Origin Energy hat in Australien bedeutende Fortschritte bei der Energiespeicherung gemacht. Das Unternehmen beginnt nun, Einnahmen aus den ersten Phasen der Batterieprojekte Supernode und Eraring Stage 1 zu erzielen. Diese Entwicklungen markieren einen wichtigen Schritt in der australischen Energiewende.
Wichtige Erkenntnisse
- Origin Energy generiert Einnahmen aus den ersten Phasen der Batterieprojekte Supernode und Eraring Stage 1.
- Das Eraring BESS-System ist seit Dezember 2025 kommerziell in Betrieb und liefert 460 MW.
- Origin nutzt bestehende Netzinfrastruktur am Standort Eraring, um Kosten zu senken.
- Trotz des Ausbaus von Batterien wird der Kohlebetrieb in Eraring bis 2029 verlängert.
- Origin plant insgesamt 1,7 GW an eigener und vertraglich gebundener Batteriespeicherkapazität.
Eraring Batterieprojekt erreicht kommerziellen Betrieb
Das Batteriespeichersystem (BESS) am Standort Eraring hat im Dezember 2025 seinen kommerziellen Betrieb aufgenommen. Es liefert eine Leistung von 460 Megawatt (MW) und kann diese Leistung etwa 3,8 Stunden lang kontinuierlich abgeben. Dieser Standort ist strategisch bedeutsam, da sich dort Australiens größtes Kohlekraftwerk befindet.
Origin Energy bestätigte, dass das Projekt pünktlich und im Rahmen des Budgets abgeschlossen wurde. Das System nimmt bereits am National Electricity Market (NEM) teil und generiert Einnahmen für das Unternehmen. Die Nutzung der bestehenden 330-kV-Übertragungsinfrastruktur am Eraring-Standort reduziert den Bedarf an zusätzlichen Netzinvestitionen erheblich. Dies ist ein entscheidender Vorteil für die schnelle Integration in das Stromnetz.
Faktencheck: Eraring BESS
- Leistung: 460 MW
- Entladezeit: ca. 3,8 Stunden
- Inbetriebnahme: Dezember 2025
- Standort: Eraring Power Station, New South Wales
Supernode-Projekt in Queensland liefert ebenfalls Einnahmen
Parallel zum Eraring-Projekt hat Origin Energy im Januar 2026 begonnen, Einnahmen aus einer Tolling-Vereinbarung für die erste Phase des Supernode-Batteriespeicherstandorts in Queensland zu erhalten. Diese erste Phase umfasst 250 MW / 525 MWh Speicherkapazität. Origin hat Abnahmeverträge für 500 MW der gesamten geplanten Kapazität des Supernode-Projekts abgeschlossen.
Das Supernode-Projekt wird in drei Entwicklungsphasen insgesamt 760 MW / 3.070 MWh erreichen. Diese Investitionen zeigen Origins Engagement für den Ausbau erneuerbarer Energien und Speicherkapazitäten. Die Partnerschaft mit Quinbrook Infrastructure bei Supernode ist ein Beispiel für die Zusammenarbeit, die für die Energiewende notwendig ist.
„Die Verlängerung des Kohlebetriebs gibt uns die notwendige Zeit, um erneuerbare Energien, Speicher- und Übertragungsprojekte abzuschließen und gleichzeitig die Systemzuverlässigkeit während der Übergangszeit aufrechtzuerhalten“, sagte Frank Calabria, CEO von Origin.
Australiens größte Batterie: Eraring-Erweiterung
Die aktuelle Betriebsphase in Eraring ist nur der Anfang. Das vollständige Projekt soll Australiens größtes genehmigtes Batteriespeicherprojekt nach Kapazität werden. Es ist geplant, in vier Bauphasen eine Kapazität von 700 MW / 3.160 MWh zu erreichen. Die finnische Firma Wärtsilä wurde als Technologieanbieter für die Erweiterungsphasen ausgewählt, während Enerven für Design und Bau verantwortlich ist.
Die strategische Platzierung der Batterieanlage am Kraftwerksstandort Eraring ist entscheidend. Sie ermöglicht es Origin, die etablierten Übertragungsleitungen zu nutzen und sich auf den Übergang von der Kohleverstromung zur Speicherung erneuerbarer Energien vorzubereiten. Dies minimiert den Bedarf an neuen Netzinvestitionen und beschleunigt die Integration.
Herausforderungen der Energiewende
Trotz der Fortschritte bei den Batteriespeichern hat Origin Energy beschlossen, den Betrieb des 2.880 MW starken Kohlekraftwerks Eraring bis April 2029 zu verlängern. Dies sind zwei Jahre länger als ursprünglich geplant (August 2027). Die Verlängerung soll Bedenken hinsichtlich der Netzsicherheit des Australian Energy Market Operator (AEMO) entgegenwirken.
Sie gibt auch zusätzliche Zeit für den Ausbau erneuerbarer Energien und der Übertragungsinfrastruktur in New South Wales. Dieser doppelte Ansatz – Verlängerung des Kohlebetriebs und gleichzeitiger Ausbau großer Batteriespeicher am selben Standort – verdeutlicht die Komplexität der australischen Energiewende. Es ist ein Balanceakt zwischen Versorgungssicherheit und dem Übergang zu nachhaltiger Energie.
Hintergrund: Australiens Energiemarkt
Der australische Energiemarkt durchläuft eine tiefgreifende Transformation. Die Regierung setzt auf den Ausbau erneuerbarer Energien, während die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduziert werden soll. Große Batteriespeicher spielen dabei eine Schlüsselrolle, um die Stabilität des Netzes zu gewährleisten und Schwankungen bei der Erzeugung auszugleichen.
Origins umfassendes Speicherportfolio
Origin treibt sein breiteres Portfolio an Batteriespeichern voran. Dazu gehört auch das 300 MW / 650 MWh netzbildende BESS am Mortlake Power Station in Victoria. Der Bau dieses Projekts begann 2025, die Inbetriebnahme wird Ende 2026 erwartet. Das Mortlake-Projekt wird netzbildende Fähigkeiten besitzen, was bedeutet, dass es Systemstabilitätsdienste bereitstellen kann, die normalerweise von synchronen Generatoren erbracht werden.
Origin hat sich verpflichtet, insgesamt 1,7 GW an eigener und vertraglich gebundener Batteriespeicherkapazität zu entwickeln. Dies umfasst Projekte in Eraring, Mortlake und vertraglich vereinbarte Kapazitäten aus den Supernode- und Summerfield-Batterieentwicklungen. Dieses Portfolio stellt eine Investition von rund 1,7 Milliarden AUD (ca. 1,18 Milliarden USD) dar. Es unterstreicht Origins Strategie, sich von der Kohleabhängigkeit zu lösen und auf erneuerbare Energien und Speicherlösungen umzusteigen.
- Gesamtziel: 1,7 GW Batteriespeicherkapazität
- Investition: ca. 1,7 Milliarden AUD
- Wichtige Projekte: Eraring, Mortlake, Supernode, Summerfield
Die Entwicklung dieser Projekte ist entscheidend für Australiens langfristige Energieversorgung und das Erreichen der Klimaziele. Die Kombination aus großen Batteriespeichern und der schrittweisen Ablösung von Kohlekraftwerken zeigt einen realistischen Weg in eine nachhaltigere Energiezukunft.





