Waaree Energy Storage Solutions, eine Tochtergesellschaft von Waaree Energies, hat eine neue Fabrik für Batteriespeichersysteme (BESS) in Indien in Betrieb genommen. Die Anlage verfügt über eine jährliche Produktionskapazität von 5,15 GWh für BESS-Gehäuse und stellt einen wichtigen Schritt zur Stärkung der Energiespeicherproduktion des Landes dar.
Wichtige Erkenntnisse
- Waaree Energy Storage Solutions hat eine 5,15 GWh BESS-Gehäusefabrik eröffnet.
- Die Kapazität wurde von ursprünglich geplanten 3,5 GWh deutlich erhöht.
- Die neue Anlage nutzt automatisierte Fertigungsprozesse und Industrie 4.0-Technologien.
- Indien strebt eine höhere inländische Produktion von Batteriezellen an, um Importabhängigkeiten zu reduzieren.
- Die indische Regierung fördert die Batterieproduktion durch das PLI-Programm.
Indiens Energiespeichermarkt wächst
Die Eröffnung der Waaree-Fabrik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Indien seine Kapazitäten im Bereich Energiespeicherung massiv ausbaut. Waaree Energies, bekannt als Indiens größter Solarmodulversender im ersten Quartal 2026, gab die Inbetriebnahme der Anlage gestern, am 16. Juli, bekannt.
Die neue Fabrik wird entscheidend dazu beitragen, die wachsende Nachfrage nach Energiespeichern im Land zu decken. Die Produktionskapazität von 5,15 GWh ist ein signifikanter Wert für BESS-Container, auch wenn noch unklar ist, ob diese Kapazität bereits vollständig erreicht wurde.
Faktencheck
- Waaree Energies war im 1. Quartal 2026 der größte Solarmodulversender Indiens.
- Die ursprüngliche Kapazitätsplanung für die BESS-Fabrik lag bei 3,5 GWh.
- Die Erhöhung auf 5,15 GWh wurde durch eine Optimierung der Produktionsabläufe und verbesserte Batteriezellen-Energiedichte ermöglicht.
Technologische Fortschritte und vertikale Integration
Die neue Anlage zeichnet sich durch modernste Fertigungstechnologien aus. Dazu gehören automatisierte Montagelinien, fortschrittliche Test- und Qualitätssicherungssysteme sowie fahrerlose Transportsysteme (AGVs).
Waaree betont auch den Einsatz von Industrie 4.0-Produktionsprozessen, die eine intelligente Materialhandhabung und eine hohe Digitalisierung der Abläufe umfassen. Dies soll die Effizienz und Qualität der produzierten BESS-Einheiten sicherstellen.
Das Unternehmen verfolgt eine Strategie der vertikalen Integration. Neben der BESS-Gehäuseproduktion plant Waaree in Andhra Pradesh eine gesamte Produktionskapazität von 20 GWh für BESS-bezogene Komponenten. Dies umfasst auch die Herstellung von Batteriezellen und -modulen.
„Die Investition in diese hochmoderne Anlage unterstreicht unser Engagement für eine nachhaltige Energiezukunft in Indien und stärkt unsere Position als führender Anbieter von Energielösungen“, so ein Unternehmenssprecher.
Finanzierung und weitere Pläne
Bereits im Januar dieses Jahres sammelte Waaree Energy Storage Solutions 10 Milliarden Indische Rupien (rund 110,9 Millionen US-Dollar) für seine BESS-Fertigungspläne ein. Die Gesamtkosten für das Erreichen der vollen 20 GWh Kapazität werden auf 100 Milliarden Indische Rupien geschätzt.
Im laufenden Geschäftsjahr plant Waaree die Inbetriebnahme von 5,15 GWh Batteriepack-Fertigung und 3,5 GWh Jahreskapazität für Lithium-Ionen-Batteriezellen. Diese Schritte sind entscheidend, um Indiens Abhängigkeit von Batterieimporten zu verringern.
Indiens Bestreben nach Batterie-Eigenproduktion
Die Eröffnung der Waaree-Fabrik ist Teil einer breiteren Welle neuer Produktionsstätten in Indien. Seit Ende 2023, als Tata Power-Gotion High-Tech die ersten Einheiten in Indien produzierte, haben mehrere Unternehmen ihre Pläne für die Batterieherstellung vorangetrieben.
Good Enough Energy kündigte eine BESS-Gehäusefabrik mit einer anfänglichen Produktionskapazität von 7 GWh an, die auf 20 GWh pro Jahr ansteigen soll. Im Mai 2025 eröffnete Cygni Energy, ein Hersteller von EV-Batteriepacks und BESS, die erste Phase einer 4,8 GWh Anlage.
Hintergrund: Indiens Batterieproduktion
Indien verfügte Anfang des Jahres über rund 60 GWh Batteriepack-Fertigungskapazität für den EV- und stationären Energiespeichersektor, aber nur etwa 1 GWh Zellproduktionskapazität. Um den prognostizierten Batteriebedarf von 272 GWh im Finanzjahr 2030 zu decken, könnten jährliche Batterieimporte von über 23 Milliarden US-Dollar anfallen.
Herausforderungen und staatliche Unterstützung
Die Herstellung von Batteriezellen, die komplexer ist, hat sich in Indien langsamer entwickelt. Das staatliche Anreizprogramm (Production Linked Incentive, PLI) für Gigafactories mit fortschrittlicher Chemie (ACC) war bisher nur begrenzt erfolgreich.
Von dem Ziel, bis 2025 eine Zellfertigungskapazität von 50 GWh zu erreichen, wurden durch das PLI-Programm lediglich 1,4 GWh von einem einzigen Unternehmen, Ola Electric, realisiert. Experten des Institute for Energy Economics and Financial Analysis (IEEFA) führen dies auf strenge Förderbedingungen, wie hohe Anforderungen an den inländischen Wertschöpfungsanteil und eine Mindestgebotsgröße von 5 GWh, zurück.
Trotz dieser Herausforderungen entsteht ein „paralleles Ökosystem“ von Batterieherstellungsinitiativen außerhalb des PLI-Programms. Waarees 20 GWh Roadmap ist ein Beispiel dafür, ebenso wie die Bemühungen anderer Akteure wie Tata, Amara Raja und Adani.
Diese Pipeline von rund 76 GWh konzentriert sich jedoch zunächst überwiegend auf die Packmontage. Dies bedeutet, dass Indien kurzfristig weiterhin stark von Zellimporten abhängig sein wird. Die Bemühungen von Waaree sind daher ein wichtiger Baustein, um diese Abhängigkeit langfristig zu reduzieren und die Energiesouveränität Indiens zu stärken.





