Die Kosten für Batteriespeichersysteme (BESS) im Versorgungsmaßstab sind in den USA gestiegen. Dies geht aus Lazards jährlichem Bericht hervor. Nach einem Rückgang im Vorjahr kehrt sich der Trend nun um. Dieser Anstieg wird hauptsächlich durch neue Importzölle und Einschränkungen bei der Verfügbarkeit von Investitionssteuergutschriften (ITC) für Projekte verursacht, die chinesische Batteriezellen verwenden.
Wichtige Erkenntnisse
- Die Kosten für Batteriespeichersysteme in den USA sind gestiegen.
- Importzölle und FEOC-Beschränkungen sind Hauptursachen.
- Die Investitionssteuergutschrift (ITC) mindert die Kosten weiterhin.
- Chinesische Batteriezellen sind von der ITC ausgeschlossen.
- Erneuerbare Energien bleiben die günstigste Stromerzeugung.
Kostenanstieg nach vorherigem Rückgang
Lazard, eine Investmentbanking-Gruppe, veröffentlicht seit 19 Jahren ihre Analyse der Stromgestehungskosten (LCOE). Ergänzend dazu gibt es seit elf Jahren die Analyse der Speicherkosten (LCOS). Im Jahr 2025 verzeichnete Lazard noch einen deutlichen Rückgang der LCOS für BESS im Versorgungs- sowie im kommerziellen und industriellen Maßstab. Dieser Rückgang war auf Faktoren wie eine verlangsamte Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in den USA zurückzuführen, was zu einem erhöhten Angebot an Batteriezellen für stationäre Speichersysteme führte. Auch technologische Fortschritte bei Energiedichte und Zellkapazität trugen dazu bei.
Zwischen 2021 und 2024 stiegen die Kosten jedoch aufgrund der globalen COVID-19-Pandemie und der damit verbundenen Lieferkettenprobleme. Logistikkosten und Materialpreise, insbesondere für Lithiumcarbonat, das in Lithium-Eisenphosphat (LFP)-Batteriezellen häufig verwendet wird, nahmen zu. Der Rückgang im Jahr 2025 konnte diese früheren Anstiege noch ausgleichen.
Faktencheck
- 2025: LCOS für 100MW/400MWh BESS ohne ITC: 115 bis 254 US$/MWh.
- 2025: LCOS für 100MW/400MWh BESS mit ITC: 83 bis 192 US$/MWh.
- Aktuell: LCOS für 100MW/400MWh BESS ohne ITC: 210 bis 292 US$/MWh.
- Aktuell: LCOS für 100MW/400MWh BESS mit ITC: 148 bis 209 US$/MWh.
Auswirkungen von Zöllen und FEOC-Beschränkungen
Der aktuelle Anstieg der LCOS ist vor allem auf zwei Faktoren zurückzuführen: Importzölle und die neuen FEOC-Beschränkungen (Foreign Entity of Concern). Diese Beschränkungen betreffen die Investitionssteuergutschrift (ITC) für BESS-Projekte, die Batteriezellen chinesischer Hersteller nutzen. Der Zugang zu günstigen Zelllieferungen, der die Kosten zuvor senkte, ist nun eingeschränkt. Ohne die ITC liegen die Speicherkosten für ein 100MW/400MWh-Projekt heute zwischen 210 und 292 US$/MWh. Mit ITC liegen sie zwischen 148 und 209 US$/MWh.
Die FEOC-Beschränkungen wurden letztes Jahr mit dem Haushaltsgesetz HR 1 eingeführt. Sie begrenzen den Anteil der Materialkosten, der von FEOC-Quellen stammen darf. Es gibt kein pauschales Verbot chinesischer Materialien oder Investitionen. Die Schwelle ist jedoch so gesetzt, dass Batteriezellen, die etwa die Hälfte der Investitionskosten eines BESS-Projekts ausmachen, nicht aus chinesischen Quellen stammen dürfen, um die ITC in Anspruch nehmen zu können.
„Wir sind in eine Ära der Schnelligkeit bei der Stromversorgung eingetreten – die Nachfrage übersteigt das Angebot, die Kosten steigen bei jeder Technologie, und der Wert verschiebt sich zu dem, der die Kapazität am schnellsten liefern kann.“
Erneuerbare Energien bleiben wettbewerbsfähig
Trotz des Anstiegs der Speicherkosten bleiben erneuerbare Energien die günstigste Form der Stromerzeugung in den USA. Lazards Bericht zeigt, dass Freiflächen-Solar-Photovoltaik und Onshore-Windkraft die niedrigsten Stromgestehungskosten (LCOE) aufweisen, selbst ohne Subventionen. Dies gilt, obwohl auch bei allen Erzeugungstechnologien ein Anstieg der Kosten zu verzeichnen ist. Sogar die Kosten für neue Gaskraftwerke sind stark gestiegen und erreichen ein 15-Jahres-Hoch.
Samuel Scroggins betont die Bedeutung erneuerbarer Energien. Er sagt, sie seien die kostengünstigste und am schnellsten einsetzbare Ressource. Trotzdem sei ein diversifizierter Erzeugungs-Mix notwendig, um den aktuellen Anforderungen gerecht zu werden.
Hintergrundinformationen
Die Levelised Cost of Storage (LCOS) ist eine Kennzahl, die die durchschnittlichen Kosten der Energiespeicherung über die gesamte Lebensdauer eines Speichersystems angibt, ausgedrückt in Kosten pro Energieeinheit (z.B. US$/MWh). Sie berücksichtigt Investitionskosten, Betriebskosten, Wartungskosten, Brennstoffkosten und Finanzierungskosten.
Die Investitionssteuergutschrift (ITC) ist ein US-Bundessteueranreiz, der einen Prozentsatz der Kosten für die Installation von Solar- und Batteriespeichersystemen abdeckt. Sie soll die Einführung sauberer Energietechnologien fördern.
Ausblick und zukünftige Entwicklungen
Die vollständige Lazard-Analyse liefert detaillierte LCOS-Werte in US$/MWh und US$kWh/Jahr für verschiedene Marktsegmente, darunter private Haushalte, Gewerbe und Industrie sowie Versorgungsunternehmen. Diese Daten decken auch verschiedene Speicherzeiträume ab.
Die aktuellen Entwicklungen unterstreichen die Herausforderungen bei der Bereitstellung von Energiespeicherlösungen. Die Notwendigkeit, Lieferketten zu diversifizieren und die Abhängigkeit von einzelnen Quellen zu reduzieren, wird immer deutlicher. Der Markt für Batteriespeicher bleibt jedoch dynamisch und technologische Innovationen werden weiterhin eine Schlüsselrolle spielen, um die Kosten langfristig zu senken und die Energiewende voranzutreiben.
Fachkonferenzen wie die Battery Asset Management USA und Solar & Storage Finance USA, die im September 2026 stattfinden, werden wichtige Plattformen für den Austausch über diese Entwicklungen sein.





