Der US-amerikanische Solaranlagenhersteller T1 Energy hat eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme des vertikal integrierten Batterie-Energiespeichersystem-Unternehmens (BESS) KORE Power bekannt gegeben. Die Transaktion, die am 3. Juni öffentlich gemacht wurde, hat einen Unternehmenswert von rund 32 Millionen US-Dollar. Dieser Betrag umfasst Eigenkapital, Bargeld und die Übernahme von Schulden. Der Abschluss der Akquisition wird für das zweite Quartal 2026 erwartet.
Durch diesen Schritt will T1 Energy den Zugang zu den Märkten für Energiespeicherung und KI-Rechenzentrumsinfrastruktur erweitern. Dies soll die potenzielle Kundenbasis für Solar- und Speicherprodukte des Unternehmens deutlich vergrößern.
Wichtige Punkte
- T1 Energy übernimmt KORE Power für rund 32 Millionen US-Dollar.
- Die Akquisition soll T1 Energy den Zugang zu Energiespeicher- und KI-Rechenzentrumsmärkten ermöglichen.
- Der Fokus liegt auf KORE Powers NRI-Sparte, die auf große BESS-Projekte spezialisiert ist.
- NRI hat weltweit etwa 1.100 BESS-Projekte realisiert.
- T1 Energy erwartet positive EBITDA-Beiträge ab diesem Jahr.
Strategische Ausrichtung auf Energiespeicher
Die Akquisition konzentriert sich insbesondere auf die NRI-Sparte von KORE Power. NRI ist auf die Planung, Lieferung, Installation und den Betrieb von BESS im Versorgungsmaßstab spezialisiert. Diese strategische Entscheidung spiegelt das Bestreben von T1 Energy wider, seine Position im Wachstumsmarkt der Energiespeicherlösungen zu stärken.
Interessanter Fakt
Das NRI-Team von KORE Power hat in seiner über 50-jährigen Geschichte weltweit rund 1.100 BESS-Projekte umgesetzt. Dazu gehören Lösungen für die US-Regierung, nationale Labore, Versorgungsunternehmen und industrielle Kunden.
Daniel Barcelo, Chairman und CEO von T1 Energy, erklärte, dass es bei der Übernahme nicht um die Zellproduktion geht. Er betonte vielmehr die Bedeutung der Engineering-Plattform von NRI. „Wir fertigen keine Batteriezellen mit KORE. Dieses Geschäft existiert dort nicht. Wir waren der Meinung, dass NRI eine sehr starke Engineering-Plattform bietet, die wir in T1 Energy integrieren wollten, um einen besseren Kundenfokus zu haben“, sagte Barcelo.
Ausbau der Kundenbeziehungen
Das Ziel ist es, die Beziehungen zu Entwicklern im Versorgungsmaßstab zu stärken. Barcelo fügte hinzu: „Wir haben NRI gekauft, weil wir ein sehr starkes, operativ ausgerichtetes Engineering-Team haben wollen, um mit Entwicklern im Versorgungsmaßstab zusammenzuarbeiten und sicherzustellen, dass ihnen die besten Systeme zur Verfügung gestellt werden. Es war eine sehr strategische Entscheidung für uns, unsere Beziehung zu stärken, darum geht es bei dieser Akquisition.“
„NRI ist seit über 50 Jahren im Geschäft, sie haben Systeme buchstäblich auf jedem Kontinent, einschließlich der Antarktis, installiert. Sie verfügen über eine sehr, sehr starke technische Kompetenz, und darauf konzentrieren wir uns wirklich.“
Daniel Barcelo, Chairman und CEO von T1 Energy
Finanzielle Erwartungen und zukünftige Pläne
T1 Energy plant, KORE Power nach dem voraussichtlichen Abschluss der Transaktion in T1 NRI umzubenennen. Das Unternehmen erwartet, dass die Transaktion bereits in diesem Jahr positive EBITDA-Werte liefern wird. Für 2027 wird ein Beitrag zwischen 15 Millionen und 20 Millionen US-Dollar zum EBITDA prognostiziert.
Neben dem Kaufpreis von 32 Millionen US-Dollar beinhaltet die Vereinbarung eine potenzielle erfolgsabhängige Earn-out-Zahlung in Höhe von 9,6 Millionen US-Dollar. Diese ist an die Leistung in den Geschäftsjahren 2026 und 2027 gekoppelt. Der Abschluss der Transaktion unterliegt den üblichen Abschlussbedingungen, einschließlich der Zustimmung der Aktionäre von KORE Power.
Hintergrundinformationen
Sowohl T1 Energy (ehemals FREYR Battery) als auch KORE Power hatten im Jahr 2025 Pläne für den Bau von Batteriegigafabriken aufgegeben. T1 Energy hatte kurz vor seiner Umbenennung eine 2,57 Milliarden US-Dollar teure Batteriezellenproduktionsanlage in Newnan, Georgia, storniert. KORE Power kündigte die Absage seiner geplanten KOREPlex Lithium-Ionen-Gigafabrik in Arizona an, zeitgleich mit dem Rücktritt des CEOs und Gründers des Unternehmens.
Zustimmung der Aktionäre
Aktionäre, die die Mehrheit der KORE Power-Aktien halten, haben ihre Unterstützung für die Transaktion zugesagt. Sie werden voraussichtlich vor dem Abschluss der Übernahme für den Deal stimmen. Dies sichert einen reibungslosen Übergang und unterstreicht das Vertrauen in die strategische Ausrichtung der neuen Einheit.
Fokus auf Engineering und Kundenservice
Die Entscheidung, NRI zu erwerben, unterstreicht den Fokus von T1 Energy auf hochwertige Engineering-Lösungen und einen starken Kundenservice. NRI bringt über 50 Jahre Erfahrung und eine breite Expertise in der Implementierung von Energiespeichersystemen mit. Diese Erfahrung umfasst Projekte auf allen Kontinenten.
Die Integration des NRI-Teams soll es T1 Energy ermöglichen, maßgeschneiderte und effiziente BESS-Lösungen für Versorgungsunternehmen und große Entwickler anzubieten. Dies ist entscheidend, um den wachsenden Bedarf an zuverlässigen Energiespeicherlösungen zu decken, insbesondere im Kontext der Energiewende und der zunehmenden Integration erneuerbarer Energien.
Wichtige Zahlen
- 32 Millionen US-Dollar: Kaufpreis (Eigenkapital, Bargeld, Schuldenübernahme).
- 9,6 Millionen US-Dollar: Potenzielle Earn-out-Zahlung, leistungsabhängig.
- Q2 2026: Erwarteter Abschluss der Transaktion.
- 15-20 Millionen US-Dollar: Erwarteter EBITDA-Beitrag im Jahr 2027.
Die Übernahme von KORE Powers NRI-Sparte ist ein klares Zeichen für die strategische Neuausrichtung von T1 Energy. Das Unternehmen positioniert sich damit als wichtiger Akteur im Bereich der Energiespeichertechnologien und der Infrastruktur für KI-Rechenzentren. Diese Märkte gelten als zentrale Säulen der zukünftigen Energieversorgung und Digitalisierung.
Die Entwicklung eigener Software und Steuerungssysteme durch NRI im Inland der USA ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt. Dies bietet T1 Energy eine größere Kontrolle über die Technologie und ermöglicht eine schnellere Anpassung an neue Marktanforderungen und regulatorische Rahmenbedingungen.





