Puerto Rico macht einen bedeutenden Schritt zur Verbesserung seiner Stromversorgung. Die Regulierungsbehörde hat einen Vertrag über Batteriespeichersysteme (BESS) mit Polaris Renewable Energy genehmigt. Dieses Vorhaben ist Teil eines umfassenderen Plans, die Insel widerstandsfähiger gegen Stromausfälle zu machen und den Anteil erneuerbarer Energien massiv zu erhöhen.
Wichtige Punkte
- PREPA genehmigt BESS-Vertrag mit Polaris Renewable Energy.
- Zwei Projekte mit je 35,7 MW Kapazität sind geplant.
- Kommerzieller Betrieb soll im dritten Quartal 2026 starten.
- Ziel ist die Verbesserung der Netzstabilität und Integration erneuerbarer Energien.
- Das Projekt ist Teil des Puerto Rico Accelerated Storage Addition Programme (ASAP).
Ein wichtiger Schritt für die Energiesicherheit
Der Regierungsrat der Puerto Rico Electric Power Authority (PREPA) hat den Standardvertragsentwurf (SO1) für Batteriespeichersysteme (BESS) des Entwicklers Polaris Renewable Energy offiziell genehmigt. Polaris erhielt die schriftliche Bestätigung am 27. Februar. Die endgültige Umsetzung des Vertrags hängt jedoch noch von der Zustimmung des Puerto Rico Financial Oversight & Management Board (FOMB) ab.
Im Jahr 2025 reichte Polaris den SO1-Vertrag beim Puerto Rico Energy Bureau (PREB) ein. Er umfasst eine BESS-Kapazität von 71,4 MW, aufgeteilt in zwei Projekte mit jeweils 35,7 MW. Der kommerzielle Betrieb ist für das dritte Quartal 2026 geplant. Der SO1-Vertrag hat eine Laufzeit von 20 Jahren ab diesem Datum.
Polaris plant, das System am Standort seines bestehenden Windparks Punta Lima zu errichten. Nach der Vertragsunterzeichnung und dem vollständigen Betrieb des BESS-Projekts erhält Polaris monatliche feste und leistungsabhängige Zahlungen von PREPA. Diese Zahlungen vergüten die Energiespeicherdienste, einschließlich Kapazitätsbereitstellung und Netzunterstützung.
Faktencheck: Stromausfälle in Puerto Rico
Laut der US Energy Information Administration (EIA) erlebten Kunden in Puerto Rico zwischen 2021 und 2024 durchschnittlich 27 Stunden Stromausfälle pro Jahr, selbst ohne Berücksichtigung großer Ereignisse wie Hurrikane.
Herausforderungen und der Weg zu 100% Erneuerbaren
Puerto Rico steht seit Langem vor erheblichen Herausforderungen beim Aufbau einer zuverlässigen Energieinfrastruktur. Dies wurde erst kürzlich durch die Super Bowl LX-Performance des puerto-ricanischen Musikers Bad Bunny erneut ins öffentliche Bewusstsein gerückt, die die Schwierigkeiten bei der Entwicklung von Energiespeichern und Übertragungsnetzen auf der Insel hervorhob.
Die Studie PR100, die im Februar 2022 mit FEMA-Mitteln gestartet wurde, zeigt auf, dass Puerto Rico bis 2050 eine 100%ige Versorgung mit erneuerbaren Energien erreichen kann. Um dieses Ziel zu erreichen, muss das Territorium jedoch seine neue Stromerzeugungsinfrastruktur erheblich ausbauen.
Hintergrund: Die Rolle von Luma Energy und Genera PR
In Puerto Rico werden die Stromerzeugungs-, Übertragungs- und Verteilungseinrichtungen, die von PREPA verwaltet werden, privat von Luma Energy betrieben. Beide Organisationen werden vom Puerto Rico Electricity Board (PREB) überwacht. Luma Energy, ein Joint Venture zwischen ATCO und Quanta Services, übernahm im Jahr 2020 im Zuge des Privatisierungsprozesses die Kontrolle über Puerto Ricos Stromverteilungsnetz. Genera PR übernahm die Kontrolle über die Stromerzeugung. Nach der Übernahme durch Luma am 1. Juni 2021 verschlechterte sich der Stromdienst. Im September 2021 erklärte Luma-CEO Juan Saca vor dem US-Repräsentantenhaus, dass die Modernisierung der Infrastruktur Zeit brauchen würde.
