Die Beschränkungen für ausländische Unternehmen mit Bedenken (FEOC) und die geplanten Section 301-Zollerhöhungen auf 25 Prozent für Batteriespeichersysteme (BESS) chinesischer Herkunft sind am 1. Januar in Kraft getreten. Diese Maßnahmen beeinflussen die Beschaffungsstrategien und Kostenstrukturen in der Energiebranche erheblich. Unternehmen suchen nun verstärkt nach alternativen Lieferketten und Technologien, die den neuen Vorschriften entsprechen.
Wichtige Erkenntnisse
- US-Beschränkungen für ausländische Unternehmen (FEOC) und höhere Zölle auf chinesische BESS sind in Kraft.
- Die Nachfrage nach FEOC-konformen Lieferketten und heimischer Produktion steigt.
- Nicht-Lithium-Batterietechnologien gewinnen an Bedeutung, besonders für längere Speicherdauern.
- Die Kostenlücke zwischen chinesischen und konformen Systemen hat sich verringert.
- Steuergutschriften und Anreize fördern die Lokalisierung der Produktion in den USA.
Veränderungen in der BESS-Beschaffung seit Januar
Seit dem 1. Januar 2024 sind die FEOC-Beschränkungen aktiv. Dies hat die Diskussionen in der Energiebranche intensiviert. Entwickler und OEMs konzentrieren sich nun stärker darauf, die Berechtigung für Steuergutschriften zu erhalten. Gleichzeitig müssen sie steigende Projektkosten für Materialien wie Stahl und Zement bewältigen.
Die FEOC-Anforderungen, die nach dem Inflation Reduction Act (IRA) im Jahr 2022 klar wurden, haben zu einer Unsicherheit bei der Beschaffung geführt. Dies verlangsamte zunächst einige Entscheidungen. Gleichzeitig beschleunigte es die Nachfrage nach FEOC-sicheren Lieferketten und heimischer Produktion. Diese regulatorische Spannung ist zu einem der größten Faktoren geworden, der den Zeitplan und die Beschaffungsstrategie von Projekten prägt.
Faktencheck
- 25% Zollerhöhung: Die Section 301-Zölle auf chinesische BESS steigen auf 25%.
- IRA-Auswirkungen: Der Inflation Reduction Act (IRA) von 2022 legte den Grundstein für die aktuellen FEOC-Anforderungen.
- Kostenfaktoren: Steigende Preise für Stahl, Zement und andere Baumaterialien belasten Projektbudgets zusätzlich.
Auswirkungen der Section 301-Zölle
Die höheren Section 301-Zölle, insbesondere auf Importe aus China, werden in den Beschaffungsentscheidungen immer sichtbarer. Kurzfristig erhöhen diese Zölle den Druck auf die Projektkosten. Entwickler mit bestehenden oder kurzfristigen Projekten suchen aktiv nach alternativen Technologien und Lieferketten.
Diese Dynamik begünstigt Unternehmen, die nicht-Lithium-Lösungen anbieten und eine schnelle US-Produktion entlang der gesamten Lieferkette ermöglichen. Dies reduziert langfristig das Risiko von Zolleinflüssen. Auch wenn anfängliche Pilotprojekte in Deutschland noch Zöllen unterliegen können, beschleunigt der Trend zur heimischen Fertigung und diversifizierten Lieferketten die langfristige Strategie vieler Unternehmen.
„Auf einer engen, nur auf die Ausrüstung bezogenen Basis können chinesisch gefertigte Systeme immer noch billiger erscheinen. Diese Lücke hat sich jedoch erheblich verkleinert.“ – Tom Cornell, CEO und Präsident von Prevalon Energy.
Kostenwirksamkeit chinesischer BESS und Alternativen
Lithium-Ionen-Batterien, insbesondere von chinesischen Herstellern, setzten lange den Preisstandard im Batteriemarkt, vor allem für kurzzeitige Anwendungen. Für Anwendungen im Bereich von 1 bis 4 Stunden kann Lithium-Ionen immer noch sinnvoll sein. Doch der Markt bewegt sich klar hin zu längeren Speicherdauern.
Bei Anwendungen über vier Stunden gewinnen nicht-Lithium-Technologien einen deutlichen Vorteil. Beispielsweise ist die Organic SolidFlow-Batterie von CMBlu Energy bereits heute kostengünstig im Vergleich zu Lithium-Ionen. Mit zunehmender Dauer auf sechs, acht oder sogar zehn Stunden wird diese Technologie wirtschaftlicher. Gleichzeitig vermeidet sie die Lieferketten- und geopolitischen Risiken, die mit Lithium-Ionen verbunden sind.
Nicht-Lithium-Lösungen im Aufwind
Der Markt drängt eindeutig auf nicht-Lithium-Alternativen. Diese Verschiebung stärkt das Vertrauen in Lösungen, die sowohl mit der Politik als auch mit der Widerstandsfähigkeit der Lieferkette übereinstimmen. Die Möglichkeit, die US-Produktion schnell hochzufahren, ist dabei ein entscheidender Faktor.
