Portland General Electric (PGE), ein führendes Energieversorgungsunternehmen in Oregon, hat Verträge für über 1.000 Megawatt (MW) an neuen Projekten für erneuerbare Energien und Batteriespeichersysteme (BESS) finalisiert. Dies stellt die größte Akquisition von erneuerbaren Energien in der Geschichte des Unternehmens dar und ist ein entscheidender Schritt zur Dekarbonisierung der Energieversorgung des US-Bundesstaates.
Wichtige Erkenntnisse
- PGE sichert 1.015 MW an neuen erneuerbaren Energien und Batteriespeichern.
- Die Projekte umfassen 650 MW Speicher und 365 MW Solarenergie.
- Inbetriebnahme ist für 2027 und 2028 geplant.
- Kostensteigerungen durch Änderungen in der Bundespolitik.
- Weitere 2.500 MW sollen bis Ende 2026 vertraglich gesichert werden.
Historische Investition in Oregons Energiezukunft
Die aktuellen Vereinbarungen resultieren aus dem „All-Source Request for Proposals (RFP)“ von PGE aus dem Jahr 2023, Power Purchase Agreement (PPA)-Beschaffungen und dem RFP 2025. Insgesamt werden 1.015 MW an Kapazität hinzugefügt. Davon sind 42 % im Besitz des Versorgers und 58 % werden über langfristige Stromabnahmeverträge (PPAs) betrieben.
Die Oregon Public Utility Commission (OPUC) überwacht diesen Prozess streng. Ziel ist es, eine faire, unparteiische und transparente Bewertung aller Angebote sicherzustellen. Nach Abschluss der Vertragsverhandlungen beginnen PGE und Drittentwickler mit der Bauplanung.
Faktencheck: Die neuen Kapazitäten
- Gesamtkapazität: 1.015 MW
- Energiespeicher (BESS): 650 MW
- Solar-Photovoltaik (PV): 365 MW
- Inbetriebnahme: Geplant für 2027 und 2028
Herausforderungen durch politische Änderungen und Kostensteigerungen
Die Umsetzung dieser Projekte ist nicht ohne Herausforderungen. Im Dezember 2025 genehmigte die OPUC eine „Preisanpassung“ für drei BESS-Projekte, die Teil der 1.000 MW-Gesamtmenge sind. John McFarland, Vizepräsident und Chief Commercial and Customer Officer bei PGE, betonte die Notwendigkeit dieser Anpassungen.
„Die Preisänderungen waren erforderlich, um die aktuelle Wirtschaftslage, Tarifrisiken, sich entwickelnde Steuergutschriftmöglichkeiten widerzuspiegeln und unseren Kunden einen Mehrwert zu bieten“, erklärte McFarland.
PGE hatte bereits im Oktober 2025 eine „kritische und sofortige“ Preisaktualisierung beantragt. Das Unternehmen verwies auf erhebliche und systematische Änderungen in der Bundessteuer- und Zollpolitik. Insbesondere wurden „Foreign Entity of Concern (FEOC)“-Beschränkungen für die Beschaffung von Solar- und Speicherprojekten hervorgehoben, die für den Erhalt der Investitionssteuergutschrift relevant sind.
Deutliche Kostensteigerung bei BESS-Projekten
PGE erhielt sieben aktualisierte Angebote von Entwicklern. Vier Angebote betrafen eigenständige BESS-Projekte, während drei Solar- mit Energiespeichern kombinierten. Bei der Analyse dieser aktualisierten Angebote stellte PGE einen durchschnittlichen Anstieg der Kapazitätskosten um 64,6 % fest.
Die Kosten stiegen von durchschnittlich 144 US-Dollar pro Kilowatt-Jahr auf 237 US-Dollar pro Kilowatt-Jahr. Dies zeigt die direkten Auswirkungen der Änderungen in der Bundespolitik auf die Projektfinanzierung.
Hintergrund: FEOC-Beschränkungen
Die „Foreign Entity of Concern (FEOC)“-Beschränkungen sind eine Reihe von US-amerikanischen Vorschriften, die darauf abzielen, die Abhängigkeit von bestimmten ausländischen Unternehmen in kritischen Lieferketten zu reduzieren. Diese Vorschriften können die Beschaffung von Komponenten für Solar- und Speicherprojekte beeinflussen und somit die Kosten und die Verfügbarkeit von Technologien, die für Investitionssteuergutschriften qualifiziert sind, erhöhen.
Fortschritte und Ausblick auf zukünftige Projekte
Trotz der Herausforderungen schreiten einige Projekte voran. Die Anlagen Biglow und Wheatridge werden unter Nutzung bestehender Übertragungs- und Zusammenschaltungsinfrastrukturen entwickelt, um Kosten zu senken. Das ursprüngliche Wheatridge-Projekt wurde bereits 2019 angekündigt und umfasste einen 200 MW Windpark, eine 50 MW Solaranlage und 30 MW BESS.
Im August 2025 stellte PGE bereits drei BESS-Projekte in Portland, Oregon, mit einer Gesamtkapazität von über 1,9 Gigawattstunden (GWh) fertig. Die Beschaffung von 2023 umfasste zudem die Projekte Seaside (200 MW), Sundial (200 MW) und Constable (75 MW).
Der Weg zu 2.500 MW weiteren Kapazitäten
PGE hat die endgültige Auswahlliste für sein All-Source RFP 2025 bekannt gegeben. Diese Liste umfasst zwölf emissionsfreie Projekte, darunter Wind-, Solar- und Batteriespeicherlösungen. Diese Projekte werden sowohl über PPAs als auch über Eigenbesitzmodelle realisiert.
Das Unternehmen strebt an, bis Ende des dritten Quartals 2026 Verträge für weitere 2.500 MW an erneuerbaren Energien und Speichern abzuschließen. Diese zusätzlichen Projekte sollen voraussichtlich 2028 und 2029 in Betrieb gehen. Dies unterstreicht das langfristige Engagement von PGE, die Energieinfrastruktur Oregons nachhaltig zu gestalten und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen weiter zu reduzieren.
- Zukünftige Projekte: 2.500 MW Wind, Solar und Batteriespeicher
- Vertragsabschluss: Bis Ende Q3 2026
- Betriebsbereitschaft: Geplant für 2028 und 2029
Die kontinuierliche Expansion der erneuerbaren Energien in Oregon ist ein wichtiger Schritt für die regionale und nationale Energiewende. Die Anpassung an neue politische Rahmenbedingungen und die Bewältigung von Kostensteigerungen bleiben dabei zentrale Aufgaben für Energieversorger wie Portland General Electric.





