landesbanken noch 344 Sparkassen bestehen.
Bei den Kreditbanken gab es einen Rückgang um sechs auf 232 Institute. Die Zahl der Großbanken blieb bei drei konstant. Die Regionalbanken und sonstigen Kreditbanken verringerten sich um vier auf 129. Hier standen zwei Zugängen sechs Abgänge gegenüber. Die Zugänge resultierten aus Erlaubniserweiterungen bei einer Bürgschaftsbank und einem Wertpapierinstitut.
- Genossenschaftsbanken: 647 Institute (-3,7%)
- Sparkassen: 344 Institute (-5)
- Kreditbanken gesamt: 232 Institute (-6)
Filialabbau im Sparkassen- und Genossenschaftssektor verlangsamt
Während der Filialabbau bei den Großbanken rasant war, verlangsamte er sich im Sparkassen- und Genossenschaftssektor. Die Sparkassen reduzierten ihr Zweigstellennetz um netto 116 auf 6.810 Filialen. Im Vorjahr lag der Rückgang noch bei 178 Filialen. Trotz des Abbaus unterhalten die Sparkassen mit 40,5 Prozent weiterhin den größten Anteil an inländischen Zweigstellen.
Im genossenschaftlichen Sektor sank die Zahl der Zweigstellen um 161 auf 6.241. Auch hier war der Rückgang geringer als im Vorjahr (186 Filialen). Der Anteil am Gesamtbestand der inländischen Zweigstellen beträgt 37,2 Prozent. Diese Zahlen zeigen, dass diese Sektoren ihre Präsenz zwar anpassen, aber immer noch eine starke lokale Verankerung besitzen.
Filialanteile 2025
- Sparkassen: 40,5%
- Genossenschaftsbanken: 37,2%
- Kreditbanken: 15,1%
- Großbanken: 8,5%
Auslandsgeschäft: Leichter Zuwachs bei Filialen
Im Gegensatz zum Inlandsgeschäft zeigte sich im Ausland eine leichte Zunahme. Die Zahl der im Ausland ansässigen Tochterunternehmen deutscher Banken blieb mit 73 konstant. Die Großbanken unterhalten mit 59 Töchtern den Großteil dieser Auslandspräsenzen. Regionalbanken haben sechs, Landesbanken drei und die DZ BANK vier Auslandstöchter.
Die Zahl der Filialen deutscher Kreditinstitute im Ausland erhöhte sich um sechs auf 277, ein Plus von 2,2 Prozent. Rund 77 Prozent aller Auslandsfilialen und etwa 48 Prozent der Auslandstöchter befinden sich in Europa, hauptsächlich in den Ländern der Europäischen Union. Dies unterstreicht die starke europäische Ausrichtung des deutschen Bankensektors im internationalen Geschäft.
Die Entwicklung zeigt, dass deutsche Banken ihre Strategien anpassen, um den Herausforderungen der Digitalisierung und des Kostendrucks zu begegnen. Während das inländische Filialnetz weiter schrumpft, investieren einige Banken weiterhin in ihre internationale Präsenz.





