In Japan hat das erste Batteriespeicherprojekt mit einem Kapazitätsmarktvertrag seinen Betrieb aufgenommen. Das 30 MW/130 MWh große Tagawa BESS in Fukuoka, Kyushu, gilt als wichtiger Meilenstein für die Energieinfrastruktur des Landes. Es soll die Netzstabilität in einer Region mit hoher Solarenergieproduktion verbessern.
Wichtige Erkenntnisse
- Das Tagawa BESS ist Japans erstes Batteriespeicherprojekt mit einem Kapazitätsmarktvertrag.
- Es hat eine Leistung von 30 MW und eine Speicherkapazität von 130 MWh.
- Das Projekt befindet sich in Fukuoka, Kyushu, einer Region mit hoher Solarenergieproduktion.
- Es soll die Netzstabilität verbessern und die Stromabschaltungen reduzieren.
- Hexa Energy Services, ein Tochterunternehmen von I Squared Capital, ist der Betreiber.
Ein wichtiger Schritt für Japans Energiewende
Das Tagawa Batteriespeichersystem (BESS) hat am 24. März in Fukuoka, Kyushu, eine offizielle Einweihungsfeier abgehalten. Der kommerzielle Betrieb begann bereits im November des vergangenen Jahres. Dieses Projekt von Hexa Energy Services, einem Unternehmen im Besitz des globalen Infrastrukturinvestors I Squared Capital, ist ein bedeutender Schritt für Japans Strominfrastruktur.
Ein Sprecher von Hexa Energy Services betonte die Bedeutung:
„Das Tagawa BESS ist ein signifikanter Meilenstein für Japans Energiesektor. Es wird maßgeblich zur Verbesserung der Netzstabilität beitragen, insbesondere in der Region Kyushu, die eine hohe Durchdringung mit Solarenergie aufweist und zunehmend von Leistungskürzungen betroffen ist.“
Fakten zum Tagawa BESS
- Kapazität: 30 Megawatt (MW)
- Speicherkapazität: 130 Megawattstunden (MWh)
- Standort: Fukuoka, Kyushu, Japan
- Kombiniert mit: 2 MW Solaranlage
- Betreiber: Hexa Energy Services
Der Kapazitätsmarkt und langfristige Anreize
Hexa Energy Services war ein erfolgreicher Bieter in der ersten jährlichen Ausschreibung des japanischen Long-Term Decarbonization Power Auction (LTDA) im Geschäftsjahr 2023. Das Unternehmen erhielt Zuschläge für 455 MW Kapazität. Dies entsprach etwa einem Drittel der gesamten Kapazität, die an Energiespeicherressourcen vergeben wurde, darunter Batteriespeichersysteme und Pumpspeicherkraftwerke.
Der LTDA unterscheidet sich von den üblichen einjährigen Kapazitätsmärkten. Er zielt darauf ab, langfristige Investitionen in kohlenstoffarme Ressourcen zu sichern, anstatt nur die Nachfrage des Netzes zu decken. Durch den LTDA erhalten neu entwickelte Anlagen eine feste Einnahmequelle über 20 Jahre. Dies wird durch eine Pay-as-Bid-Auktion verwaltet, die von der Organisation für überregionale Koordination der Übertragungsnetzbetreiber (OCCTO) durchgeführt wird.
Hintergrund: Japans Energiemarkt
Japan führte seine ersten Kapazitätsmarktauktionen im Jahr 2020 ein. Später öffnete es den Markt für kohlenstoffarme Quellen durch den separat durchgeführten LTDA. Dieser Schritt zeigt Japans Engagement für den Übergang zu einer nachhaltigeren Energieversorgung. Die Notwendigkeit von Speichersystemen wird immer deutlicher, da der Anteil erneuerbarer Energien im Netz steigt.
