Japan hat in seiner jüngsten Auktion für langfristige Dekarbonisierungs-Stromquellen 19 Batteriespeicherprojekte mit einer Gesamtleistung von 1.251 Megawatt (MW) ausgewählt. Diese Maßnahme ist Teil der Strategie des Landes, die Energiesicherheit zu erhöhen und den Übergang zu sauberer Energie zu beschleunigen. Die Projekte erhalten 20-jährige Festpreisverträge, die ab dem Geschäftsjahr 2027 in Kraft treten.
Wichtige Erkenntnisse
- Japan vergibt Verträge für 1,25 GW Batteriespeicher in dritter Auktion.
- Projekte müssen eine Speicherdauer von mindestens sechs Stunden aufweisen.
- Neue Cybersicherheits- und lokale Inhaltsregeln beeinflussen die Gebote.
- Neben Batteriespeichern auch Pumpspeicherkraftwerke und Kernenergie gefördert.
- Entwickler wie Hexa Energy Services und Bison Energy gehören zu den Gewinnern.
Japans Weg zur langfristigen Energiewende
Die Organisation für die überregionale Koordination der Übertragungsnetzbetreiber (OCCTO) gab die Ergebnisse ihrer Auktion für langfristige Dekarbonisierungs-Stromquellen (LTDA) bekannt. Diese Auktion ergänzt die Hauptauktionen für Kapazitätsmärkte, die sich auf die kurzfristige Versorgungssicherheit konzentrieren. Die LTDA zielt darauf ab, langfristige Quellen sauberer Energie in das Netz zu integrieren.
Die Auswahl der 19 Batteriespeicherprojekte unterstreicht Japans Engagement für eine nachhaltige Energiezukunft. Die Projekte sollen ab dem Geschäftsjahr 2027 Kapazität liefern und erhalten hierfür feste Einnahmen über einen Zeitraum von 20 Jahren. Dies bietet den Entwicklern Planungssicherheit und fördert Investitionen in erneuerbare Energien.
Strengere Anforderungen für Batteriespeicher
Im Vergleich zur vorherigen Runde, die im April 2025 bekannt gegeben wurde und 1,3 Gigawatt (GW) Batteriespeicher umfasste, wurden die Anforderungen für die aktuelle Auktion verschärft. Diesmal waren nur Projekte mit einer Speicherdauer von sechs Stunden oder mehr zugelassen. In der vorherigen Runde waren noch Projekte mit drei- und sechs Stunden Dauer erfolgreich.
Zusätzlich zu den längeren Speicherdauern wurden neue Vorschriften eingeführt. Ein neues Cybersicherheits-Zertifizierungssystem, JC-STAR, und Regeln für den Inlandsanteil der Komponenten sind nun verbindlich. Diese besagen, dass nicht mehr als 30 Prozent der vergebenen Batteriekapazität Zellen aus einem einzigen ausländischen Land verwenden dürfen. Diese Maßnahmen sollen die Resilienz und Unabhängigkeit der japanischen Energieinfrastruktur stärken.
Faktencheck Auktion
- Gesamte Gebotskapazität: 10,9 GW
- Erfolgreiche Gebote: 67 % der Gesamtkapazität
- Batteriespeicher: 1.251 MW
- Pumpspeicherkraftwerke: 453 MW
- Ammoniak-Mitverbrennung: 264 MW
- Wasserstoff-Erzeugung: 253 MW
- Biomasse: 101 MW
- Neue/sanierte Kernenergie: 1,38 GW
- Modernisierung Kernkraftwerke: 558 MW
- LNG-Wärmekraftwerke: 3 GW
Vielfältiger Energiemix für Japans Zukunft
Neben Batteriespeichern wurden auch Verträge für andere Energiequellen vergeben, um einen breiten Energiemix zu gewährleisten. Zwei Pumpspeicherkraftwerke (PHES) erhielten Verträge über 453 MW. Dies unterstreicht die Bedeutung flexibler Speichersysteme für die Netzstabilität.