Initiativen zur Netzmodernisierung
Im Februar 2025 kündigte Luma Pläne an, neun Energieverbindungspunkte mit Linxon US und seinem Partner AtkinsRéalis Caribe zu schaffen. Diese sollen die Integration von über 990 MW sauberer Energie und mehr als 700 MW Energiespeicherung in das Stromnetz von Puerto Rico erleichtern.
Die Einreichung des SO1-Vertrags durch Polaris ist Teil des Puerto Rico Accelerated Storage Addition Programme (ASAP). Dieses Programm zielt darauf ab, die Netzzuverlässigkeit auf der gesamten Insel durch die Ergänzung bestehender Stromerzeugungsanlagen mit Batteriespeichersystemen im Versorgungsmaßstab zu verbessern.
„Die Genehmigung des SO1-Vertrags durch den PREPA-Verwaltungsrat ist ein wichtiger Schritt vorwärts bei der Entwicklung unserer Batteriespeicherinitiativen in Puerto Rico. Dieses Projekt verstärkt unser Engagement zur Verbesserung der Netzzuverlässigkeit auf der Insel und baut auf dem strategischen Wert unseres bestehenden Punta Lima-Vermögens auf.“
Im Jahr 2024 teilte PREB Luma Energy mit, dass ihr Plan, unabhängige Stromerzeuger (IPPs) für BESS-Ressourcen zu beauftragen, mit der öffentlichen Energiepolitik übereinstimmt. Polaris kündigte seine Absichten an, nachdem mehrere Entwickler es versäumt hatten, BESS-Projekte im Rahmen des ASAP umzusetzen. Dies führte Ende 2025 dazu, dass PREB eine Resolution und Anordnung erließ, die PREPA aufforderte, den notwendigen Überprüfungsprozess mit dem FOMB bezüglich der vier endgültigen ASAP-Vereinbarungen abzuschließen. PREB kam zu dem Schluss, dass Lumas vier endgültige Vertragsbedingungen für ASAP mit der Energiepolitik der Insel und dem Integrierten Ressourcenplan (IRP) übereinstimmen.
Weitere Projekte und Zukunftsaussichten
Obwohl einige Fortschritte bei diesen vier Vereinbarungen erzielt wurden, erschwert eine komplexe Kommunikationskette zwischen den Entwicklern, Luma und PREPA die Übersicht. Mit der jüngsten Genehmigung des SO1-Vertrags durch PREPA scheint nun aber ein klarer Weg für weitere Projekte geebnet zu sein.
Erst kürzlich schloss die hundertprozentige Tochtergesellschaft von SolarMax Technology, SolarMax Renewable Energy Provider, zwei Engineering-, Beschaffungs- und Bauverträge (EPC) für die BESS-Projekte Yabucoa und Naguabo in Puerto Rico ab. SolarMax betonte, dass diese beiden BESS-Projekte die Netzstabilität verbessern und Energie in Puerto Rico erschwinglicher machen sollen, indem sie erneuerbare Energie für Spitzenbedarfszeiten speichern.
Das Unternehmen erklärte zudem, dass die Anlagen wesentliche Bestandteile der gesamten Strategie für saubere Energie in der Region sind und eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung der Netzzuverlässigkeit spielen. Die Insel bewegt sich mit jedem dieser Schritte näher an eine nachhaltige und unabhängige Energieversorgung heran.
- Regulierungsbehörde PREPA genehmigt BESS-Vertrag mit Polaris.
- Zwei Projekte mit je 35,7 MW Kapazität in Planung.
- Kommerzieller Betrieb ab Q3 2026.
- 20-jährige Vertragslaufzeit sichert langfristige Stabilität.
- Standort am bestehenden Windpark Punta Lima.
- Zahlungen für Kapazitätsbereitstellung und Netzunterstützung.
- ASAP-Programm soll Netzzuverlässigkeit verbessern.
- SolarMax Technology entwickelt weitere BESS-Projekte in Yabucoa und Naguabo.
Diese Entwicklungen unterstreichen das wachsende Engagement Puerto Ricos für eine nachhaltige Energiezukunft. Die Integration von Batteriespeichersystemen ist entscheidend, um das Stromnetz zu stabilisieren und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren.