Hintergrundinformationen
Die „Organic SolidFlow“-Technologie von CMBlu Energy unterscheidet sich von traditionellen Flussbatterie-Designs. Sie nutzt eine einzigartige Architektur, die laut Giovanni Damato, Präsident von CMBlu Energy, Inc., starke Wettbewerbsvorteile bietet. Diese Technologie basiert auf organischen Elektrolyten und ist frei von kritischen Rohstoffen wie Lithium oder Kobalt, was sie unempfindlicher gegenüber geopolitischen Risiken macht.
Strategien zur Sicherung von BESS-Lieferketten
Unternehmen wie CMBlu Energy sind aufgrund ihrer lokalisierten Lieferkette nicht von FEOC-Beschränkungen betroffen. Sie haben sich darauf konzentriert, die Fertigungslokalisierung in den USA zu beschleunigen. Dies ermöglicht es ihnen, sich als FEOC-sicher zu positionieren und US-Politikanreize voll zu nutzen.
Dazu gehören die Steuergutschrift für fortgeschrittene Fertigung nach Section 45X und der Inlandsgehalts-ITC-Zuschlag. Zusammen können diese Anreize einen ITC-Vorteil von bis zu 40 Prozent erzielen. Das stärkt die Projektwirtschaftlichkeit und sichert eine konforme Batterieversorgung für Kunden.
Wichtige Anreize für die US-Produktion:
- Section 45X: Steuergutschrift für fortgeschrittene Fertigung.
- Inlandsgehalts-ITC-Zuschlag: Fördert die Verwendung von in den USA hergestellten Komponenten.
- Gesamtvorteil: Bis zu 40% Investment Tax Credit (ITC) möglich.
Auswirkungen auf die Branche im kommenden Jahr
Die Branche erwartet eine Zeit erheblicher Umwälzungen. Energieversorger müssen ein beispielloses Lastwachstum bewältigen, während sie ihre Erzeugungsportfolios umstellen. Alte Kohlekraftwerke werden stillgelegt und Solar- und Windenergieanlagen schnell hinzugefügt.
Gleichzeitig stehen Hyperscaler unter starkem Druck, KI-gesteuerte Rechenzentren so schnell wie möglich zu errichten und zu versorgen. Der schnellste Weg dorthin ist die Kombination von erneuerbaren Energien mit Energiespeichern und stabiler Erzeugung. Dies wird den Fokus auf Alternativen wie langzeitige, nicht-Lithium-Speicherlösungen verstärken. Solche Lösungen sind nicht durch FEOC-Regeln eingeschränkt, haben ein geringeres Zollrisiko durch heimische Lieferketten und helfen, geopolitische Risiken zu mindern.
Zunehmende Nachfrage nach heimischer Produktion
Die heimische BESS-Fertigung nimmt zu. Dies wird durch den starken Marktdruck von Energieversorgern, Hyperscalern und Entwicklern angetrieben. Diese Akteure benötigen Energielösungen, die heute verfügbar sind und minimale geopolitische und regulatorische Risiken aufweisen. Der Markt entwickelt sich über eine reine Lithium-Zukunft hinaus. Lieferketten diversifizieren sich, Technologieoptionen erweitern sich, und Investoren bewerten Risiken in Bezug auf Rückverfolgbarkeit, Sicherheit und Widerstandsfähigkeit neu.
Längerfristig unterstützt dies ein sichereres und flexibleres Energiesystem. Es basiert auf modularen, steuerbaren Speicheranlagen, die die Abhängigkeit von Konfliktmaterialien reduzieren, thermische Durchgehrisiken mindern und der wachsenden Nachfrage nach Energiespeichern mit längerer Dauer besser gerecht werden.
Zahlen und Fakten zur Energiebranche
- Lastwachstum: Energieversorger sehen sich einem beispiellosen Anstieg der Energienachfrage gegenüber.
- KI-Rechenzentren: Benötigen schnelle und zuverlässige Energieversorgung, oft durch erneuerbare Energien und Speicher.
- Diversifizierung: Der Markt bewegt sich weg von einer ausschließlichen Abhängigkeit von Lithium-Ionen-Batterien.
Ausblick für CMBlu Energy und den Markt
Für Unternehmen, die nicht-Lithium-Lösungen anbieten, sind die Aussichten positiv. Die Nachfrage nach FEOC-sicheren Lösungen wächst. Markt- und Politikdynamiken beschleunigen die Notwendigkeit, Projekte in den USA umzusetzen und die Fertigungskapazitäten zu skalieren. Dies unterstützt die Strategie, die heimische Produktion hochzufahren und die Projektaktivitäten zu erweitern.
Die Energy Storage Summit USA, die vom 24. bis 25. März 2026 in Dallas, TX, stattfindet, wird diese Themen weiter beleuchten. Dort werden Herausforderungen wie FEOC, Strombedarfs-Prognosen und das Management der BESS-Lieferkette diskutiert.





