Die Waratah Super Batterie in Australien, ein Energiespeichersystem mit einer Kapazität von 850 Megawatt, wird vom 20. November bis zum 2. Dezember 2025 planmäßig wegen Wartungsarbeiten heruntergefahren. Dieser Schritt erfolgt, während der Entwickler Akaysha Energy weiterhin die Folgen eines schweren Transformatorausfalls aus dem Oktober dieses Jahres bewältigt.
Wichtige Erkenntnisse
- Die Waratah Super Batterie wird vom 20. November bis 2. Dezember 2025 heruntergefahren.
- Ein schwerer Transformatorausfall im Oktober hat die volle Inbetriebnahme verzögert.
- Derzeit arbeitet das System mit einer reduzierten Kapazität von 350 MW.
- Die geschätzten Verluste durch den Ausfall liegen zwischen 50 und 80 Millionen australischen Dollar.
- Die Ersatztransformatoren werden lokal von Wilson Transformer hergestellt.
Betrieb unter reduzierter Kapazität
Das Batteriespeichersystem, das eigentlich mit 850 Megawatt Leistung und 1.680 Megawattstunden Speicherkapazität konzipiert wurde, arbeitet derzeit nur mit 350 Megawatt. Trotz dieser Einschränkung erfüllt es weiterhin seine wesentlichen Anforderungen an die Systemintegrität (SIPS-Dienstleistungen). Der ursprüngliche Plan sah vor, die Waratah Super Batterie zum leistungsstärksten Batteriespeichersystem der Welt zu machen. Der Transformatorausfall hat diese Ambitionen jedoch vorerst gebremst.
Akaysha Energy, ein von BlackRock unterstützter Entwickler, steht vor der Aufgabe, die volle Funktionsfähigkeit des Systems wiederherzustellen. Die Herausforderung liegt nicht nur in der Reparatur, sondern auch in der Minimierung der finanziellen Auswirkungen des Vorfalls.
Faktencheck
- Kapazität: Ursprünglich 850 MW / 1.680 MWh
- Aktuelle Leistung: 350 MW
- Standort: Ehemaliges Kohlekraftwerksgelände Munmorah, Budgewoi
- Überwachung: 36 Übertragungsleitungen in Echtzeit
Finanzielle Auswirkungen des Schadens
Der Transformatorausfall könnte nach Schätzungen von Dr. Tom Harries, Partner bei NARDAC, einem spezialisierten Versicherungsbroker für Energiespeicher und Infrastruktur, zu Gesamtverlusten zwischen 50 und 80 Millionen australischen Dollar (etwa 32 bis 51 Millionen US-Dollar) führen. Die endgültige Schadenshöhe hängt stark davon ab, wie schnell die Ersatztransformatoren beschafft werden können und ob eine Verzögerung der Inbetriebnahme durch die Versicherung abgedeckt ist.
"Wenn das Projekt die Transformatoren innerhalb von sechs Monaten ersetzen kann, möglicherweise unter einer Verzögerungsdeckung, je nachdem, ob das Projekt vollständig in Betrieb genommen wurde oder sich noch in der Testphase befindet, könnte der Verlust nur 50 Millionen australische Dollar betragen", erklärte Dr. Harries. "Dies hängt jedoch davon ab, ob die Transformatoren ziemlich schnell beschafft werden können; andernfalls ist ein viel größerer Anspruch wahrscheinlich."
Die Beschaffung neuer Hauptleistungstransformatoren erfordert in der Regel lange Vorlaufzeiten. Spezialisierte Geräte können oft 12 bis 18 Monate für Herstellung und Lieferung benötigen. Ein Vorteil in diesem Fall ist, dass die Transformatoren von dem australischen Unternehmen Wilson Transformer hergestellt wurden. Dies könnte den Diagnose- und Reparaturprozess beschleunigen.
Lokale Fertigung als Vorteil
Die Tatsache, dass die Transformatoren von einem lokalen Unternehmen, Wilson Transformer, produziert wurden, bietet entscheidende Vorteile. Alle Diagnose-, Reparatur- und Wiederinbetriebnahmeaktivitäten können vor Ort durchgeführt werden. Dies ermöglicht schnellere Bearbeitungszeiten und eine engere Überwachung des gesamten Reparaturprozesses. Diese lokale Expertise könnte die Ausfallzeiten erheblich verkürzen und die Kosten im Vergleich zu einer internationalen Beschaffung möglicherweise reduzieren.
Hintergrundinformationen
Die Waratah Super Batterie wurde als "riesiger Stoßdämpfer für das Stromnetz" Australiens konzipiert. Sie befindet sich am Standort des ehemaligen Kohlekraftwerks Munmorah in der Nähe von Budgewoi. Ihre Aufgabe ist es, 36 Übertragungsleitungen in Echtzeit zu überwachen und innerhalb von Sekunden auf Störungen im Netz zu reagieren. Dies ist entscheidend für die Stabilität des australischen National Electricity Market (NEM), insbesondere angesichts der zunehmenden Einspeisung erneuerbarer Energien.
Der geplante Stillstand und die Zukunft
Der nun angekündigte Stillstand vom 20. November bis 2. Dezember 2025 ist Teil der routinemäßigen Wartung und wurde bereits vor Monaten mit dem australischen Energiemarktbetreiber (AEMO) und Transgrid abgestimmt. Er wird die aktuelle Betriebsleistung von 350 MW für diesen Zeitraum beeinträchtigen. Dieser Zeitpunkt fällt mit einer kritischen Phase für das australische Stromnetz zusammen, da im Sommer die Nachfrage steigt und die Herausforderungen durch die schwankende Einspeisung erneuerbarer Energien im NEM bestehen bleiben.
Nick Carter, CEO von Akaysha Energy, bezeichnete den Transformatorvorfall in einem internen Memo als "katastrophalen Ausfall". Dies unterstreicht die Schwere des technischen Problems, das die Betriebskapazität des Projekts um mehr als die Hälfte reduziert hat.
Ein Sprecher von Akaysha Energy erwartet, dass die verbleibende Kapazität des Batteriespeichersystems im Laufe des Jahres 2026 wieder vollständig online gehen wird. Bis dahin wird das System weiterhin eine wichtige Rolle bei der Stabilisierung des Netzes spielen, wenn auch mit eingeschränkter Leistung.
Herausforderungen für das Stromnetz
- Zunehmende Sommernachfrage
- Schwankende Einspeisung erneuerbarer Energien
- Notwendigkeit schneller Reaktionszeiten bei Netzstörungen
Die Waratah Super Batterie ist ein Schlüsselprojekt für die Energiewende in Australien. Ihr reibungsloser Betrieb ist entscheidend, um die Integration erneuerbarer Energien zu unterstützen und die Netzstabilität zu gewährleisten. Die Behebung des Transformatorschadens und die vollständige Wiederinbetriebnahme des Systems sind daher von großer Bedeutung für die Energiesicherheit des Landes.





