Japan treibt seine Energiewende mit Hochdruck voran und investiert massiv in groß angelegte Batteriespeicherprojekte. Mehrere Unternehmen haben kürzlich den Bau von Anlagen mit einer Gesamtkapazität von über 420 MWh angekündigt. Diese Projekte sollen die Integration erneuerbarer Energien verbessern und die Netzstabilität sichern.
Wichtige Erkenntnisse
- PowerX liefert 230 MWh Batteriespeicher für ein Projekt in Chikuzen, Fukuoka.
- Eku Energy entwickelt ein 120 MWh System in der Präfektur Gunma.
- SMFL Mirai Partners plant ein 70 MWh Projekt in der Präfektur Niigata.
- Die japanische Regierung fördert den Bau von Energiespeichern.
- Kleine 2 MW/8 MWh Systeme dominieren den Markt, größere Projekte nehmen jedoch zu.
Großauftrag für PowerX in Fukuoka
Das japanische Start-up PowerX, bekannt für seine innovativen Energiespeicherlösungen, hat einen Großauftrag über 230,1 MWh Batteriespeichereinheiten erhalten. Die Besteller sind Mitsubishi Estate, Itochu Corporation und Tokyo Century Corporation. Sie entwickeln gemeinsam ein Projekt in Chikuzen, Fukuoka, einer Region auf der südlichen Insel Kyushu, die als Zentrum für erneuerbare Energien gilt.
Die 102 Einheiten des Typs PowerX Mega Power 2500, die in 10-Fuß-ISO-Standardcontainern geliefert werden, sind für die Energiespeicherstation Chikuzen Town vorgesehen. Diese Batterien werden mit Stromumwandlungssystemen (PCS) mit einer Leistung von 67 MW gekoppelt sein. Die kommerzielle Inbetriebnahme ist für Januar 2028 geplant.
Faktencheck
- Gesamtkapazität PowerX: 230,1 MWh
- Anzahl der Einheiten: 102
- Standort: Chikuzen, Fukuoka, Kyushu
- Technologie: Lithium-Eisenphosphat (LFP)-Zellen
- Geplante Inbetriebnahme: Januar 2028
Die Batterien von PowerX werden in der Präfektur Okayama in Japan montiert und nutzen Lithium-Eisenphosphat (LFP)-Zellen. Das Unternehmen betonte, dass die Lösung in Zusammenarbeit mit der Itochu Corporation entwickelt wurde. Itochu ist bereits ein wichtiger Akteur auf dem japanischen Markt für Heimbatterien und investiert auch in große Batteriespeichersysteme im Ausland.
Das Chikuzen-Projekt erhält finanzielle Unterstützung im Rahmen eines Förderprogramms des Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI). Dieses Programm zielt darauf ab, den Bau von Stromspeicheranlagen zu fördern. Ein Teil der Gewinne, die im Markt erzielt werden, muss im Gegenzug an den Staat zurückgeführt werden.
„Die Zusammenarbeit mit Mitsubishi Estate, Itochu Corporation und Tokyo Century Corporation unterstreicht unser Engagement für die Energiewende in Japan. Wir sind stolz darauf, einen Beitrag zur Stabilisierung des Netzes zu leisten“, erklärte ein Vertreter von PowerX.
Eku Energy investiert in Gunma
Eku Energy, die japanische Tochtergesellschaft des in London ansässigen BESS-Entwicklers, hat den Erwerb von Land für ein 30 MW/120 MWh Batteriespeicherprojekt in der Präfektur Gunma vereinbart. Das Projekt, bekannt als Naganohara BESS, soll in der gleichnamigen Stadt, etwa 160 Kilometer nordwestlich von Tokio, entstehen. Dieser Landkauf ist das Ergebnis einer dreijährigen Zusammenarbeit mit dem Unternehmensbüro der Präfektur Gunma.
Die Inbetriebnahme des Naganohara BESS ist für 2029 geplant. Dies ist das vierte große BESS-Projekt, das die von Macquarie unterstützte Eku Energy in Japan ankündigt. Bereits 2024 unterzeichnete das Unternehmen eine Tolling-Vereinbarung für sein erstes Projekt, Hirohara BESS, das ebenfalls eine Kapazität von 30 MW/120 MWh aufweist. Eku Energy ist auch in anderen Märkten wie Australien und Großbritannien aktiv.
