Die Preise für Kraftstoffe und Heizöl haben in den letzten Tagen einen deutlichen Anstieg verzeichnet. Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten, insbesondere die Entwicklungen rund um den Iran, treibt die Ölpreise in die Höhe und wirkt sich direkt auf die Verbraucher in Deutschland aus. Besonders Diesel ist nun merklich teurer als noch vor Kurzem, und auch Heizölkäufer müssen tiefer in die Tasche greifen.
Wichtige Erkenntnisse
- Sprit- und Heizölpreise steigen durch Nahost-Konflikt deutlich.
- Diesel verteuerte sich um 7 Cent, Super E10 um 6,1 Cent seit Freitag.
- Heizölpreis für 100 Liter liegt bei knapp 123 Euro.
- Die Straße von Hormus ist entscheidend für globale Öltransporte.
- ADAC-Vergleichsdienste waren zeitweise überlastet.
Deutlicher Preisanstieg an den Tankstellen
Autofahrer spüren die Auswirkungen des Konflikts unmittelbar. Die Daten des ADAC und von Heizoel24 zeigen einen klaren Aufwärtstrend bei den Preisen. Bereits am Montag war ein kräftiger Anstieg zu beobachten, der sich am Dienstag fortsetzte. Ein Sprecher des ADAC prognostizierte, dass Benzin und Diesel im Tagesverlauf nochmals um einige Cent zulegen könnten.
Im bundesweiten Tagesdurchschnitt kostete Super E10 am Montag 1,839 Euro pro Liter. Das ist ein Anstieg von 6,1 Cent im Vergleich zum vergangenen Freitag, dem 27. Februar, dem letzten Tag vor der jüngsten Eskalation im Nahen Osten. Dieser Wert markiert den höchsten Stand seit Mai 2024. Diesel übertraf diesen Anstieg noch: Er verteuerte sich um 7 Cent auf 1,816 Euro pro Liter. Dies ist der höchste Dieselpreis seit Oktober 2023.
Faktencheck: Preissprünge
- Super E10: +6,1 Cent seit Freitag auf 1,839 Euro/Liter.
- Diesel: +7 Cent seit Freitag auf 1,816 Euro/Liter.
- Heizöl: +4 Euro seit Montag auf knapp 123 Euro/100 Liter.
Diesel reagiert sensibler auf Krisen
Interessanterweise war Diesel in den Morgenstunden teurer als Super E10, ein Phänomen, das auch außerhalb von Krisenzeiten bei den morgendlichen Preisspitzen auftreten kann. Christian Laberer, Kraftstoffmarkt-Experte des ADAC, erklärt diesen Trend:
„Diesel reagiert erfahrungsgemäß sensibler auf äußere Faktoren wie Krisen oder Kriege. Die Preisausschläge – sei es nach oben oder unten – sind daher meist stärker.“
Obwohl der aktuelle Anstieg deutlich ist, gab es in der jüngeren Vergangenheit vergleichbare Situationen. Zu Beginn des Ukraine-Krieges vor vier Jahren stieg der Dieselpreis innerhalb von nur zwei Wochen um mehr als 60 Cent pro Liter. E10 verteuerte sich damals um rund 50 Cent. Auch bei den Angriffen der USA und Israels auf den Iran im Juni letzten Jahres gab es merkliche Preissprünge; Diesel stieg damals um etwa 10 Cent.
Heizölpreise ebenfalls betroffen
Nicht nur Autofahrer sind von den steigenden Energiepreisen betroffen. Auch wer seinen Öltank zum Ende der Heizsaison füllen möchte, sieht sich mit höheren Kosten konfrontiert. Die Plattform Heizoel24 meldete am Morgen einen Preis von knapp 123 Euro für 100 Liter. Das sind nochmals gut 4 Euro mehr als am Montag. Am Freitag lag der Preis für die gleiche Menge noch unter 100 Euro.
Der Hauptgrund für diesen Anstieg liegt im globalen Ölpreis, der weiterhin zulegt. In Kombination mit dem Dollarkurs ist der Ölpreis der wichtigste Faktor für Veränderungen bei Sprit und Heizöl. Die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten führt zu Unsicherheit auf den Märkten. Ein wesentlicher Faktor ist die mögliche Einschränkung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus durch den Iran.
Die Straße von Hormus
Die Straße von Hormus ist eine strategisch wichtige Meerenge am Persischen Golf. Etwa ein Fünftel der weltweiten Öltransporte passiert täglich diese Passage. Jede Störung in dieser Region hat das Potenzial, die globalen Energiepreise erheblich zu beeinflussen und die internationalen Märkte zu destabilisieren.
Tipps zum Sparen und überlastete Vergleichsdienste
Angesichts der steigenden Preise rät der ADAC, die morgendliche Preisspitze beim Tanken zu meiden. Ein Vergleich der Preise verschiedener Tankstellen kann helfen, Kosten zu sparen. Gerade in Zeiten großer Preisbewegungen können die Unterschiede zwischen den Tankstellen erheblich sein. Viele Verbraucher befolgen diesen Rat bereits.
Am Sonntag nutzten laut ADAC fünfmal so viele Menschen den Spritpreisvergleich des Verkehrsclubs. Dies führte zeitweise zu einer Überlastung der Server. Auch am Montag kam es noch zu kürzeren Aussetzern. Inzwischen wurden die Serverkapazitäten jedoch angepasst, um dem hohen Andrang gerecht zu werden. Dies zeigt, wie wichtig den Menschen das Sparen beim Tanken geworden ist.
- Vermeiden Sie die Morgenstunden: Preise sind oft am höchsten.
- Vergleichen Sie Tankstellen: Nutzen Sie Apps oder Online-Dienste.
- Planen Sie Fahrten: Effizientes Fahren spart Kraftstoff.
Die Situation am Energiemarkt bleibt angespannt. Verbraucher sollten weiterhin die Preise im Auge behalten und Sparmaßnahmen ergreifen, um die Auswirkungen der steigenden Kosten abzufedern.





