In Everett, Massachusetts, hat das Energieanlagen-Siting Board (EFSB) grünes Licht für das Trimount-Batterieenergiespeichersystem (BESS) gegeben. Dieses Projekt von Jupiter Power, mit einer Kapazität von 700 MW und 2.800 MWh, ist ein entscheidender Schritt für die Energiewende in der Region und stellt eine Milliardeninvestition dar. Es soll die lokale Energieversorgung stabilisieren und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduzieren.
Wichtige Erkenntnisse
- Das Trimount BESS in Everett, Massachusetts, wurde genehmigt.
- Das System hat eine Kapazität von 700 MW / 2.800 MWh.
- Es ist Teil eines größeren Sanierungsprojekts auf einem ehemaligen ExxonMobil-Gelände.
- Das Projekt soll über eine Milliarde US-Dollar investieren und Hunderte von Arbeitsplätzen schaffen.
- Es unterstützt die Klimaziele von Massachusetts, die CO2-Emissionen bis 2030 um 50 % zu senken und bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen.
Ein neues Kapitel für Everett: Vom Öldepot zum Energiezentrum
Das Trimount BESS-Projekt entsteht auf einem 100 Hektar großen Gelände, das früher ein Öldepot von ExxonMobil war. Nach einem Rechtsstreit und einer Einigung mit der Conservation Law Foundation (CLF) musste ExxonMobil das Depot schließen, da die Lagerung von Erdölprodukten dort verboten wurde. Im Januar 2024 erwarb die Immobiliengesellschaft Davis Companies das stark kontaminierte Areal.
Die Davis Companies schloss im Mai 2024 eine Vereinbarung mit dem Büro des Generalstaatsanwalts von Massachusetts ab. Diese Vereinbarung gewährt dem Unternehmen Haftungsschutz im Gegenzug für seine Zusage, das verseuchte Brachland zu sanieren und neu zu entwickeln. Die Vereinbarung beschreibt das Gelände als „stark mit Öl und industriellen Chemikalien kontaminiert“, die früher im Betrieb verwendet wurden.
"Dieses zusätzliche Kapital leitet unsere Wachstumsphase nach dem 'One Big Beautiful Bill Act' (OBBBA) ein und unterstützt nicht nur die kürzlich abgeschlossene große neue Beschaffung von Batteriespeichern im Inland, sondern auch zahlreiche Projekte, die in den Bau gehen, und die weitere Entwicklung unserer Projektpipeline." – Jesse Campbell, CFO von Jupiter Power.
Infrastruktur und Anbindung
Neben dem BESS-Projekt wird Jupiter Power zwei Umspannwerke und unterirdische Übertragungsleitungen bauen. Die BESS-Ausrüstung wird in einer doppelstöckigen Anordnung installiert. Trimount wird über das Mystic-Umspannwerk von Eversource Energy an das lokale Stromnetz angeschlossen. Dieses Umspannwerk ist ein hoch priorisierter Verbindungspunkt in der öffentlichen Warteschlange von ISO New England. Insgesamt gibt es sechs separate Anschlussanträge für Batteriespeicherprojekte am Mystic-Umspannwerk mit einer Gesamtkapazität von über 1,6 GW.
Faktencheck: Trimount BESS
- Kapazität: 700 MW / 2.800 MWh
- Entwickler: Jupiter Power
- Standort: Everett, Massachusetts (ehemaliges ExxonMobil-Gelände)
- Batterietechnologie: Lithium-Eisenphosphat (LFP) Zellen von Hithium (China)
- Anschluss: Eversource Energy’s Mystic Substation
Wirtschaftliche und ökologische Vorteile für die Region
Jupiter Power betont die Zusammenarbeit mit der Stadt Everett, um Trimount so zu entwickeln, dass es die Wiederbelebung dieses Stadtteils unterstützt. Everett war historisch stark von den negativen Auswirkungen fossiler Brennstoffe betroffen. Jupiter Power schlägt vor, diese Infrastruktur durch sauberere, nachhaltige Energielösungen zu ersetzen. Dies bietet zahlreiche Vorteile für die Gemeinde.