Auch fossile und nukleare Energien spielen weiterhin eine Rolle. 264 MW wurden für Ammoniak-Mitverbrennung und 253 MW für reine Wasserstofferzeugung vergeben. Neue oder sanierte Kernkraftkapazitäten erhielten 1,38 GW, während 558 MW für die Modernisierung bestehender Kernkraftwerke vorgesehen sind. Flüssiggas (LNG)-Wärmekraftwerke sicherten sich 3 GW an Kapazität, was die Notwendigkeit von Übergangstechnologien zeigt.
„Mit der fortschreitenden Einführung erneuerbarer Energien werden Batteriespeichersysteme im Netzmaßstab zu einer immer wichtigeren Strominfrastruktur, insbesondere angesichts wachsender Unsicherheiten im Energieumfeld, einschließlich steigender Energiekosten und Bedenken hinsichtlich einer stabilen Versorgung“, erklärte Hexa Energy Services.
Erfolgreiche Entwickler und ihre Projekte
Mehrere Energieentwickler konnten in der Auktion punkten. Hexa Energy Services, ein Solarprojektentwickler, feierte kürzlich die Inbetriebnahme des ersten Projekts mit einem LTDA-Vertrag in Japan. Ihr 30 MW/130 MWh Tagawa BESS-Projekt, für das sie im Geschäftsjahr 2023 einen Vertrag gewonnen hatten, ist bereits in Betrieb. In dieser Runde sicherte sich Hexa Energy Services weitere Verträge für 46,9 MW und 43,5 MW.
Ein weiteres bekanntes Unternehmen ist eine Tochtergesellschaft des US-Investors Stonepeak, die sich mindestens drei Verträge für 95,6 MW, 45,9 MW und 32,8 MW sicherte. Stonepeak stieg 2024 in den japanischen BESS-Markt ein, angelockt durch den hohen Bedarf an Energiespeichern und ein förderliches politisches Umfeld.
Hintergrund: Japans Energiesektor
Japan steht vor der Herausforderung, seine Energieversorgung zu dekarbonisieren und gleichzeitig die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Das Land ist stark auf Energieimporte angewiesen und hat nach dem Fukushima-Unglück den Großteil seiner Kernkraftwerke stillgelegt. Die Förderung von Batteriespeichern und anderen sauberen Energiequellen ist entscheidend, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren und die Klimaziele zu erreichen. Die LTDA ist ein zentrales Instrument, um diese Ziele mittel- bis langfristig zu unterstützen.
Internationale Beteiligung und lokale Stärke
Der singapurische BESS-Entwickler CHC, ein Partner von Stonepeak, erhielt ebenfalls Verträge für zwei BESS-Projekte mit Kapazitäten von 75,6 MW und 36,7 MW. Dies zeigt die internationale Attraktivität des japanischen Marktes für Energiespeicher.
Auch japanische Unternehmen sind erfolgreich. Bison Energy, ein in Japan ansässiger Entwickler für erneuerbare Energien, gab in einer Pressemitteilung bekannt, dass es Verträge für 141,5 MW und 140 MW an zwei Projekten gewonnen hat. Wie Stonepeak und CHC war auch Bison Energy bereits in der letztjährigen Auktionsrunde erfolgreich. Diese breite Beteiligung, sowohl national als auch international, fördert den Wettbewerb und die Innovation im Energiesektor.
Die ausgewählten Projekte sollen nicht nur zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen, sondern auch die öffentlichen Kosten für die Netzstabilisierung senken. Dies ist ein wichtiger Aspekt, da der Ausbau erneuerbarer Energien oft mit Herausforderungen bei der Netzintegration verbunden ist.
- Ziele der Auktion: Langfristige Dekarbonisierung und Sicherstellung der Energieversorgung.
- Technologische Vielfalt: Förderung von Batteriespeichern, Pumpspeicherkraftwerken, Wasserstoff und Biomasse.
- Wirtschaftliche Anreize: 20-jährige Festpreisverträge für Investitionssicherheit.
- Regulatorische Neuerungen: Fokus auf längere Speicherdauern, Cybersicherheit und lokalen Komponentenanteil.
Diese Ergebnisse unterstreichen Japans entschlossenen Schritt in eine grünere und stabilere Energiezukunft. Die Kombination aus strengen Anforderungen und langfristigen Anreizen soll die Entwicklung robuster und nachhaltiger Energielösungen vorantreiben.





