Der deutsche Solar- und Speicherentwickler ib vogt hat die staatliche Genehmigung für sein Batteriespeichersystem (BESS) Wagga North in New South Wales, Australien, erhalten. Das Projekt mit einer Leistung von 120 MW und einer Speicherkapazität von 480 MWh wird eine wichtige Rolle bei der Stabilisierung des Stromnetzes spielen und die Integration erneuerbarer Energien in der Region vorantreiben.
Wichtige Punkte
- ib vogt erhält Genehmigung für 120MW/480MWh Batteriespeicher in Wagga North.
- Das Projekt nutzt Lithium-Eisenphosphat-Batterien und hat eine Betriebsdauer von 4 Stunden.
- Es schafft etwa 90 Arbeitsplätze während der Bauphase.
- Die Genehmigung erfolgte im Rahmen des Wagga Wagga Special Activation Precinct.
- ib vogt engagiert sich stark im australischen Markt für erneuerbare Energien.
Ein wichtiger Schritt für die Energiesicherheit in New South Wales
Das Batteriespeichersystem Wagga North wird auf einem 26,94 Hektar großen Gelände innerhalb des Wagga Wagga Special Activation Precinct in der Nähe von Bomen errichtet. Die eigentliche Batterieanlage nimmt dabei eine Fläche von etwa 4 Hektar ein. Diese strategische Lage ermöglicht eine effiziente Anbindung an die bestehende Infrastruktur.
Das System wird Lithium-Eisenphosphat (LFP)-Batterien verwenden, die für ihre Langlebigkeit und Sicherheit bekannt sind. Die Anbindung an das Stromnetz erfolgt über ein Erdkabel zur Transgrid Wagga North Zone Umspannstation, die sich unmittelbar nördlich des Projektstandortes befindet.
Fakten zum Projekt
- Leistung: 120 MW
- Speicherkapazität: 480 MWh
- Dauer: 4 Stunden
- Batterietyp: Lithium-Eisenphosphat (LFP)
- Fläche: 26,94 Hektar Gesamtfläche, ca. 4 Hektar für Batterien
Wirtschaftliche Impulse und Infrastrukturausbau
Der Bau des Wagga North BESS wird voraussichtlich 90 Arbeitsplätze schaffen. Diese Arbeitsplätze werden über einen Zeitraum von 12 bis 18 Monaten während der Bauphase benötigt. Dies stellt einen bedeutenden wirtschaftlichen Impuls für die lokale Gemeinschaft dar.
Die Infrastrukturmaßnahmen umfassen die Aufwertung der Kreuzung Byrnes Road und Bavin Road sowie die Asphaltierung der Bavin Road. Solche Verbesserungen sind entscheidend für die Logistik während des Baus und den späteren Betrieb der Anlage.
„Die Genehmigung für Wagga North ist ein Meilenstein für die Energiesicherheit und die Energiewende in New South Wales. Wir freuen uns, einen wichtigen Beitrag zur Stabilität des Netzes leisten zu können.“
ib vogt in Australien: Ein starker Partner für erneuerbare Energien
ib vogt ist seit 2016 in Australien aktiv. Das Unternehmen hat in dieser Zeit rund 450 MW an Projekten für erneuerbare Energien und Speichersysteme entwickelt und verkauft. Dazu gehört auch das 90 MW Sebastopol Solarprojekt, das etwa 350 km südwestlich von Sydney liegt.
Die jüngste Genehmigung für Wagga North unterstreicht das Engagement von ib vogt auf dem australischen Markt. Das Land ist ein wichtiger Wachstumsmarkt für erneuerbare Energien und Speichersysteme.
Hintergrund: Wagga Wagga Special Activation Precinct
Das Wagga Wagga Special Activation Precinct ist eine von der Regierung von New South Wales ausgewiesene Wirtschaftsentwicklungszone. In diesen Zonen wurden bereits Masterpläne und Gemeinschaftskonsultationen durchgeführt, was den Genehmigungsprozess für Projekte innerhalb ihrer Grenzen erheblich vereinfacht und beschleunigt.
Die Rolle von Batteriespeichern im Energiemix
Die Genehmigung für Wagga North kommt zu einem Zeitpunkt, an dem New South Wales mit einer wachsenden Lücke zwischen seiner vertraglich vereinbarten Speicherkapazität und dem Volumen konfrontiert ist, das gemäß den aktualisierten Zielen des Bundesstaates erforderlich ist. Batteriespeichersysteme sind entscheidend, um die Stabilität des Stromnetzes zu gewährleisten und die Schwankungen bei der Einspeisung von Solar- und Windenergie auszugleichen.
Ein weiteres Projekt von ib vogt ist der 120 MW Solar-plus-Speicher-Park in der Nähe von Deepwater in der New England Renewable Energy Zone. Dieses Projekt, das im März 2025 angekündigt wurde, wird voraussichtlich in diesem Monat mit dem Bau beginnen. Es integriert Agrophotovoltaik, um die Beweidung durch Schafe zwischen den Solaranlagen zu ermöglichen.
Weitere Entwicklungen im australischen Speichermarkt
Auch andere Unternehmen treiben die Entwicklung von Speichersystemen voran. Zero-E Australia und seine Muttergesellschaft Grupo Cobra haben kürzlich die 5.3.4A Anschlussgenehmigung vom Australian Energy Market Operator (AEMO) für ihren 145 MWac Solar-plus-Speicher-Standort Moranbah in Queensland erhalten. Die Genehmigung wurde von OSA Engineering bestätigt.
Die Anlage in Moranbah kombiniert eine 145 MWac Solar-PV-Anlage mit einem 50 MWac Batteriespeichersystem. Sie befindet sich in der Nähe von Coppabella im Bowen Basin in Queensland. Das Kraftwerk nutzt eine AC-gekoppelte Hybridarchitektur mit netzbildender Wechselrichtertechnologie. Dies bedeutet, dass es nicht nur Strom erzeugt, sondern auch aktiv zur Netzstabilität beiträgt.
Wichtige Genehmigungsschritte
Abschnitt 5.3.4A der National Electricity Rules legt den Prozess fest, den Generatoren befolgen müssen, bevor sie im National Electricity Market (NEM) operieren dürfen. Diese Genehmigung erfordert umfangreiche Modellierungen des Stromsystems, einschließlich elektromagnetischer transienter Studien und Lastflussanalysen.
Die 5.3.4A-Genehmigung ist ein entscheidender Meilenstein. Sie bestätigt, dass ein Projekt sicher an das NEM angeschlossen und darin betrieben werden kann, während die Systemzuverlässigkeit erhalten bleibt. Sie ist ein wichtiger Schritt vor der endgültigen Investitionsentscheidung und dem Abschluss von Beschaffungs- und Bauverträgen.
Die Zusammenarbeit zwischen dem Projektteam, AEMO und Energy Queensland war während der gesamten technischen Bewertung eng und kooperativ. Dies zeigt die Komplexität und die Notwendigkeit einer präzisen Planung bei der Integration solcher Großprojekte in das bestehende Stromnetz.
Die zunehmende Anzahl an Genehmigungen und die Fortschritte bei der Netzanbindung unterstreichen die Dynamik im australischen Energiesektor. Batteriespeichersysteme sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Energiewende und werden in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen.