Herausforderungen und Chancen für Batteriespeicher
Im Geschäftsjahr 2023 wurden 1,1 GW an BESS- und 557 MW an Pumpspeicherprojekten erfolgreich ausgeschrieben. Das Gesamtvolumen der ausgeschriebenen Kapazität betrug 9,8 GW, wobei Flüssigerdgas (LNG) mit 5,7 GW den größten Anteil erhielt. Das ursprüngliche Ziel von 1 GW für Energiespeicher wurde aufgrund des großen Interesses der Entwickler erhöht. Energiespeicher waren die am stärksten überzeichnete Technologie.
Im darauffolgenden Geschäftsjahr 2024 wurden 1,3 GW Kapazität an 25 BESS-Projekte vergeben, darunter ein 47 MW BESS-Projekt mit einer Dauer von sechs Stunden. Obwohl Batteriebetreiber ihre Anlagen auch in anderen Marktsegmenten wie der Japan Power Exchange (JEPX) betreiben dürfen, müssen sie 90 % der zusätzlichen Gewinne aus kommerziellen Einnahmen gemäß den Vertragsbedingungen an die OCCTO zurückführen.
Dies hat einige Analysten dazu veranlasst, die kommerzielle Attraktivität des LTDA für Entwickler als begrenzt einzuschätzen. Dennoch begrüßen Teilnehmer wie der internationale Entwickler-Investor Eku Energy die feste Einnahmestruktur. Sie sehen die Existenz des LTDA als Zeichen für starke politische Unterstützung zur Förderung der Energiespeicherung.
Marktbedingungen und zukünftige Entwicklungen
Eine weitere Herausforderung für BESS-Betreiber ist, dass der Großteil der LTDA-Verträge für Energiespeicher an Ressourcen mit einer Dauer von drei bis sechs Stunden vergeben wird. Das japanische Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) hat angedeutet, dass es die Teilnahme an zukünftigen Auktionen möglicherweise auf sechs Stunden begrenzen könnte.
Isshu Kikuma, Energieanalyst bei BloombergNEF, wies darauf hin, dass neben dem LTDA auch rein kommerzielle Möglichkeiten im Vordergrund stehen. Einige Marktteilnehmer suchen nach Preisvorteilen. Andere bevorzugen Tolling-Vereinbarungen als Zwischenlösung. Sein Kollege Umer Sadiq mahnte jedoch zur Vorsicht. Japan habe eine Geschichte häufiger Änderungen der Markt- und Regulierungsbedingungen. Hinzu kommen lange Vorlaufzeiten für Netzanschlüsse und Genehmigungen sowie höhere Arbeits- und Ausrüstungskosten im Vergleich zu anderen Märkten.
Erfolgreiche kommerzielle Projekte
Hohe Preise für Regelenergie und der Handel an der JEPX haben zur Entwicklung einer Reihe relativ kleiner Projekte (2 MW-10 MW) durch verschiedene Marktteilnehmer geführt. Ein Experte bemerkte, dass ein 10 MW-System in Japan in einigen Fällen so viel verdienen kann wie eine 100 MW-Anlage in reiferen, gesättigten Märkten. Dies unterstreicht das attraktive Potenzial des japanischen Marktes.
Ein Beispiel dafür ist HD Renewable Energy aus Taiwan, das zusammen mit Manoa Energy Ende letzten Jahres das größte kommerzielle BESS des Landes in Hokkaido in Betrieb nahm. Die 50 MW/104 MWh-Anlage namens Helios wird voraussichtlich im ersten Betriebsjahr rund 2 Milliarden JPY (etwa 12,8 Millionen US-Dollar) an Stromhandelserlösen erzielen. Dies geschieht durch 48 tägliche Transaktionen an der JEPX und dem Ausgleichsmarkt EPRX. HDRE plant jedoch, das Projekt in Zukunft auch für einen Kapazitätsmarktvertrag anzubieten.
Vor Kurzem sicherte sich HDRE eine Projektfinanzierung für Helios 50 MW in Höhe von rund 5,4 Milliarden JPY durch eine grüne Projektanleihe. Diese wurde von den japanischen Finanzdienstleistungsgruppen Nomura Capital Investment und Nomura Securities arrangiert. Dies zeigt das wachsende Interesse und Vertrauen in den japanischen Batteriespeichermarkt.