Die Investition in Everett beträgt mehr als 1 Milliarde US-Dollar. Dies wird die jährlichen Steuereinnahmen für die Stadt und die öffentlichen Schulen erhöhen. Zudem schafft das Projekt Hunderte von Arbeitsplätzen, sowohl während des Baus als auch im Betrieb. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Reduzierung der Luftverschmutzung, was die Lebensqualität der Bewohner verbessert.
Massachusettss Klimaziele
Massachusetts hat sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt. Das Trimount-Projekt unterstützt diese Ziele maßgeblich. Bis 2030 sollen die CO2-Emissionen um 50 % reduziert werden. Bis 2050 strebt der Bundesstaat Klimaneutralität an. Batteriespeichersysteme wie Trimount sind entscheidend, um die Integration erneuerbarer Energien zu ermöglichen und die Netzstabilität zu gewährleisten.
Technologie und zukünftige Entwicklungen
Laut der Entscheidung des EFSB wird Trimount BESS-Einheiten des chinesischen Herstellers Hithium verwenden. Diese Einheiten nutzen Lithium-Eisenphosphat (LFP)-Batteriezellen. Jupiter Power hat diese Technologie bereits in einem früheren Projekt in Massachusetts eingesetzt und schätzt ihre Zuverlässigkeit und Sicherheit. Jede BESS-Einheit von Hithium hat eine Kapazität von 5,015 MWh.
Die Anlage wird auch Mittelspannungs-Umspannwerke und Wechselrichter umfassen, die mit den BESS verbunden sind. Jedes Umspannwerk wird etwa die gleiche Größe wie die BESS-Gehäuse haben und auf beiden Seiten der Gruppen von jeweils vier BESS-Einheiten platziert sein. Jupiter Power hat mehrere Optionen für den Brandschutz vorgeschlagen, die jedoch noch Änderungen unterliegen können, um höchste Sicherheitsstandards zu gewährleisten.
Finanzierung und Expansion
Anfang dieses Jahres hat Jupiter Power eine grüne revolvierende Kreditfazilität in Höhe von 500 Millionen US-Dollar sowie eine Akkreditivfazilität abgeschlossen. Diese Finanzierung soll die Weiterentwicklung der Projektpipeline in den USA unterstützen und baut auf einer Unternehmensfinanzierung von 225 Millionen US-Dollar vom November 2024 auf. Das Unternehmen treibt seine Expansion energisch voran.
Jupiter Power hat kürzlich eine mehrjährige Vereinbarung mit dem Natrium-Ionen (Na-Ion) BESS-Startup Peak Energy getroffen. Im Rahmen dieser Vereinbarung wird Peak Energy zwischen 2027 und 2030 bis zu 4,75 GWh Na-Ion BESS an Jupiter Power liefern. Dies zeigt das Engagement von Jupiter Power für innovative und diversifizierte Speicherlösungen. Aktuell betreibt, baut oder vertraglich vereinbart Jupiter Power rund 8.000 MWh BESS-Projekte, mit einer Entwicklungspipeline von über 12 GW landesweit.
Weitere Batteriespeicherprojekte in Massachusetts
Das EFSB befasst sich auch mit anderen Energiespeicherprojekten. Derzeit finden Beweisanhörungen für das 180 MW Moraga Storage BESS-Projekt von Rhynland Energy statt, das in Oakham entstehen soll. Rhynland hatte im Sommer 2025 einen Antrag bei der Energieaufsichtsbehörde von Massachusetts zur Genehmigung des BESS eingereicht. Die Behörden der Stadt haben zuvor Bebauungspläne geändert, um eigenständige BESS zu verbieten. Daher beantragt Rhynland nun eine Ausnahmegenehmigung für das Projekt beim State Department of Public Utilities. Dies zeigt, dass die Entwicklung von Energiespeicherprojekten in Massachusetts ein komplexer Prozess ist, der sowohl technische als auch regulatorische Herausforderungen mit sich bringt.
Die Region ist ein wichtiger Standort für die Entwicklung und Implementierung von Energiespeichertechnologien. Die Vielzahl der Projekte und die damit verbundenen Investitionen unterstreichen die Bedeutung, die Massachusetts dem Ausbau erneuerbarer Energien und der Netzstabilität beimisst. Diese Initiativen sind entscheidend, um die Energiezukunft des Bundesstaates zu sichern und die Klimaziele zu erreichen.