Hintergrund: Die Rolle von BESS
Batterieenergiespeichersysteme (BESS) spielen eine entscheidende Rolle bei der Integration erneuerbarer Energien in das Stromnetz. Sie speichern überschüssigen Strom aus Wind- oder Solaranlagen und geben ihn bei Bedarf wieder ab. Dies hilft, Schwankungen in der Stromerzeugung auszugleichen und die Netzstabilität zu gewährleisten. In Regionen mit hoher Einspeisung erneuerbarer Energien, wie dem Versorgungsgebiet von TEPCO, helfen BESS, die Abregelung (Curtailment) von Erneuerbaren zu reduzieren.
Kentaro Ono, Geschäftsführer von Eku Energy Japan, betonte die Bedeutung des Projekts:
„Großbatteriespeicher müssen langfristig sicher betrieben werden und Vertrauen als Teil der kritischen Strominfrastruktur gewinnen. Wir sind uns der großen Verantwortung bewusst, die mit der Realisierung dieses Projekts auf Industrieflächen der Präfektur Gunma verbunden ist.“
Das Naganohara BESS wird im Versorgungsgebiet der Tokyo Electric Power Company (TEPCO) gebaut. Seit März 2026 kommt es dort zu einer Steuerung der Leistung (Curtailment) bei Erzeugern erneuerbarer Energien. Batteriespeicher werden dazu beitragen, diesen Strom ins Netz zu integrieren, anstatt ihn ungenutzt zu lassen. Eku Energy Japan will durch das Projekt die Sicherheit und Zuverlässigkeit priorisieren und vertrauensvolle Beziehungen zu den lokalen Gemeinden aufbauen.
SMFL Mirai Partners engagiert sich in Niigata
SMFL Mirai Partners, ein Unternehmen für Immobilien, Energie und Umweltinfrastruktur, arbeitet mit der Sparte für grüne Energie der Investment- und Immobilienfirma SPARX Group zusammen. Gemeinsam entwickeln sie ein 23 MW/70 MWh BESS-Projekt in der Präfektur Niigata, an der Japanischen Seeküste im Nordwesten Japans. SMFL Mirai Partners ist eine Tochtergesellschaft des japanischen Finanzdienstleisters Sumitomo Mitsui Finance and Leasing (SMFL).
Die geplante kommerzielle Inbetriebnahme dieses Projekts ist Mai 2028. SMFL Mirai Partners wird 52,6 % der Projektanteile halten, SPARX die restlichen 47,4 %. Das Unternehmen SMFL Mirai Partners hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Geschäftsjahr 2031 1 GW an BESS-Anlagen zu realisieren. Das Projekt in Niigata soll dazu beitragen, das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage bei erneuerbaren Energien im Netz anzupassen.
- Projektpartner: SMFL Mirai Partners und SPARX Green Energy & Technology
- Kapazität: 23 MW/70 MWh
- Standort: Präfektur Niigata
- Geplante Inbetriebnahme: Mai 2028
- Ziel von SMFL: 1 GW BESS-Anlagen bis 2031
Der wachsende japanische Batteriespeichermarkt
Japans Markt für netzgekoppelte Batteriespeicher wächst rasant. Obwohl viele Projekte noch eine Größe von 2 MW und einer Dauer von 4 Stunden (8 MWh) haben, werden zunehmend größere Anlagen realisiert. Diese kleinere Standardgröße ist auf Faktoren wie begrenzte Landverfügbarkeit, Wartezeiten für Netzanschlüsse und eine anfängliche Vorsicht bei Entwicklern und Investoren zurückzuführen. 2 MW/8 MWh-Anlagen können dennoch Einnahmen aus Energiehandel und Regelleistung erzielen.
Größere Projekte werden dort angestrebt, wo vertraglich vereinbarte Einnahmen aus dem Long-Term Decarbonization Auction (LTDA)-Kapazitätsmarkt oder Tolling-Vereinbarungen erzielt werden können. Die jüngsten Ankündigungen zeigen, dass Japan bereit ist, in umfassendere Lösungen zu investieren, um seine Energieziele zu erreichen.
Die fundamentalen Treiber für die Einführung von Energiespeichern in Japan sind stark. Das Land strebt eine höhere Energiesicherheit, Systemstabilität und die Integration erneuerbarer Energien an. Die Regierung unterstützt diese Entwicklung aktiv durch Förderprogramme, die den Bau neuer Speicheranlagen wirtschaftlich attraktiver machen.
Die Investitionen der Unternehmen PowerX, Eku Energy und SMFL Mirai Partners sind ein klares Zeichen für das Vertrauen in die Zukunft der Batteriespeichertechnologie in Japan. Diese Projekte tragen maßgeblich dazu bei, eine nachhaltigere und stabilere Energieversorgung im Land zu gewährleisten.





